Flensburg hilft Boryspil in der Ukraine mit Hilfsgütern und Müllfahrzeug
Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Ein Jahr nach dem Angriff hat sich die Flensburger Ratsversammlung zu einer nicht-formalisierten Solidaritäts-Partnerschaft mit Boryspil in der Nähe von Kiew entschlossen. Im vergangenen Jahr beschloss die Flensburger Ratsversammlung, die Hilfe für Boryspil neu aufzusetzen. Zwar wurde die formale Partnerschaft nicht verlängert, gleichzeitig war es dem Plenum wichtig, die Kleinstadt Boryspil weiterhin zu unterstützen.
Müllfahrzeug des TBZ
Im Austausch mit leitenden städtischen Akteuren hatte die ukrainische Seite den Bedarf nach Müllfahrzeugen für ihre Stadt benannt. Beim Technischen Betriebszentrum (TBZ) Flensburg stand ein zur Ausmusterung vorgesehenes Fahrzeug zur Disposition, das auf Interesse in Boryspil gestoßen ist. Das Fahrzeug hat das TBZ durch ein elektrisch betriebenes Abfallsammelfahrzeug ersetzt. Der ausgemusterte, gewartete und geprüfte Wagen kann indes in der Ukraine sinnvoll weitergenutzt werden – die Überführung übernimmt die „Freunde helfen! Konvoi gGmbH“. Am 11. Juli soll das Fahrzeug auf die Reise gehen. Vor seinem Einsatz in der Ukraine wurde das Abfallsammelfahrzeug, Baujahr 2013 von einem der mittlerweile 4 E-Abfallsammelfahrzeuge des TBZ ersetzt.
Medizinisches Material für die Menschen im Kriegsgebiet
Schon am 6. Juli wechselte es nun den Besitzer. Vanessa Holdysz vom Team Husum des Helfen-Konvois übernahm das Müllfahrzeug zusammen mit zahlreichen Spenden, die an Bord gleich mit nach Boryspil gebracht werden. Im Mai und Anfang Juni gaben viele Menschen aus Flensburg und Umgebung bei drei Spendensammlungen beim TBZ in der Schleswiger Straße insbesondere Decken, Verbandsmaterial und Verbandskästen sowie Gehstützen dafür ab - noch immer notwendige Güter im Kriegsgebiet in der Ukraine.
Auch ohne formalisierte Städtepartnerschaft funktioniere das Netzwerk und gebe es große Hilfsbereitschaft, lobte Flensburgs Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer: „Es ist sehr wichtig hier ein Signal zu senden mit handfester Hilfe, denn es ist erschütternd zu hören, an was es den Menschen im Kriegsgebiet mangelt. Das Fahrzeug kann hier wichtige Aufgaben der Versorgung leisten. Und auch die Menge der gespendeten Hilfsgüter ist unglaublich, aber ebenfalls mehr als nötig im Zuge von Beschuss von Krankenhäusern und Logistik in der Ukraine. Deshalb hoffe ich auch die Spendenbereitschaft lässt nicht nach, solange Menschen im Kriegsgebiet leiden und derartige Hilfe notwendig bleibt.“