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Wie arbeitet Schulsozialarbeit?

Schulsozialarbeit ist ein eigenständiges Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe. Die Schulsozialarbeit kooperiert eng mit der Schule vorrangig am Ort Schule. Kinder und Jugendliche werden im Prozess des Erwachsenwerdens begleitet und bei einer für sie befriedigenden und gelingenden Lebensbewältigung unterstützt. Dabei sollen ihre Kompetenzen zur Lösung von persönlichen und/oder sozialen Problemen gefördert werden. Um dies umzusetzen, arbeitet die Schulsozialarbeit in verschiedenen Arbeitsfeldern, die wir die 6 Säulen der Schulsozialarbeit nennen. Die Umsetzung ist nicht an jeder Schule gleich, sondern ist abhängig von den Bedürfnissen an der Schule und der Struktur des Sozialraumes. Entsprechend den im Kinder- und Jugendhilferecht formulierten Zielen wurden für die Schulsozialarbeit in Flensburg folgende Arbeitsgebiete entwickelt:

1. Beratung und Vermittlung von Hilfen

Schulsozialarbeiter*innen beraten im Einzelfall, um die hilfesuchende Person bei individuellen Problemen zu unterstützen und zu begleiten. Grundsätzlich geht es in der Beratung um das frühzeitige Erkennen von Bedarfslagen, um daran anschließend angemessene unterstützende Maßnahmen herzuleiten und anzubieten.

Beratung der Schüler*innen soll unter anderem die Bewältigungsstrategien erweitern, die Selbsthilfefähigkeit stärken und die sozialen Kompetenzen fördern.

Beratung der Sorgeberechtigten dient der Stärkung der Erziehungskompetenz sowie der Unterstützung bei der Bewältigung von Problem- und Konfliktsituationen in Schule und anderen Lebensbereichen (z.B. Kinderschutz, häusliche Gewalt, Erziehungsschwierigkeiten, Trennungsprobleme, Schulabwesenheit, Sucht).

Beratung der Lehrkräfte bezieht sich auf die Unterstützung bei Klassenkonflikten oder Krisensituationen in Schulklassen. Außerdem vermitteln Schulsozialarbeiter*innen bei Konflikten zwischen Schüler*innen, zwischen Lehrkräften und Schüler*innen oder zwischen Eltern und Lehrkräften.

Die Beratung der Schulsozialarbeit in Flensburg mit Schüler*innen, Sorgeberechtigten oder Lehrkräften ist vertraulich und immer freiwillig. Was besprochen wird, bleibt unter uns, bis etwas anderes vereinbart wird.

Neben der eigenen Beratung vermittelt Schulsozialarbeit auch Hilfen durch externe spezifische Fachkräfte außerhalb der Schule. Schulsozialarbeit hat somit eine Schnittstellenfunktion zwischen Schule und den externen Institutionen und begleitet bei Bedarf Eltern und Schüler*innen zu entsprechenden Stellen.

Bei Bedarf nehmen Schüler*innen einfach Kontakt zur Schulsozialarbeit auf. Nach Absprache mit der zuständigen Lehrkraft können sie für diese Zeit vom Unterricht freigestellt werden.

2. Sozialpädagogisches Handeln mit Klassen und Gruppen

Sozialpädagogisches Handeln mit Gruppen und Klassen zielt darauf ab, dass Schüler*innen Teamfähigkeit und ethisch angemessenes Verhalten in Gruppen erlernen. Sie eignen sich Normen, Werte und einen dementsprechend angemessenen Umgang mit Konflikten an. Die Schüler*innen lernen neue Bewältigungsstrategien kennen und sollen dadurch ihre Handlungsalternativen erweitern.

Sozialpädagogischen Handeln mit Gruppen und Klassen soll Schüler*innen zur Partizipation (Beteiligung) am Schulleben anregen. Sie erfahren Teilhabe und können aktiv an einem positiven Schulklima mitwirken.

Sozialpädagogisches Handeln mit Gruppen und Klassen der Schulsozialarbeit wird teilweise je nach Bedarf schulübergreifend und auch durch das Einbeziehen von Lehrkräften und externer Fachkräfte durchgeführt, um die Angebote nachhaltiger und effektiver zu gestalten.

3. Mitwirkung bei der Koordination von freizeitpädagogischem Handeln

Die Koordination von außerschulischen Angeboten und Nachmittagsbetreuung am Ort Schule in Flensburg wird an Grundschulen und an weiterführenden Schulen im Rahmen des offenen Ganztags durchgeführt und an dänischen Schulen durch Freizeitheime übernommen. Schulsozialarbeit arbeitet mit den pädagogischen Fachkräften dieser Angebote zusammen.

Je nach Bedarf und Interessen der Kinder und Jugendlichen ergänzt Schulsozialarbeit diese Angebote durch andere geeignete freizeitpädagogische Angebote an Schule und nutzt dazu ihre Vernetzung zu anderen externen Institutionen.

Die Angebote werden im Stadtteil eingebunden, wodurch sich auch schulübergreifende Kooperationen ergeben können.

In den Frühjahrs- und Herbstferien bietet Schulsozialarbeit Ferienaktionen an, um den Schüler*innen die Teilhabe an gesellschaftlichen und kulturellen Angeboten zu ermöglichen. Die Schüler*innen werden in die Planung der Freizeitangebote eingebunden (Partizipation).

4. Mitwirkung an der Schulentwicklung

Gemäß dem Bundesjugendkuratorium ist „Bildung […] ein umfassender Prozess der Entwicklung und Entfaltung derjenigen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Menschen in die Lage versetzen, zu lernen, Leistungspotenziale zu entwickeln, kompetent zu handeln, Probleme zu lösen und Beziehungen zu gestalten. Junge Menschen in diesem Sinne zu bilden, ist nicht allein Aufgabe der Schule“

https://bundesjugendkuratorium.de/presse/bildung-ist-mehr-als-schule.html 

Schulsozialarbeit der Stadt Flensburg arbeitet in diesem Sinne u.a. in schulischen Gremien und am Schulprogramm mit und beteiligt sich aktiv an der Schulentwicklung sowie der Realisierung einer neuen Lern- und Schulkultur.

Dazu gehört die Mitarbeit an einer lösungsorientierten Konfliktkultur ebenso wie die Durchführung von Motto-Wochen, Projekttagen und Schulveranstaltungen.

Schulsozialarbeit setzt sich für die Ideen und Wünsche der Schüler*innen ein und unterstützt deren Umsetzung.

5. Übergänge gestalten

Schulsozialarbeit will zu einem gelingenden Übergang von der Kindertagesstätte zur Grundschule, der Grundschule zur weiterführenden Schule sowie in den Beruf beitragen.

Schulsozialarbeit begleitet Kinder und Jugendliche bei Übergängen, damit sie gut an ihrem neuen Bildungsort ankommen, sich sicher fühlen und Schwellenängste abbauen können.

Dafür ist Schulsozialarbeit in engem Zusammenwirken mit der Schule gut und breit vernetzt und steht im Kontakt mit den jeweiligen Kindertageseinrichtungen, Schulen, Beratungsstellen und anderen Institutionen.

6. Gemeinwesen und Netzwerkarbeit

Im Sinne einer lebensweltorientierten sozialen Arbeit wird das erweiterte familiäre und soziale Umfeld einbezogen.

Im Rahmen einer Gemeinwesen- und Vernetzungsarbeit kooperiert die Schulsozialarbeit zum Wohle der Kinder und Jugendlichen mit Institutionen des jeweiligen Stadtteils/Sozialraumes und darüber hinaus mit weiteren Institutionen der Stadt, die für die Arbeit mit den Schüler*innen relevant sein können.

In Flensburg besteht für Kinder und Jugendliche sowie für deren Familien ein breites Unterstützungsangebot. Das besondere Vermittlungspotential der Schulsozialarbeit besteht darin, dass sie einerseits mit den Rahmenbedingungen der Kinder und Jugendlichen vertraut ist (z.B. Wohn-, Schul- und ökonomische Situation, Freundeskreis) und andererseits die vielfältigen Unterstützungsangebote mit ihren spezifischen Zielen kennt. So kann Schulsozialarbeit Schüler*innen und deren Familien und Angehörige sowie Lehrkräfte und Schulleitungen mit den jeweils passenden Hilfsangeboten verknüpfen.


Ausführlichere Informationen dazu im Konzept »Schulsozialarbeit in Flensburg«