Soziale Angebote - Wir helfen
Bei allen Maßnahmen müssen wir die marginalisierten Gruppen und ihre Bedürfnisse im Blick behalten. Die Menschen, die sich vor Ort aufhalten, sind dabei nicht einer einzelnen Gruppe zuzuordnen. Somit müssen verschiedene Maßnahmen erstellt werden, um die verschiedene Personengruppen zu erreichen.
Grundsätzlich werden alle betroffenen Menschen von der Straßensozialarbeit angesprochen, um Angebote wie Beratung, Therapie und Versorgung zu vermitteln, aber auch um Austausch und Vernetzung zu gewährleisten.
Zur Minimierung der Fäkalien im öffentlichen Raum haben wir seit Anfang des Jahres eine mobile Toilette aufgestellt, die gut angenommen wird. Die Pflege der öffentlichen Toiletten unterhalb der Betonplattform ist Teil eines Pachtvertrags des anliegenden Bistros. Zu Beginn des Jahres 2026 trennt sich der Bistrobesitzer von der Südermarkt-Plattform, sodass neuer Raum für Ideen entsteht. Wir befinden uns aktuell in Gesprächen mit verschiedenen Akteuren, um die Südermarktplattform auch im in 2026 mit Leben zu befüllen.
Drogendealer- und Konsumenten
Dieser komplexe Themenbereich steht seit Jahren im Fokus unserer Bemühungen. Es gibt dazu einen ständigen Austausch mit der Landespolizei und den sozialen Einrichtungen. Wir prüfen weitere Maßnahmen, stoßen jedoch auf begrenzte Ressourcen. Senden Sie uns gerne Ihre Gedanken oder Ideen für einen Umgang mit dem öffentlichen Drogenkonsum.
Suchttherapeutische Angebote stehen für alle Menschen grundsätzlich zur Verfügung und werden auch proaktiv durch die Straßensozialarbeit sowie den Mitarbeitenden der Suchtberatung und der Straßentreffpunkte angeboten.
Unkontrollierter Alkoholkonsum »Trinkerszene«
Grundsätzlich ist es das Recht eines jeden Menschen an öffentlichen Orten Alkohol zu trinken. Der Südermarkt hat sich jedoch in der Vergangenheit als eine Art Treffpunkt etabliert woraufhin sich Anwohner*innen und andere unsicher oder unwohl fühlen. Einige der Menschen, die sich dort aufhalten, leiden unter einer Suchtkrankheit, weshalb die Straßensozialarbeit der erste Ansprechpartner der „Trinkerszene“ am Südermarkt ist. Um den kontinuierlichen und unkontrollierten Alkoholkonsum zu dezentralisieren, prüfen wir folgendes:
Einrichtung einer Trinkerhalle: Ein Ort, an dem sich die Zielgruppe treffen kann. Neben der Möglichkeit, hier Alkohol im geschützten Raum zu konsumieren, soll es Beratungsangebote geben. Erste Städte haben sehr gute Erfahrungen damit. Aktuell suchen wir nach einer passenden Immobilie in der Innen- oder Nordstadt. Falls Sie ein Objekt kennen, melden Sie sich gerne.
Tagesstruktur: Wir prüfen zudem die Einführung von freiwilligen, tagesstrukturierenden Maßnahmen. Das sind niederschwellige Arbeitsmöglichkeiten, bei denen kein Papierkram erforderlich ist und auch weiterhin Alkohol konsumiert werden kann. Auch hier gibt es sehr gute Erfahrungen aus Kiel und anderen Kommunen.
Wohn- und Obdachlosigkeit
In Flensburg leben je nach Jahreszeit ca. 20 Menschen auf der Straße. Und das, obwohl wir ausreichend Plätze in unseren Notunterkünften und Notwohnungen anbieten. Aber es gibt Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dort nächtigen wollen.
Schon heute gibt es zahlreiche Beratungsangebote (städtisch und bei freien Trägern), die umfängliche Beratung und auch Aufenthaltsmöglichkeiten über Tag bieten.
Der gemeinnütze Verein Little Home e.V. hat uns ein Little Home gespendet. So ein Little Home gilt als Ergänzung zum bestehenden Übernachtungsangebot für Wohnungslose. Diese Schlafkabinen bieten einen geschützten Raum und viel Individualität und werden von Menschen wahrgenommen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht die Notunterkünfte aufsuchen wollen. Der Verein hat uns auch die Baupläne zur Verfügung gestellt, sodass wir mit dem Jugendaufbauwerk weitere Little Homes bauen können. Selbstverständlich wird es hier auch eine Ansprache durch die Straßensozialarbeit geben, um fachliche Betreuung zu gewährleisten. Das Ziel ist es, wohnungslose Menschen einen Raum abseits der Innenstadt zu bieten und durch Eigenverantwortung und soziale Betreuung den Weg für eine eigene Wohnung einzuleiten.
Prävention: ganz wichtig ist, dass wir versuchen, im Vorfeld zu verhindern, dass Menschen obdachlos werden. Neben der individuellen Beratung, welche bereits erfolgt, brauchen wir mehr bezahlbaren Wohnraum in unserer Stadt. Das ist ein dickes Brett und bedarf kontinuierlicher Arbeit auf dem Wohnungsmarkt.
Psychisch auffällige Menschen
Menschen mit psychischen Erkrankungen sind für die Sozialarbeit häufig schwer zu erreichen. Diese Menschen haben aufgrund ihrer Erkrankung teilweise keine Krankheitseinsicht. Sie erhalten Hilfsangebote, haben aber auch das Recht, auf Therapieangebote zu verzichten. Eine Behandlung gegen den ausdrücklichen eigenen Willen erfolgt nur bei vorliegender akuter Selbst- und Fremdgefährdung und muss sowohl von Psychiatern als auch von Gerichten getroffen werden. Somit kann sich bei einigen Betroffenen die physische und psychische Gesundheit verschlechtern, ohne dass unsere Hilfsangebote sie erreichen.