Professionelle Haltung der Schulsozialarbeit


Soziale Arbeit basiert auf der Achtung vor dem besonderen Wert und der Würde aller Menschen und aus den Rechten, die sich daraus ergeben. Sozialarbeiter*innen wahren die körperliche, physische, emotionale und spirituelle Integrität und das Wohlergehen einer jeden Person. Diese professionelle Haltung zeigt sich unter anderem in folgenden Prinzipien:

Freiwilligkeit

Kinder, Jugendliche und Sorgeberechtigte werden in ihrer individuellen Autonomie ernst genommen und in ihrer Würde geachtet. Für den Erfolg der Arbeit ist es notwendig, Schüler*innen und die Sorgeberechtigten umfassend über das Hilfsangebot zu informieren. Anschließend können sie selbst entscheiden, ob die angebotene Hilfe für sie von Nutzen ist und sie diese annehmen möchten.

Vertraulichkeit

Das Gelingen von Sozialer Arbeit und somit auch von Schulsozialarbeit basiert auf Vertraulichkeit und auf vertraulichen Beziehungen. Daher unterliegen die Schulsozialarbeiter*innen der Schweigepflicht.

Lebensweltorientierung

Im Sinne einer lebensweltorientierten sozialen Arbeit wird das erweiterte familiäre und soziale Umfeld sowie die Gemeinde einbezogen. Das Konzept der Lebensweltorientierung beinhaltet im Wesentlichen folgende Grundprinzipien:

  • PRÄVENTION: Orientierung an positiven, lebenswerten und erwünschten Verhältnissen sowie rechtzeitige Hilfe zur Stabilisierung.
  • REGIONALISIERUNG: Anknüpfen an lokale Strukturen und kleinräumige Förder- und Unterstützungskonzepte.
  • ALLTAGSORIENTIERUNG: Ihre Lebenserfahrung wird respektiert, ihre Deutungsmuster werden angenommen, die Fähigkeiten zur Selbsthilfe werden unterstützt, niederschwellige Hilfsangebote aufgebaut und Aktivitäten gefördert.
  • PARTIZIPATION: Umfassende Teilhabe der Betroffenen am Hilfeprozess
  • INTEGRATION: Verstanden als Ziel, Prozesse der Ausgrenzung von Randgruppen zu verhindern.

Diversität, Inklusion und Chancengleichheit

Schulsozialarbeit trägt dazu bei, dass alle Kinder und Jugendlichen gleiche Chancen in der Bildung und gesellschaftlichen Integration haben. Mit ihrem diversitätsbewussten und inklusiven Arbeitsansatz bietet Schulsozialarbeit jungen Menschen Erfahrungs- und Handlungsräume, ihre individuellen Interessen, Potentiale und Ressourcen zu erkennen, selbstbestimmt zu entscheiden und zu handeln. In den Blick werden hierbei auch Wirkungen von Zuschreibungen und (struktureller) Diskriminierung genommen und gemeinsam wird nach Lösungswegen gesucht.