Wälder, Naturschutzgebiet, naturnahe Bereiche

Marienhölzung

Die Marienhölzung (Hölzung in der Feldmark St. Marien) ist der letzte Rest eines großen Waldgebietes, das sich im Mittelalter von der Förde bis zur Marsch erstreckte. Der heutige Schwanenteich zeugt als letzter erhaltener Fischteich von der damals hier betriebenen Teichwirtschaft. Es gab größere Moor- und Heideflächen, das Wolfsmoor war noch im 19. Jahrhundert zum Torfstechen verpachtet.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Marienhölzung von den Flensburgern zum Ausflugs-ziel erkoren. Bis dahin war der Wald weder Wirtschaftsform noch Ziel für Erholung (vergleiche Märchen: In den Wäldern hielt sich nur böses Gesinde auf!). Die Wirkungen der französischen Revolution mit der Hinwendung zur Natur zeigte damit auch in Flensburg ihre Wirkung.

Die ländliche Gartenwirtschaft wurde 1825 / 26 an der Stelle der alten Holzvogtei aus der Zeit um 1750 im Stil des Klassizismus erbaut.

Von der Zeit des Biedermeier bis hin in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts bildete die Marienhölzung das wesentliche Ausflugsziel. Ein Musikpavillon, ein oktogonaler Tanzpavillon sowie entsprechende Außengestaltungen dienten der Belustigung innerhalb dieser Hölzung (in den 80er Jahren abgerissen!). Die nördliche Waldgrenze ist über mehrere Jahrhunderte erhalten geblieben und kann somit anhand von alten Karten noch nachvollzogen werden. Die so genannte Eddebo im westlichen Teil der Marienhölzung als Wallanlage einer mittelalterlichen Burganlage aus der Zeit von 1200 ist heute noch ersichtlich.

Im Ostteil der Marienhölzung liegt auf schwachwelligem Gelände ein kleines System von flachen Ackerwällen. Diese alten Strukturen heben hervor, dass die Besiedelung von Flensburg von Westen aus vorgenommen wurde. Bis heute ist die Marienhölzung die größte zusammenhängende Naherholungsfläche in Flensburg.

Naturschutzgebiet "Twedter Feld"

Willkommen auf der Info-Seite zum Naturschutzgebiet „Twedter Feld“!

Hier erfahren Sie Wissenswertes über Flensburgs einziges Naturschutzgebiet.

Als Naturschutzgebiet (NSG) wird eine bestimmte Schutzgebietskategorie innerhalb des Bundesnaturschutzgesetztes bezeichnet. Im Vergleich zu Landschaftsschutzgebieten handelt es sich zumeist um kleinräumigere Gebiete. Zudem sind die Auflagen und Nutzungseinschränkungen in der Regel strenger als bei anderen Schutzgebietseinheiten. Nach welchen Kriterien Gebiete als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden regelt § 23 BNatSchG.

Lage des NSG Twedter Feld

Das Naturschutzgebiet „Twedter Feld“ liegt im Stadtteil Mürwik und umfasst im Norden einen ehemals von der Bundeswehr genutzten Standortübungsplatz sowie im südlichen Teil landwirtschaftliche Nutzflächen. Es ist im Norden von den Straßen Twedter Feld, Tremmerupweg und der Waldsiedlung Tremmerup, im Süden von der Nordstraße / Osterallee, im Westen von der Bebauung am Kiefernweg und dem Flensburger Fahr- und Reitverein sowie im Nordosten / Osten von dem sich anschließenden Süderholz sowie dem Blocksbergweg begrenzt.


Karte NSG Twedter Feld (PDF, 268 KB)


Entstehung und Geschichte des Naturschutzgebiets „Twedter Feld“

Die hügeligen, während der Weichsel-Eiszeit (ca. 115.000 bis ca. 10.000 Jahre vor unserer Zeit) entstandenen Geländeformen der Landschaft Angeln wurden nach dem Abschmelzen der Gletscher letztendlich von Buchenwäldern bestockt. In diese begannen vor ca. 1.000 Jahren einwandernde Siedler Lichtungen zu schlagen. Auf diese Aktivitäten weist der Name Twedt hin, der aus der Wikingerzeit stammt und so viel wie Rodung bedeutet.

Das von den Menschen für Ackerbau, Viehzucht, Waldbeweidung und Torfabbau genutzte Gebiet erfuhr in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch militärische Nutzung eine markante Veränderung. Für die Marineschule Mürwik wurden ab 1910 Einrichtungen wie Schießstände und ein Standortübungsplatz geschaffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der restliche Baumbestand dem Brennholzbedarf der in Flensburg lebenden Menschen zum Opfer.

In der sich anschließenden militärischen Nutzung durch die Bundeswehr konnte sich die Pflanzen- und Tierwelt wieder erholen, da die Gebiete von intensiver Nutzung ausgeschlossen waren. Es bildete sich im nördlichen Teil auf natürlichem Wege ein neuer Wald, ein landesweit einmaliger natürlich entstandener Wald (Sukzessionswald). Erst mit der Aufgabe der militärischen Nutzung ab 1994 entstand durch Naherholung ein verstärkter Nutzungsdruck.

Am 09.12.1997 erfolgte die einstweilige Sicherstellung des Gebietes und im Jahre 2003 die Ausweisung als erstes Naturschutzgebiet der Stadt Flensburg.

Natur im Twedter Feld – große Vielfalt auf kleinem Raum

Aufgrund der mit der militärischen Nutzung verbundenen Unzugänglichkeit des Gebietes entwickelten sich im Twedter Feld vielfältige und selten gewordene Lebensräume. Neben Wald auf steilen Hängen, naturnahen Bachläufen und vernässten Bereichen finden sich ausgedehnte Staudenfluren, Trockenrasen und landwirtschaftliche Nutzflächen mit Kleingewässern. Der durch natürliche Eigenentwicklung (Sukzession) entstandene Wald ist reich an unterschiedlichen Gehölzarten.

Etwa 100 Vogelarten sind im Jahresverlauf zu beobachten. Daneben wurden im Laufe der Zeit über 300 Blütenpflanzen, fast 80 Moosarten, mehr als 400 Pilzarten sowie viele Säugetierarten identifiziert. An seltenen Vögeln sind in der vielfältig strukturierten Landschaft des NSG „Twedter Feld“ gelegentlich Bekassine, Waldschnepfe, Waldohreule, Baumfalke, Neuntöter, Sprosser, Braunkehlchen, Roter Milan und Gebirgsstelze zu entdecken. Verschiedene Fledermausarten, darunter die Zwergfledermaus, jagen hier Insekten in der Dämmerung, die seltene Königslibelle bevorzugt die stark bewachsenen Gewässer mit viel Sonneneinstrahlung.

Wegen seiner Einzigartigkeit hat das NSG "Twedter Feld" auch eine europaweite Bedeutung. Es ist Teil des "NATURA 2000-Programms", eines europäischen Netzes besonders schutzwürdiger Flächen!

Naturschutzgebiete dienen z. B. der Erhaltung, der Entwicklung oder der Wiederherstellung von Biotopen. Sie können auch aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit oder Schönheit ausgewiesen werden. In Naturschutzgebieten werden alle Tier- und Pflanzenarten sowie der Boden, das Wasser und die Luft geschützt. So sollen Lebensgemeinschaften umfassend vor Störungen bewahrt werden, denn besonders seltene Arten können aufgrund ihrer sehr spezifischen Lebensraumansprüche in der Regel nicht in die umgebende Landschaft ausweichen.

Das direkt am östlichen Siedlungsrand Flensburgs gelegene Naturschutzgebiet spielt für die Naherholung eine bedeutende Rolle und ermöglicht auf ausgewiesenen Wegen das Wandern, Radfahren, Reiten und Joggen. Um die Tier- und Pflanzenwelt nicht über Gebühr zu stören, wurde 2004 ein Konzept für ein Besucherlenkungs- und Informationssystem erarbeitet, welches das beliebte Ausflugsziel auch für die kommenden Generationen in einem naturnahen Zustand bewahren soll.

Bitte beachten Sie bei Ihrem Besuch deshalb die folgenden Regeln:

  • Nutzen Sie bitte nur die Wander- bzw. Reitwege, um keine bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu gefährden oder zu stören. Die Wege sind gekennzeichnet (Pfosten mit Symbolen / Piktogrammen) und in den Übersichtsplänen an den Zugängen dargestellt!
  • Führen Sie Ihre Hunde ausschließlich an der Leine und bleiben Sie auf dem Rundwander-Wegesystem!
  • Achten Sie bitte auf das Betretungsverbot für die übrigen hochsensiblen Naturbereiche!
  • Entnehmen oder beschädigen Sie keine Pflanzen oder Teile von ihnen und fangen oder beunruhigen Sie keine Tiere!
  • Hinterlassen Sie keinen Abfall!


Allgemein gesagt gilt: Im NSG sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebietes oder seiner Bestandteile oder zu einer erheblichen oder nachhaltigen Störung führen können. Verstöße gegen diese Verbote werden als Ordnungswidrigkeiten geahndet und können ein Bußgeld nach sich ziehen.


Betreut wird das Gebiet vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), Ortsgruppe Flensburg. Haben Sie Fragen zum NSG „Twedter Feld“, dann nehmen Sie doch einmal Kontakt mit der UNB auf. Wir beantworten Ihre Fragen gern.

Fundstellen:

Stiftungsland Schäferhaus

Das heutige Stiftungsland Schäferhaus ist aus dem ehemaligen Standortübungsplatz der Briesenkaserne Weiche (heute Gartenstadt Weiche) entstanden. Im Rahmen des Abzugs der Bundeswehr aus Flensburg war von den drei Gemeinden Handewitt, Harrislee und Flensburg zu entscheiden, in welche Richtung die zukünftige Nutzung dieses Militärgeländes gehen sollte. Im Rahmen eines interkommunalen Projektes haben sich diese drei Gemeinden in Ausübung ihrer jeweiligen Planungshoheit entschieden, aufgrund der Naturausstattung das Gesamtgelände von rd. 571 ha (Südteil ca. 107 ha, Nordteil ca. 464 ha) der Flächennutzung „Natur“ zu überlassen. Somit ergab sich hier das erste inter-kommunale Projekt für den Naturschutz.

1998 hat die landeseigene Stiftung Naturschutz die überwiegenden Flächen vom Bund erworben, um das Areal im Sinne der vorgenannten Zielsetzung für den Arten- und Biotopschutz sowie insbesondere als Grundwasser-Schongebiet zu sichern. Das Ziel der Entwicklung soll die Erhaltung und Förderung „einer halboffenen Weidelandschaft“ zum Wohle der dort lebenden Pflanzen und Tiere sein. Eine naturverträgliche Erholung auf vorhandenen Wegetrassen des ehemaligen Standortübungsplatzes bot sich hier an.

Die unbelasteten trockenen und mageren sowie nährstoffarmen Sanderflächen erzeugen ein hohes Grundwasseranreicherungsvermögen zur Sicherung und Auffüllung des Flensburger Trinkwasserspeichers in 400 m Tiefe. Große weite offene Flächen mit eingestreuten Gehölzen, Gebüschgruppen und kleine Wäldern dokumentieren einen Landschaftstypus, der in Schleswig-Holstein vor der Verkoppelung (ab 1770) in eigentümlicher Weise vorhanden war. Damit ist hier die einzige große und zusammenhängende Fläche in Schleswig-Holstein vorhanden, an der man die Landschaft Schleswig-Holsteins nach der Eiszeit wieder erleben kann.

Die kulturhistorischen Nutzungen der Landschaft und Landwirtschaft mit Knicks, Koppeln usw. waren vorhanden und sind durch die militärische großflächige Nutzung fast wieder verschwunden, sodass der vorgenannte Landschaftstypus entstanden ist.

Die Erhaltung und Förderung dieser großen Flächen ist nur möglich durch eine extensive Beweidung mit so genannten Robust-Rindern (hier: Galloway-Rinder). Diese Beweidung erhält einerseits den Landschaftstypus und vollzieht andererseits die frühere Nutzung mit Großherbivoren (große Pflanzenfresser). Einer dieser ehemaligen großen Pflanzenfresser ist in einem Holzmodell auf der Westseite des Nordteiles im Stiftungsland dargestellt: Großwildskulptur: Waldelefant.

Insbesondere im Nordteil finden sich auch Reste der ehemaligen Besiedelung wieder: Hügelgräber am Ihlsee. Gleichzeitig enthält dieser Natur-Großraum auch ehemalige Verkehrstrassen wie den Ochsenweg/Heerweg/Margarethendamm/Friesenweg usw.
Der Südteil des Stiftungslandes ist Teil des europäischen Naturnetzes „Natura 2000“.

Bereits nach wenigen Jahren der extensiven Bewirtschaftung ergibt sich das Wiederfinden von ehemals ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten. Die Vielfalt des Gebietes ist auf diesem Geest-Sanderrücken durch insbesondere kleine und niedere Pflanzen zu begründen und der damit verknüpften Tierwelt.

Scherrebektal

Die Besonderheit des Scherrebektales stellt die muldenförmige Ausprägung dar. Die jahrhundertlange Nutzung dieses Talraumes durch die Landwirtschaft und insbesondere durch die Weidehaltung von Rindvieh hat den ursprünglichen Charakter dieses Talraumes überwiegend erhalten. Der Talraum ist naturräumlich bereits dem östlichen Hügellang zuzuordnen, wobei der Übergang zur Geest nicht weit westlich im Bereich Weiche nachzuvollziehen ist.

Mit der weiteren Entwicklung des Ortsteiles Weiche durch Gewerbe- und Wohnbauflächen wurde für die landwirtschaftlichen Flächen in diesem Talraum eine Zuordnung zur Regelung der natur-schutzrechtlichen Eingriffs-Ausgleichs-Thematik vorgenommen.

Aus diesen Beweggründen heraus hat 2001 die Stadt Flensburg rd. 38,00 ha landwirt-schaftliche Flächen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein erworben. Damit wurde die Stadt Flensburg überwiegender Eigentümer des gesamten Talraumes. Somit ergab sich die Möglichkeit, durch weitere Zuordnungen von Ausgleichsmaßnahmen eine Förderung von Naturschutz, Landschaftspflege und Landschaftsbild vorzunehmen.

In den Jahren 2007 und 2008 fanden in diesem Rahmen biotopgestaltende Maßnahmen statt, um aus ehemals intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen eine reichhaltigere Struktur und eine erhöhte Vielfalt an Flora und Fauna hervorzurufen in Begleitung mit einer extensiven Weidenutzung. Die vorhandenen Knicks sollen erhalten bleiben, sodass sich hier im Gegensatz zum Stiftungsland Schäferhaus keine halboffene Weidelandschaft sondern eine Weidelandschaft mit der Parzellenstruktur der Verkoppelung aus 1770 ergibt. Ein ehemals vorhandener landwirtschaftlicher Feldweg nimmt heute die Erschließung für die Naherholung wahr.


Marienautal

Im Westen des Stadtgebietes, zwischen Eisenbahngleisen, dem Gewerbegebiet West und dem Friedhof am Friedenshügel liegt eine der wertvollsten Landschaften der Stadt: Das Marienautal und seine Umgebung.

In der Mitte dieses Talraumes fließt die Marienau, die in der Marienhölzung entspringt und bis zur Lilienthalstraße verrohrt und unterirdisch verläuft. Im Marienautal folgt sie dann weitgehend ihrem natürlichen Verlauf, bis sie im Wilhelminental in den Mühlenstrom mündet.

Die Hänge beidseitig der Au sind zum größten Teil mit Bäumen und Sträuchern bestanden und teilweise durch den Einschnitt im Talraum mit Steilhängen versehen. Insgesamt kann hier eine historische Kulturlandschaft nachvollzogen werden. Die reichhaltige Knickstruktur durch die Verkoppelung aus 1770 bietet der Landschaft eine Reichhaltigkeit an Flora und Fauna neben den Äckern und Weiden. Insgesamt bietet das Marienautal auch heute noch den Eindruck einer grünen, natürlich geprägten Landschaft.

Lautrupsbachtal

Der Lautrupsbach entsteht durch zwei Zuläufe: Taerbek und Adelbybek. Der Zusammenfluss liegt auf dem Friedhof Adelby. Das mittlere Lautrupsbachtal mit muldenförmiger landschaftlicher Eigenart wird heute überspannt durch das besondere architektonische Bauwerk der Talbrücke für die Osttangente. Das untere Lautrupsbachtal liegt in einem keilförmigen Einschnitt des Fördehanges. Dieser markante Einschnitt trennt die heutigen Ortsteile von Jürgensby und Fruerlund / Bohlberg / Volkspark.

In diesem linear ablaufenden Einschnitt von den Moränenhochflächen des östlichen Hügellandes zum Fördeniveau lag auch die frühere Einbindung und Nutzung durch zwei Kleinbahntrassen und durch die Kieler Eisenbahn. Ab 1950 mit Aufgabe der Bahntrassen wurde hier die Nordstraße gebaut.

Die Bismarckbrücke überspannt seit 1910 diesen Talraum mit der städtebaulichen Entwicklung des Nordostens dieses neuen Gemeindegebietes. Die ehemalige „Teufels-brücke“ ist noch in den Widerlagern dieser Brücke erkennbar (Verbindung von Bachstraße und Mühlenholz). Die ersten Sanierungsmaßnahmen in den 80er Jahren richteten den Bachlauf wieder in einen naturnahen Zustand her mit einer Öffnung der ehemaligen Eisenbahnunterführung in der Bismarckbrücke.

Dieser größere Fördehangeinschnitt nimmt auch klimatische Funktionen auf: Abfluss der nächtlichen Kaltluft von den Moränenhochflächen in das Fördetal. Die Öffnung des unteren Bachlaufabschnittes im Sanierungsgebiet zeigt heute auch wieder den Verlauf der ehemaligen Bahnlinien sowie die ökologische Struktur der Flensburger Bachläufe. Durch den Neubau der Osttangente wurden gleichzeitig neben den verkehrlichen auch ökologische Aspekte sowie die Neuanlage von Wanderwegen aufgenommen.

Osbektal

Die Osbek (aus dem dänischen: Bach an der Mündung) entwässert den Moränenhoch-flächenkomplex um Engelsby und fließt zwischen Marineschule und der Schule für Strate-gische Aufklärung in die Förde. An diesem Mündungsbereich bestand seit 1641 der Osbek-Ziegelhof / Ziegelei.

Das obere Osbektal nimmt eine Sonderstellung der Flensburger Talräume ein. Durch-gehend übernehmen die anderen Talräume eine West-Ost- oder Ost-West-Richtung. Das obere Osbektal enthält eine Süd-Nord-Richtung. Ein Höhenunterschied von rd. 20 m zwischen Talsohle des Baches und den Hangkanten ergibt eine besondere geologische und topographische Gestalt.

Auf der Westseite liegt der zentrale Erschließungsweg dieses Talraumes. Der Engelsbyer Weg verband ehemals das Dorf Engelsby mit dem vorgenannten Ziegelhof und den Ziegeleien in der Mürwiker Bucht (Ziegeleistraße). Der Talraum ist heute ein wesentlicher Teil des Grünringe- und Landschaftsachsensystems zur Gliederung des Stadtgebietes. In diesem Grünflächensystem stellt das obere Osbektal nicht nur einen innerstädtischen Grünzug dar sondern ist markanter Landschaftsteil in der Verbindung der Ortsteile Fruerlund und Mürwik.

Neben der Nutzung als landwirtschaftliche Produktionsfläche mit Äckern, Wiesen, Weiden, Knicks und feuchten Niederungen ist dieses Tal auch Lebensraum von zahlreichen Vogel-arten und Amphibien sowie Tierarten vom Steinmarder bis zur Spitzmaus und Ringelnatter. Die Knicks ergeben für den Talraum eine typische Fächerstruktur. Heute durchschneidet ein Schulweg diesen Talraum, sodass er nicht nur von den Hangkanten sondern auch aus der Tiefe heraus erlebt werden kann.