Am 25. März: Osterbasar und offene Türen beim JAW
Metallene Fahrradständer in Gestalt eines Autos, Sitzlandschaft aus Holz am Hafen, Parklets in der Norderstraße: Die Produktionsschule des Flensburger Jugendaufbauwerk (JAW) hinterlässt sichtbare Spuren in der Stadt. Dabei betreibt die Traditionseinrichtung wie selbstverständlich Nachhaltigkeit und Upcycling. In erster Linie aber begleitet das JAW junge Menschen dabei, den Einstieg ins Ausbildungs- oder Arbeitsleben zu finden.
Jährlich profitieren insgesamt 1200 junge Menschen von den Angeboten – eines davon ist die Produktionsschule. Anhand von konkreten Arbeitsaufträgen können junge Leute zwischen 15 und 25 Jahren in verschiedenen Bereichen einen Berufsalltag simulieren. Die Werkstätten und Produktionsräume, darunter etwa für die Holzbearbeitung oder die große Küche, entsprechen dem technischen Standard auf Ausbildungsniveau, erklärt Bjarne Piepgras. Er kümmert sich beim JAW unter anderem um das Qualitätsmanagement und die Öffentlichkeitsarbeit.
Beim Rundgang durch den Gebäuderiegel auf dem früheren Motorola-Gelände kann man sich von der soliden Ausstattung überzeugen – angefangen beim 3D-Drucker bis hin zu Profi-Küchengeräten und modernen Waschmaschinen für den Arbeitsbereich Hauswirtschaft. Eine große Mangel erinnert an frühere Zeiten – das JAW Flensburg gibt es immerhin schon 67 Jahre.
Sämtliche Kolleginnen und Kollegen, die die jungen Leute anleiten, haben einen Meistertitel oder eine rehabilitationspädagogische Zusatzausbildung. Die Pädagoginnen und Pädagogen verfügen über ein abgeschlossenes Studium.
50 Plätze gibt es in der Produktionsschule
Die Produktionsschule in Flensburg verfügt über 50 Plätze. Üblicherweise bleiben die jungen Frauen und Männer für ein Jahr in der Produktionsschule, doch auch eine Verlängerung ist möglich. Die Jugendlichen kämen nicht ohne Grund hierher und würden unter anderem vom Jobcenter und der Jugendberufshilfe zugewiesen. Sie hätten ein „Päckchen“ zu tragen, sei es nach Schicksalsschlägen oder Schulabstinenz. Das JAW sei für die meisten ein „safe space“, beobachtet Piepgras. Durch die Arbeit würden sie wieder mit einem geregelten Tagesablauf vertraut gemacht. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wächst zudem bei regelmäßigen Exkursionen zu Firmen oder Berufsbildungsmessen wie gerade der Vocatium.
Dank der Kooperation mit den Regionalen Bildungszentren der Stadt Flensburg können in sogenannten AVSH-Klassen sowohl die Berufsschulpflicht erfüllt als auch der Erste Allgemeinbildende Schulabschluss (ESA) erworben werden. AVSH steht für Ausbildungsvorbereitung Schleswig-Holstein.
Seit dem Umzug im Jahr 2013 befindet sich das Flensburger Jugendaufbauwerk in der Eckenerstraße und seit 2016 organisatorisch in der Zuständigkeit des Fachbereichs Soziales und Gesundheit der Stadt. Es ist eines von 16 JAW in Schleswig-Holstein, deren Grundlage ein Landesgesetz vom Dezember 1949 bildet.
Heute ist das JAW eine bestens vernetzte Institution mit hervorragenden Kontakten in der Region zwischen Schule und Arbeitswelt. Davon profitieren die jungen Leute. „Wir unterstützen, wo wir können. Und wenn wir nicht helfen können, dann kennen wir jemanden, der das kann“, bringt es Bjarne Piepgras auf den Punkt.
Basar und Tag der offenen Tür am 25. März
Wer mehr über die Arbeit, Aufgaben und Menschen des Flensburger JAW erfahren möchte und neugierig ist auf die Werkstätten und Räume, ist herzlich zum Osterbasar und Tag der Offenen Tür willkommen. Beides findet am Mittwoch, 25. März, von 10 bis 16 Uhr in der Eckenerstraße 28 statt. Bei Führungen durch die rollstuhlgerechte Einrichtung gibt es Einblicke und Informationen aus erster Hand. Beim Basar stehen viele der kleinen und großen Objekte aus eigener Herstellung zum Verkauf. Nicht zu vergessen: die Köstlichkeiten aus der eigenen Backstube. Es gibt herzhafte Gerichte und frische Backwaren wie Kuchen und Waffeln, außerdem Kaffee und Softdrinks. Parkplätze befinden sich direkt vor der Tür – samt Ausblick auf den weiten Norden der Stadt.
Finanzierung der Produktionsschule
Das Projekt Produktionsschule ist Teil des Landesprogramms Arbeit 2021 – 2027. Dieses wird aus Mitteln folgender Einrichtungen kofinanziert:
- des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+)
- des Landes Schleswig-Holstein
- des Kreises Schleswig-Flensburg
- der Jobcenter des Kreises und der Stadt Flensburg (Trägerin des JAW Flensburg)
Weitere Maßnahmen und Kontakt
Neben der Produktionsschule tragen auch die Umsetzung der Potenzialanalyse im Berufsorientierungsprogramm für die 7. und 8. Klassen der Gemeinschaftsschulen, Coachings in und nach der Schule und berufsvorbereitende Maßnahmen der Agentur für Arbeit zu den Maßnahmen, um den Übergang von Schule in den Beruf zielführend zu gestalten. Menschen unter 30, die Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder Arbeit benötigen, finden noch freie Plätze im Projekt „Next Level“ und können sich gern telefonisch melden unter 0461-851237 oder per Mail an: nextlevel@flensburg.de.