Stiftungsland Schäferhaus
Das heutige Stiftungsland Schäferhaus ist aus dem ehemaligen Standortübungsplatz der Briesenkaserne Weiche (heute Gartenstadt Weiche) entstanden. Im Rahmen des Abzugs der Bundeswehr aus Flensburg war von den drei Gemeinden Handewitt, Harrislee und Flensburg zu entscheiden, in welche Richtung die zukünftige Nutzung dieses Militärgeländes gehen sollte. Im Rahmen eines interkommunalen Projektes haben sich diese drei Gemeinden in Ausübung ihrer jeweiligen Planungshoheit entschieden, aufgrund der Naturausstattung das Gesamtgelände von rd. 571 ha (Südteil ca. 107 ha, Nordteil ca. 464 ha) der Flächennutzung „Natur“ zu überlassen. Somit ergab sich hier das erste inter-kommunale Projekt für den Naturschutz.
1998 hat die landeseigene Stiftung Naturschutz die überwiegenden Flächen vom Bund erworben, um das Areal im Sinne der vorgenannten Zielsetzung für den Arten- und Biotopschutz sowie insbesondere als Grundwasser-Schongebiet zu sichern. Das Ziel der Entwicklung soll die Erhaltung und Förderung „einer halboffenen Weidelandschaft“ zum Wohle der dort lebenden Pflanzen und Tiere sein. Eine naturverträgliche Erholung auf vorhandenen Wegetrassen des ehemaligen Standortübungsplatzes bot sich hier an.
Die unbelasteten trockenen und mageren sowie nährstoffarmen Sanderflächen erzeugen ein hohes Grundwasseranreicherungsvermögen zur Sicherung und Auffüllung des Flensburger Trinkwasserspeichers in 400 m Tiefe. Große weite offene Flächen mit eingestreuten Gehölzen, Gebüschgruppen und kleine Wäldern dokumentieren einen Landschaftstypus, der in Schleswig-Holstein vor der Verkoppelung (ab 1770) in eigentümlicher Weise vorhanden war. Damit ist hier die einzige große und zusammenhängende Fläche in Schleswig-Holstein vorhanden, an der man die Landschaft Schleswig-Holsteins nach der Eiszeit wieder erleben kann.
Die kulturhistorischen Nutzungen der Landschaft und Landwirtschaft mit Knicks, Koppeln usw. waren vorhanden und sind durch die militärische großflächige Nutzung fast wieder verschwunden, sodass der vorgenannte Landschaftstypus entstanden ist.
Die Erhaltung und Förderung dieser großen Flächen ist nur möglich durch eine extensive Beweidung mit so genannten Robust-Rindern (hier: Galloway-Rinder). Diese Beweidung erhält einerseits den Landschaftstypus und vollzieht andererseits die frühere Nutzung mit Großherbivoren (große Pflanzenfresser). Einer dieser ehemaligen großen Pflanzenfresser ist in einem Holzmodell auf der Westseite des Nordteiles im Stiftungsland dargestellt: Großwildskulptur: Waldelefant.
Insbesondere im Nordteil finden sich auch Reste der ehemaligen Besiedelung wieder: Hügelgräber am Ihlsee. Gleichzeitig enthält dieser Natur-Großraum auch ehemalige Verkehrstrassen wie den Ochsenweg/Heerweg/Margarethendamm/Friesenweg usw.
Der Südteil des Stiftungslandes ist Teil des europäischen Naturnetzes „Natura 2000“.
Bereits nach wenigen Jahren der extensiven Bewirtschaftung ergibt sich das Wiederfinden von ehemals ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten. Die Vielfalt des Gebietes ist auf diesem Geest-Sanderrücken durch insbesondere kleine und niedere Pflanzen zu begründen und der damit verknüpften Tierwelt.