Landschaftspark Twedter Mark

Die Straße Twedt wurde 1968 nach dem kleinen, seit dem 15. Jahrhundert urkundlich nachweisbaren Wohnplatz benannt. Dessen Namen trug auch die spätere Landgemeinde, die sich bis zur Eingemeindung 1910 von der Förde bis Tarup zwischen Twedter Holz und Engelsby erstreckte. Der Name Twedt bedeutet Rodung. Somit leiten sich von dem Namen die folgenden Ortsbezeichnungen ab: Twedter Berg, Twedter Feld, Twedter Holz, Twedter Lücke, Twedter Mark, Twedter Plack, Twedter Strandweg und Twedter Tal.

Twedter Mark wird erstmals als Flurname 1797 genannt. Die städtische Benennung erfolgte am 04.07.1957. Mark stammt aus dem germanischen Sprachbereich und meint schon seit dem Althochdeutschen „Grenze“, Grenzland. Es bezeichnet auch das Gesamteigentum einer Gemeinde an Grund und Boden.

Der gesamte nordöstliche Bereich des heutigen Stadtgebietes wurde mit der Entwicklung der Marineschule ab 1910 eingemeindet. Die große Entwicklung von Mürwik ergab sich vorrangig mit den Auswirkungen des 2. Weltkrieges und mit der wieder aufgebauten Bundeswehr auch im Marinestützpunkt Mürwik.

Nördlich der Marineschule blieb eine Plateaufläche erhalten, die durch die Besiedelung und Entwicklung dieses Ortsteiles nicht in Anspruch genommen wurde. So konnte die Stadt Flensburg Anfang der 70er Jahre hier die letzte größere landschaftlich geprägte Parkanlage entwickeln: Landschaftspark Twedter Mark. Die ehemaligen landwirtschaftlichen Nutzungen können auch heute noch durch die offenen Bereiche nachvollzogen werden mit den jeweiligen Abgrenzungen ehemaliger Haine, Knicks usw. Plateauflächen nahmen in der kriegerischen Auseinandersetzung auch Flakstellungen auf. Die große Flüchtlingsbewegung verursachte auch die Erstellung von Flüchtlingslagern in diesem Bereich: Mützelburglager.

Die Besonderheit dieser Landschaftseinheit liegt in der Abgeschlossenheit des Ortsteiles und durch den typischen Fördehang als inaktiver Steilhang. Inaktiv bedeutet in dieser Beziehung keine Abbrüche durch Wellenschlag der Förde.

Der Strandabschnitt in diesem Teil des Landschaftsparkes ist auch der einzige naturnahe Fördeuferbereich. Hier halten sich zu den Vogelzügen diverse Vogelarten auf.

Das Ostseebad im nördlichen Stadtgebiet auf dem Westufer entstand 1873. In ähnlicher Weise wie die entstehenden Ostseebäder in Mecklenburg-Vorpommern sollte auch in Flensburg ein Strandbad entstehen. So plante der Arzt Peter Henningsen ab 1872 aus medizinischen Gründen diese Anlage mit einer heute noch vorhandenen Seebrücke. Ein Steg mit 40 Kabinen war zentraler Anlaufpunkt des Bades. Auf der Höhe in der Achse des Ostseebadweges wurde 1878 eine Gastwirtschaft erbaut (1974 abgebrochen). Der erwartete Erfolg des Bades stellte sich jedoch nicht ein. So wurde das Gelände 1880 an die Stadt verkauft. Diese investierte in den nachfolgenden Jahren nochmals in die Gartenanlagen. Die Erweiterungspläne der Werft ab 1897 führten jedoch dazu, dass das Ostseebad weiter nach Norden verlegt werden musste.