Masterplan Mobilität

Der Masterplan Mobilität soll als Gesamtverkehrsplan alle Systemkomponenten konzeptionell vor dem Hintergrund der ambitionierten Klimaschutzziele der Stadt Flensburg und der Erhöhung der Lebensqualität umsetzungsorientiert verbinden. Er soll wesentliche Fragestellungen bezüglich einer nachhaltigen, klimafreundlichen und Lebensqualität steigernden Mobilität beantworten und so als integrierte und strategisch-konzeptionelle Planung für die zukünftige Entwicklung des Verkehrs und der Mobilität fungieren.

Erstellung Masterplan Mobilität

Neben dem aktuellen Regionalen Nahverkehrsplan verfolgen auch die Klimaschutzkonzepte der Stadt Flensburg – das Inte­grierte Klimaschutzkonzept und der Masterplan 100% Klimaschutz – ehrgeizige Ziele hinsichtlich der Verkehrsmittelwahl und der Kfz-Verkehrsleistung. Zur Zielerreichung soll auch die Ausarbeitung eines Masterplans Mobilität beitragen.

Lebensqualität und Klimaschutz benennen zwei Stränge, denen sich eine Gesamtverkehrsplanung für Flensburg neu zu widmen hat. Es wird davon ausgegangen, dass sich die beiden Stränge im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gegenseitig befruchten. Insbesondere wird angenommen, dass mit einer Attrakti­vierung einer umweltfreundlichen Mobilität, und hier explizit der Verkehrsmittel des Umweltverbundes, ein zentraler Beitrag zur Verwirklichung der verkehrsbezogenen Teilziele des Klimaschutzes und auch der Klimaschutzziele insgesamt erreicht werden kann. Der Verkehr ist nicht nur ein zentraler CO2-Emittent, sondern bildet zugleich ein direkt oder indirekt steuer- und gestaltbares kommunales Handlungsfeld, in dem insofern wichtige Impulse für den Klimaschutz in Flensburg gesetzt werden können.

Titel des Vorhabens: „KSI: Masterplan Mobilität Flensburg“

Laufzeit: 01.03.2017 – 30.11.2018

Förderkennzeichen: 03K03907

Nationale Klimaschutzinitiative:

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzinitiativen ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Inhalt

Mit dem Masterplan Mobilität werden für die Stadt Flensburg mittels eines integrativen Ansatzes alle Komponenten des Verkehrssystems vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Mobilität im gesamtstädtischen Zusammenhang neu gedacht und bewertet werden. Dies beinhaltet eine lückenlose Teilkonzeptionierung, die Überarbeitung bzw. Weiterentwicklung der inhaltlichen Konzeption der einzelnen Komponenten, die Berücksichtigung von Konflikten und Synergien und die Stärkung der Intermodalität.

Der Masterplan Mobilität fügt sich als Fachplanung unterhalb des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) ein und bildet so die Schnittstelle zwischen Stadtentwicklung und Verkehrsentwicklung. Weiterhin wurde er unter Berücksichtigung und Einbeziehung aller relevanten Fachplanungen (u.a. integriertes Klimaschutzkonzept, Lärmaktionsplanung, RNVP, Radverkehrskonzept, Mobilitätsprogramm) erstellt und hat folgende übergeordnete Aspekte berücksichtigt:

  • Sicherung und Förderung einer nachhaltigen, klimaverträglichen Mobilität auch in einem stärkeren Zusammenspiel von Stadt- und Verkehrsentwicklungsplanung,
  • besondere Förderung der Nahmobilität und der Verkehrsmittel im sogenannten „Umweltverbund“ mit besonderem planerischen Nachholbedarf für den Fußverkehr, mit dem Ziel, den Modal Split zugunsten des Umweltverbundes zu verändern;
  • Berücksichtigung neuer Mobilitätsformen und Mobilitätsangebote,
  • effiziente Auslastung und Bewirtschaftung der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur einschließlich Anpassung an den anzustrebenden Modal Split,
  • verstärkte Vernetzung und Integration der Verkehrsträger und Verkehrsmittel („intermodale Vernetzung“),
  • Unterstützung von Infrastruktur- und Angebotsmaßnahmen durch ein intelligentes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement,
  • Berücksichtigung der für Flensburg relevanten regionalen Verkehrsverflechtungen (Schwerpunkt Pendlerströme),
  • Stärkung und Rückgewinnung der Qualitäten des öffentlichen Raumes auch als Beitrag einer nachhaltigen Stadtentwicklung
  • Implementierung/Berücksichtigung des Gender-Diversity-Ansatzes

Definiert wurden kurz- mittel- und langfristige Handlungserfordernisse und Perspektiven. Planungshorizont ist das Jahr 2030 mit Ausblicken auf das Jahr 2050.

Im folgenden finden Sie den Bericht zum Masterplan Mobilität als auch den beschlossenen Maßnahmenkatalog.

Flensburg MaMo_Maßnahmenkatalog (PDF, 27,7 MB)

Bericht Masterplan Mobilität (PDF, 8,4 MB)

Beteiligung / Termine

Die Erstellung des Masterplan Mobilität ist abgeschlossen.

Nach einem intensiven Analyse- Planungsprozess liegt jetzt die Endfassung des Masterplan Mobilität der Stadt Flensburg vor. Die Arbeiten des Gutachterteams aus SHP-Ingenieure, Hannover und urbanus, Lübeck wurden durch ein umfangreiches Beteiligungsverfahren begleitet. Aus der öffentlichen Zukunftswerkstatt, den Workshops, dem Bürgerforum sowie verschiedenen Abstimmungen mit der Stadtverwaltung, der AG Mobilität, Vertretern der Wirtschaft, den Verkehrsunternehmen und weiteren Interesssenvertretungen wurden zahlreiche Vorschläge und Anregungen aufgenommen.

Nach der Beteiligungsphase und der Standortbestimmung zur Flensburger Verkehrssituation haben die Verkehrsgutachter gemeinsam mit der Stadtverwaltung und der projektbegleitenden AG Mobilität Zielsetzungen und einen strategischen Handlungsrahmen für die langfristige Ausrichtung des städtischen Verkehrssystems ausgearbeitet. In einem zweiten Schritt wurden dann konkrete Konzepte und Maßnahmenvorschläge entwickelt, die nach dem im November gefassten Beschluss des Masterplans Mobilität schrittweise umgesetzt werden sollen. Die Gestaltung eines attraktiven Radverkehrssystems ist dabei ebenso ein Thema wie der öffentliche Personennahverkehr, Verkehrsberuhigung, das Parken in der Innenstadt und ein Mobilitätsmanagement.

 

Bisherige Termine:

Lenkungsgruppe: 15.05.2017, 05.10.2017

AG Mobilität: 22.06.2017, 12.10.2017, 27.06.2018

Öffentlichkeit: 31.05.2017, 22.06.2017, 13.07.2017, 08.06.2018

Jugendbefragung: 07/2017-09/2017

Senioren und Menschen mit Behinderung: 29.11.2017

Expertenworkshops: 12.06.2017 (ÖPNV), 01.11.2017 (Wirtschaft)

Politik: 10.01.2018 (Sondersitzung), Einzeltermine mit den Fraktionen, 12.09.2018

 

Aktuell arbeiten wir an diesen Maßnahmen des Masterplans:

Maßnahme 15: Verkehrsberuhigung der Norderstraße

Die Norderstraße hat sich in den vergangenen Jahren zu einer beliebten Wohn- und Geschäfststraße entwickelt. Insbesondere aufgrund der vielen Ateliers und Cafés, aber auch der Vielseitigkeit der größtenteils inhabergeführten Läden erfreut sich die Norderstraße vieler Besucher*innen. Nicht zuletzt ist sie berühmt für die hängende Schuhe und die Katzengemälde.

In einem auf drei Monate befristeten Leuchtturmprojekt wurden im Jahr 2018 zur Aufwertung des öffentlichen Raums Parklets (u.a. auch in der Norderstraße) aufgestellt. Es zeigte sich, dass die Menschen diese sehr gut annehmen und sich über die Rückgewinnung ihres Stadtraums freuen. In Folge dessen wurde das Parklet in der Norderstraße auch 2019 am selben Ort wieder aufgebaut.

Hoher Parkdruck und schlecht mit dem Fahrrad zu befahren

Die vorhandenen Geschäfte, die Nähe zur Fußgängerzone sowie die Zunahme des Motorisierungsgrades im Allgemeinen sorgt in der Norderstraße für eine Erhöhung des Parkdrucks. Darunter leiden insbesondere Fußgänger*innen, weil sowohl tagsüber aber vor allem abends und nachts auf den Gehwegen geparkt wird.Gerade in den Abendstunden erreicht das verbotene Parken Dimensionen, die im Hinblick u.a. auf den Brandschutz (Erreichbarkeit durch Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes) eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstellen. Das historische Kopfsteinpflaster wurde in den 1990er Jahren im Rahmen der Sanierung eingebracht, ist aber für Radfahrer*innen schlecht befahrbar. Deshalb weichen sie auf die Gehwege aus und schränken Fußgänger*innen zusätzlich ein.

Verkehrliche Umgestaltung unter Beteiligung der Öffentlichkeit

Diese negativen Aspekte sollen im Rahmen der Masterplan-Maßnahme Nr. 15: "Verkehrsberuhigung der Norderstraße" und gestützt durch den Beschluss des SUPA von April 2019 bearbeitet werden. Mit einer Untersuchung von drei Optimierungsvarianten soll ein Kompromiss zwischen Wohnen, Aufenthalt und angemessenem Verkehrsaufkommen gefunden werden. Da viele Anwohner und Gewerbetreibende ein hohes Interesse an der Entwicklung in der Norderstraße haben, ist die umfangreiche Einbindung der Öffentlichkeit und auch der Politik sehr wichtig im Entwicklungsprozess der Varianten. Der Auftrag wurde an das Büro Planersociatät aus Dortmund vergeben.

Maßnahmenblatt 15 Verkehrsberuhigung Norderstraße (PDF, 129 kB)

Um die Bedürfnisse der Nutzer*innen der Norderstraße zu erfahren, wurden Anfang November 2019 zunächst zehn Gespräche mit unterschiedlichen Akteuren der Norderstraße geführt - darunter diverse Gewerbetreibende, Phänomenta, Dansk Centralbibliothek, Südschleswigscher Verein / Dänische Minderheit (SSF), Dänische Jugendorganisation (SdU) Südschleswig und das Forum Hafenquartier. Hierbei wurden die diversen Anforderungen und Stimmungen gegenüber einer Umgestaltung aufgenommen.

Auf Basis dieser ersten Eindrücke hat das Planungsbüro eine Route für zwei Planungsspaziergängen entwickelt, die am 27.11.2019 durchgeführt wurden. An sechs verschiedenen Standorten entlang der Norderstraße wurden verschiedene Problemfelder (u.a. Parken für Kfz in der Norderstraße und im Parkhaus Segelmacherstraße, Fahrradparken, Nutzung der Seitenräume, Kopfsteinpflaster, etc.) diskutiert. Insgesamt nahmen an den beiden Spaziergängen rund 60 Personen teil. Vielen Dank an alle für Ihre Anregungen!

Planungsworkshop im Februar 2020

Aus den Ergebnissen der Grundlagenermittlung bezüglich ruhendem Verkehr und fließendem Verkehr sowie den Anregungen aus den Akteursgespräche und den Planungsspaziergängen erstellt das Planungsbüro nun drei Varianten, die im Februar 2020 in einem Planungsworkshop mit der Öffentlichkeit und der Politik diskutiert werden sollen. Die Entscheidung über die Umsetzung trifft der zuständige Ausschuss im 2. Quartal 2020.