Toosbüystraße
Die heutige Toosbüystraße war ehemals ein Kerbtal im westlichen Fördehang – gebildet durch die Glimbek – ein Bachlauf, der die Plateaufläche um das heutige Finanzamt in die Förde entwässerte.
Die Toosbüystraße entstand um 1900 unter Auffüllung eines Teils des Talraumes mit Erdmassen aus dem gleichzeitig angelegten Stadtpark. Sie hieß zunächst Harmoniestraße – genannt nach der Harmoniegesellschaft. Am 31. August 1900 erhielt sie dann ihren Namen nach dem Flensburger Oberbürgermeister Wilhelm Friedrich Christian Toosbüy (1831 – 1898).
Auf der Südseite dieses Straßenzuges stehen 3- und 4-geschossige Wohn- und Geschäftshäuser im Jugendstil. Auf der Nordseite der Straße reicht die Häuserreihe von der Norderstraße bis knapp zur Hälfte der gesamten Straßenlänge.
Der Nordhang dieses ehemaligen Kerbtales wurde in Ergänzung mit Sicherungsarbeiten des Hanges zu einer repräsentativen Anlage umgestaltet. Hierdurch wurde auch der Bereich des Schlosswalles/Burgfrieds als so genannte „Flensburger Krone“ betont.
Geschwungene Wege mit einzelnen Treppenstufen durchzogen das L-förmige Areal, dessen Rasenabschnitte mit Sträuchern und Blumenrondellen besetzt waren und das mit Baumreihen entlang der Straßen am Burgfried und am Schlosswall an der Oberkante des Hanges abschloss. Das Wegenetz blieb zum Teil erhalten, so auch der Steinwall an der östlichen Böschung. Die Hangsohle an der Toosbüystraße erhielt in den 70er Jahren eine neue Einfassung.
Die Toosbüystraße ist seit ihrer Entstehung bis heute eine der Prachtstraßen von Flensburg. Insgesamt weisen die von der Formenstraße des ausgehenden Historismus und des Jugendstils geprägten Fassaden eine Fülle gestalterisch vorzüglicher Details auf, beispielsweise Fachwerkgiebel, stark vorspringende Erker, Balkone und Loggien sowie vielfältigen Stuckdekor.