Führung auf Deutsch und Englisch: Fräulein Zukertort und die private Mädchenbildung in Flensburg. Treffpunkt: Am Maskenbrunnen (neben dem Sparkassengebäude, Südergraben 8)
- 15:00 Uhr - 16:00 Uhr: Führung durch Rachel Calladine, Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Flensburg.
„Fräulein“ Marie Antonie Amalie Zukertort war 43 Jahre alt, als sie 1896 nach Flensburg kam, um die Private Höhere Mädchenschule von Louise Johannsen im Südergraben zu übernehmen. Die Schulleiterin, die aus einer jüdischen Familie aus Petrikau in Polen stammte, machte sich bald daran, neue Räumlichkeiten zu finden – keine leichte Aufgabe bei fast 300 Schülerinnen. Ungenutzte Speicher in Hinterhöfen, ehemalige Wohngebäude sowie eigens errichtete Schulgebäude wurden genutzt. Ihr ehrgeizigstes Schulbauprojekt wurde jedoch nie verwirklicht; die Baugenehmigung wurde ihr verweigert. Nachdem sie ihre Schule samt Inventar und Bibliothek 1912 an die Stadt Flensburg verkauft hatte, gründete sie am Südergraben eine private Berufsschule für Frauen.
Die Bildungslandschaft in Flensburg wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert stark von Privatschulen geprägt. Viele bürgerlichen Familien in Flensburg schickten ihre Töchter auf die Privatschulen, die ein dichtes Netzwerk bildeten, insbesondere im Bereich um die Große Straße, den Nordergraben und den Südergraben. Viele dieser ehemaligen Schulgebäude stehen noch heute, wobei die meisten inzwischen zu Wohnungen umgebaut wurden. Während die städtischen Schulgebäude im Stadtbild sehr präsent sind, sind die zahlreichen privaten Schulgebäude fast vollständig in Vergessenheit geraten.
Der Spaziergang führt an allen Schulen von Zukertort vorbei und weist zudem auf die zahlreichen Bildungseinrichtungen hin, die um 1900 den Nordergraben und den Südergraben säumten.