Boxweltmeister Freddy Kiwitt trägt sich ins Goldene Buch ein – und verrät seine Pläne

Autor/in: Antje Walther

Mit der Linken zieht Freddy Kiwitt schwungvoll einen Bogen. Der Box-Champion hat sich für den Füller entschieden, mit dem er sich ins Goldene Buch der Stadt Flensburg, seiner Heimatstadt, einträgt. Als er seine fünf WM-Gürtel, einer schwerer und prächtiger als der andere, auf dem Tisch im Büro der Stadtpräsidentin Susanne Schäfer-Quäck drapiert, habe er einmal mehr realisiert, was er erreicht hat.

Relativ spät begann mit dem Boxen. Seinerzeit sei er angetreten, um Deutscher Meister zu werden, erinnert sich Kiwitt, der jetzt in seinem 13. Jahr als Profi boxt. Aktuell hält er zwei Weltmeistertitel.

Größter Fan: Mutter Tutu Kiwitt

Die Stadtpräsidentin heißt den sympathischen Sportsmann, Unternehmer und Flensburg-Botschafter sowie Gäste diverser Medien am Mittwochnachmittag in ihrem farbenfrohen Büro willkommen. Die jüngste Titelverteidigung Freddy Kiwitts zu Jahresbeginn in der GP Joule Arena in Flensburg hat sie leibhaftig miterlebt. Genauso bemerkens- und sehenswert wie den Kampf samt Punktsieg fand Schäfer-Quäck übrigens auch Mutter Tutu Kiwitt. Sie hat vom Ringrand aus ebenfalls alles gegeben, damit ihr Sohn am Ende den Arm erheben kann. Mit dem Eintrag ins Goldene Buch steigt der 35-jährige Flensburger nun ebenso in die Boxstiefel der Klitschkos.

Am Rande verrät Freddy Kiwitt, dass die nächste Titel-Verteidigung bevorsteht: Am 13. Juni wird er wieder in Flensburg in den Ring steigen, dann in der Halle eines Busunternehmens. Und einen zweiten Kampf für dieses Jahr kündigt er an, am liebsten in Flensburg. Fleißig wie ein Bienchen arbeitet Kiwitt daran, seine Heimatstadt zu einer Box-Metropole zu machen. Er möchte etwas aufbauen, anständig und professionell, also fernab vom „Kirmesboxen“, für ein Publikum, das sich von der Box-Begeisterung anstecken lässt. Kiwitt erzählt von der „Mega-Arbeit“ solcher Events hinter den Kulissen, etwas, das „man nicht sieht“.

Flensburg-Botschafter und Vorbild für die Jugend

Susanne Schäfer-Quäck lobt zudem seine Vorbildfunktion; er verwende seine Popularität für die nachfolgenden Generationen und hat das Boxen für Kinder nach Flensburg gebracht. In seinem eigenen Gym in Weiche lernen die Knirpse vor dem ersten Schlag erst einmal die Defensive und, dass mindestens ein „Hallo“ oder wahlweise Moin und ein „Tschüss“ zu den Umgangsnormen zählen, berichtet der Familienvater. Dem ersten bevorstehenden Box-Kampf seiner eigenen Tochter Ende März sieht Freddy Kiwitt entsprechend gelassen entgegen.