Invasive gebietsfremde Arten

Invasive gebietsfremde Arten sind eingeführte Pflanzen und Tiere, die ursprünglich nicht bei uns vorkommen und sich nun stark ausbreiten. Sie können heimische Arten verdrängen, Lebensräume verändern und Schäden in der Natur oder an Bauwerken verursachen. Beispiele sind der Japanische Staudenknöterich oder der Riesen-Bärenklau.

Unser Ziel ist, die Ausbreitung dieser Arten zu verhindern und die Natur zu schützen. Dabei setzen wir auf Information, frühzeitiges Handeln und Ihre Mithilfe.

Mehr Informationen, Hinweise zu einzelnen Arten und rechtliche Grundlagen zum Thema finden Sie im Bereich Umwelt und Naturschutz des Landesportals Schleswig-Holstein.

Japanischer Staudenknöterich in Flensburg - 
Das können Sie als Grundstücksbesitzer tun

Der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) und verwandte Arten haben sich – wie in ganz Deutschland – auch in Flensburg stark ausgebreitet. Die Pflanzen kommen an Wegrändern, auf Brach- und Grünflächen oder im Uferbereich vor. Eine vollständige Beseitigung aller Bestände ist kaum noch möglich. Wichtig ist deshalb, die Ausbreitung zu stoppen.

Was macht die Naturschutzbehörde?

  • Schwerpunkt: Schutz sensibler Bereiche wie Schutzgebiete und geschützte Biotope
  • Verhältnismäßig: Maßnahmen werden nach pflichtgemäßem Ermessen verhältnismäßig ausgestaltet
  • Zusammenarbeit: Bei öffentlichen Verkehrs-, Grün- oder Uferflächen ist das TBZ zur Ortsbegehung und Beurteilung betrieblicher Maßnahmen einbezogen

Wie können Eigentümer helfen?

Jede Fläche zählt. Mit gezielten Maßnahmen können Sie verhindern, dass sich die Pflanze weiter ausbreitet.

Warum ist Handeln wichtig?

  • Sehr schnelle Ausbreitung: Schon kleinste Stücke von Wurzel oder Stängel können neue Pflanzen bilden.
  • Je länger zugewartet wird, desto größer werden die Bestände – und desto aufwendiger wird die Bekämpfung.
  • Weniger Artenvielfalt: Dichte Bestände lassen durch Wurzel- und Lichtkonkurrenz kaum andere Pflanzen zu.
  • Folgen für Tiere: Nahrungspflanzen spezialisierter Insekten werden verdrängt.
  • Veränderung von Lebensräumen: Struktur und Artenzusammensetzung der betroffenen Ökosysteme ändern sich stark.

So erkennen Sie den Staudenknöterich

  • Höhe: meist 3 bis 4 Meter
  • Stängel: hohl, bambusartig, oft mit roten Sprenkeln, vertrocknen im Winter
  • Blätter: herzförmig, bis etwa 20 cm lang
  • Wurzeln (Rhizome): weitreichend, können bis in 2 m Tiefe liegen

Wichtigste Grundregel: Keine Verschleppung!

  • Keine Pflanzenteile oder belastete Erde in Kompost, Biotonne oder in die Natur geben.
  • Entferntes Material über den Restmüll entsorgen (Verbrennung). Bis zur Abholung in verschlossenen Säcken oder abgedeckt lagern.

Empfohlene Maßnahmen auf Privatgrundstücken

Grundprinzip: Mehr Biomasse entfernen, als neu gebildet wird - und konsequent über Jahre dranbleiben!

1. Kleine, neue Vorkommen

  • Triebe frühzeitig mit Spaten ausstechen oder herausziehen – möglichst mit Wurzelstücken.
  • Alle 2–4 Wochen kontrollieren und Neuaustriebe entfernen.
  • Dicht wachsende Gräser einsäen, um zu beschatten.

2. Mittlere Bestände

  • Regelmäßig schneiden oder mähen (mindestens 8–10 Mal pro Saison), jeweils bei etwa 30–40 cm Neuaustrieb.
  • Mähgut aufnehmen und über den Restmüll entsorgen.
  • Über mehrere Jahre konsequent fortführen.

3. Große oder schwer zugängliche Bestände

  • Fachfirma beauftragen:
    • Tiefes Auskoffern/Ausbaggern mit gesicherter Entsorgung (sehr aufwendig, aber sofort wirksam).
    • Abdecken mit robustem Geotextil/Vlies über mehrere Jahre; Ränder sorgfältig sichern und Fläche begrünen.