Oft gesucht:

Klimaschutz

Auf der folgenden Seite möchten wir Sie über den Klimaschutz in der Stadt Flensburg – der Stadt des Klimapakts – informieren.
Was haben die Mitglieder des Klimapakt Flensburg e.V., die lokalen Institutionen und Unternehmen, die Bürgerinnen und Bürger und die Stadt Flensburg bereits erreicht? Wie kann eine ganze Stadt bis zum Jahr 2050 CO2-neutral werden und was ist für die nächsten Jahre konkret geplant, um den Klimaschutz weiter voranzubringen?


Flensburg auf Klimakurs

Eine Stadt macht sich stark für den Klimaschutz!

Der Klimapakt Flensburg e.V. und die Stadt Flensburg als eines der Gründungsmitglieder haben sich das Ziel gesetzt, für Flensburg bis zum Jahr 2050 die CO2-Neutralität zu erreichen. Um dieses ambitionierte langfristige Ziel Wirklichkeit werden zu lassen, ist es erforderlich, durch geeignete Maßnahmen die Treibhausgasemissionen in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens kontinuierlich zu senken.

Die Stadt des Klimapakts

Für den Klimaschutz ziehen Flensburger Unternehmen, Institutionen und öffentliche Einrichtungen an einem Strang. Im Jahr 2008 wurde der Klimapakt Flensburg e.V. gegründet. Dieser einmalige Zusammenschluss umfasst bereits 17 lokale Akteure und mehrere Fördermitglieder. Die Mitglieder verfolgen das Ziel der CO2-Neutralität durch aktives Handeln in ihrem Einflussbereich und setzen sich mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit dafür ein, mehr Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Unternehmen zum Mitmachen für den Klimaschutz zu begeistern.
Die Stadt Flensburg ist Gründungsmitglied des Klimapakt Flensburg. Bürgermeister und Stadtverwaltung machen sich seit der ersten Stunde durch eine intensive Begleitung der Initiative und durch Umsetzung geeigneter Maßnahmen stark für den Klimaschutz.

Wo stehen wir heute?

Seit Gründung des innovativen Zusammenschlusses wurden bereits erste wichtige Schritte unternommen. Diese reichen von einer Bestandsaufnahme des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen hin zur Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzepts und dem Start der Umsetzung erster richtungsweisender Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen des Projekts „Masterplan 100 % Klimaschutz“.

Integriertes Klimaschutzkonzept

In dem 2011 erarbeiteten integrierten Klimaschutzkonzept wird ein gangbarer Weg aufgezeigt, dass das Flensburger Ziel erreicht werden kann. Unter Beteiligung von rund 200 ExpertInnen und BürgerInnen wurde im Rahmen von 16 Workshops ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, der für alle Sektoren geeignete Handlungsoptionen aufzeigt. Die definierten Maßnahmen wurden bereichsübergreifend abgestimmt und stellen daher aus heutiger Sicht den optimalen Weg zur CO2-Neutralität dar.

Masterplan 100 % Klimaschutz

Am 07. Mai 2012 haben Vertreter Flensburgs aus den Händen des damaligen Bundesumweltministers Dr. Röttgen eine Auszeichnung zur Würdigung des besonderen Engagements für den Klimaschutz entgegengenommen. Anlass dieser Würdigung war die Bewilligung der Förderung im Rahmen des neuen bundesweiten Programms „Masterplan 100 % Klimaschutz“ der nationalen Klimaschutzinitiative. Flensburg gehört zu den 19 Vorreitern für lokalen Klimaschutz in Deutschland!
Die Förderung bedeutet für den Klimapakt und die Stadt Flensburg frischen Rückenwind und eine große Unterstützung bei dem Vorhaben, die Maßnahmen des integrierten Klimaschutzkonzepts anzupacken und umzusetzen.

Die Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzepts sowie das Projekt Masterplan "100 % Klimaschutz in Flensburg" werden gefördert durch die Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums.

Warum Klimaschutz in Flensburg?

Wir sind in der Verantwortung

Spätestens seitdem der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) im Jahr 2007 seinen vierten Sachstandbericht zu den Ursachen, Auswirkungen des Klimawandels veröffentlicht hat, steht außer Zweifel, dass die Menschheit ganz erheblich zur Veränderung des Weltklimas beiträgt. Der Bericht zeigt auch, dass ohne eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 katastrophale Folgen drohen. Aus den heute vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen wird klar, dass möglichst rasch und zielgerichtet gehandelt werden muss.
Sollten die Treibhausgasemissionen weltweit auch über das Jahr 2050 hinaus weiter zunehmen, könnte dies zur Folge haben, dass ein Anstieg des Meeresspiegels von bis zu 7 Metern eintritt. Auch wenn dieser Anstieg mehrere hundert Jahr dauern würde, so wäre die durch unser gegenwärtiges Handeln hervorgerufene Entwicklung nicht mehr umkehrbar.

Lokales und direktes Handeln

Die Klimapolitik auf der gesamtstaatlichen und überstaatlichen Ebene wird derzeit mit dem Ziel vorangetrieben, die globalen Emissionen bis zum Jahr 2050 zu halbieren. Dabei wird es notwendig sein, dass die Emissionen der Industrieländer wie Deutschland um mindestens 80 % reduziert werden. Die Bundesregierung hat sich öffentlich dafür ausgesprochen und arbeitet darauf hin, dass dieses Ziel von allen großen Industrieländern der Welt unterstützt wird.
Auch wenn nationale und internationale Politiken für die angestrebte Entwicklung maßgebend sind, so ist es doch sehr wichtig, dass Klimaschutzmaßnahmen auf der kommunalen Ebene mit Engagement initiiert und umgesetzt werden. Nur hier sind alle wichtigen Akteure direkt ansprechbar und nur auf der kommunalen Ebene lassen sich die notwendigen Aktivitäten in allen Teilbereichen erfolgreich koordinieren und zu einem widerspruchsfreien Gesamtkonzept zusammenfügen.

Was wäre wenn wir nichts unternehmen?

In einer vorangegangenen Studie hat die Universität Flensburg untersucht, wie sich der Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen in Flensburg bis zum Jahr 2050 ohne weitere Anstrengungen bezüglich des Klimaschutzes entwickeln würden. In diesem 'Business-as-Usual-Szenario' werden lediglich die Auswirkungen jener Vorgaben aus der Politik zur Verbrauchs- und Emissionsreduzierung beachtet, die bereits bis heute beschlossen worden sind.
Ohne weitere Maßnahmen sinken die Treibhausgasemissionen in Flensburg von ca. 1 Mio. t CO2 im Jahr 1990 um 20 % auf 0,8 Mio. t CO2 im Jahr 2050. Um die dramatischen Folgen des Klimawandels zu verhindern, müssen die Industrienationen ihre CO2-Emissionen hingegen um mindestens 80 % reduzieren.

Gutachten Business-As-Usual Szenario (PDF, 608 KB)

 

Die Ergebnisse dieser Prognose verdeutlichen, dass die bisherigen Anstrengungen zur Senkung des Energieverbrauches und der CO2-Emissionen bei weitem nicht ausreichen. Das Ziel des Klimapakt Flensburg e.V., bis zum Jahr 2050 CO2-Neutralität zu erreichen, wird ohne umfassende und koordinierte Klimaschutzmaßnahmen nicht zu erreichen sein.

Energieverbrauch und CO2-Emissionen

Bestandsaufnahme

In einem Gutachten ermittelte die Universität Flensburg für jeden Bereich der Stadt (Haushalte, Verkehr, Gewerbe, öffentliche Liegenschaften und Industrie) den jeweiligen Energieverbrauch und die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen. Insgesamt werden in Flensburg derzeit ca. zwei Millionen Kilowattstunden Energie verbraucht und dadurch rund eine Million Tonnen CO2-Äquivalent (11,0 Tonnen CO2 pro Kopf) verursacht.

Gutachten Status-Quo (PDF, 1.015 KB)

Energie- und CO2-Bilanz

Die Flensburger Treibhausgasemissionen verteilen sich wie folgt auf die verschiedenen Sektoren (hier sind die Emissionen des Jahres 2009 dargestellt):

 

Die folgenden Tabellen geben einen Überblick über die Entwicklung des Energiebedarfs und der Treibhausgasemissionen in Flensburg seit dem Jahr 1990.

Tabelle 1: Endenergieverbrauch in Flensburg in MWh/Jahr:
Sektor199020062009
Haushalte 690.000 700.000 690.000
Industrie 510.000 350.000 310.000
Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) 350.000 370.000 350.000
Verkehr 600.000 670.000 710.000
SUMME 2.150.000 2.090.000 2.060.000


Tabelle 2: Treibhausgasemissionen in Flensburg in Tonnen CO2-Äquivalent/Jahr:

Sektor199020062009
Haushalte 360.000 370.000 370.000
Industrie 260.000 200.000 180.000
Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) 240.000 230.000 210.000
Verkehr 190.000 210.000 230.000
SUMME 1.050.000 1.010.000 990.000

Und was bedeutet das für mich?

Der direkte Energieverbrauch der Flensburger Bürgerinnen und Bürger resultiert aus der Beheizung und Stromversorgung privater Wohnungen sowie aus der Nutzung von privaten Kraftfahrzeugen, Bussen und Taxen. Im Durchschnitt verbrauchte jede FlensburgerIn im Jahr 2009 ca. 16.000 kWh an Energie. Dies entspricht jährlichen Energiekosten von fast 2.000 € pro Kopf!
Pro Jahr ist eine FlensburgerIn damit verantwortlich für ca. 11 Tonnen CO2-Emissionen! Das ist fast dreimal so viel wie die Pro-Kopf-Emissionen Chinas und fast zehnmal so viel wie im Schwellenland Indien!

Integriertes Klimaschutzkonzept

Der Weg zur CO2-Neutralität im Jahr 2050

Zwischen Oktober 2010 und September 2011 wurde im Auftrag der Stadt Flensburg und mit Unterstützung des Klimapakt Flensburg e.V. das integrierte Klimaschutzkonzept für die Stadt Flensburg erstellt.
Gefördert wurde das Vorhaben aus den Mitteln der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums sowie durch die finanzielle Unterstützung des Klimapakt Flensburg e.V. und der Stadt Flensburg. Das Klimaschutzkonzept wurde im Dezember 2011 der Flensburger Öffentlichkeit präsentiert. Die Studie zeigt, dass es für Flensburg möglich sein wird, bis zum Jahr 2050 das Ziel der CO2-Neutralität zu erreichen.
Im integrierten Klimaschutzkonzept wurden sämtliche Sektoren der Stadt detailliert und übergreifend betrachtet: Haushalte, Verkehr, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, Industrie sowie Energieversorgung.
In Form eines detaillierten Handlungsplanes macht das Konzept den aus heutiger Sicht bestmöglichen Weg zur CO2-Neutralität deutlich. Es wird aufgezeigt, wer (welche Akteure oder Bevölkerungsgruppen?) wann (zu welchem Zeitpunkt bis zum Jahr 2050?) wie (durch die Umsetzung welcher Maßnahmen?) zur Zielerreichung beitragen kann.

 

Welche Kriterien wurden beachtet?

Um entscheiden zu können, welche Kombination aus Maßnahmen für Flensburg den optimalen Weg darstellt, war es zunächst einmal notwendig, wichtige Bewertungskriterien für die identifizierten Maßnahmen aufzustellen. Das zu entwickelnde Konzept erfüllt die folgenden Kriterien:

1) Die entwickelten Maßnahmen sind langfristig unter Berücksichtigung aller Kosten gegenüber einer fossilen Energieversorgung wirtschaftlich und gewährleisten eine hohe Versorgungssicherheit.

2) Eine enge Vernetzung der Maßnahmen in einem sektorübergreifenden Zusammenhang ermöglichte die Entwicklung eines stimmigen und damit für die Gesamtheit der Akteure optimalen integrierten Gesamtkonzepts.

3) Der Entwicklung des Konzepts wurde von Anfang an eine hohe Unterstützung durch die Bevölkerung und der ansässigen Unternehmen und Institutionen zuteil. Durch die Einbindung von knapp 200 Workshopteilnehmern aus 50 Unternehmen und Einrichtungen wurde verhindert, dass ein extern entwickelter Plan ohne die Einbindung der relevanten Akteure „übergestülpt“ wurde.

4) Die Umsetzung des Maßnahmenplans kann nach der Festlegung der entsprechenden Maßnahmen im Klimaschutzkonzept beginnen und unter der Einbindung aller beteiligten Akteure erfolgen. Die Erfahrung und das Know-How aller relevanten Gruppen kann dabei genutzt werden.

 

Es wurden im Rahmen der Konzepterstellung insgesamt 16 thematische Workshops durchgeführt. Die Ergebnisse wurden dokumentiert, sektorübergreifend zusammengefasst und als wichtigste Basis für die Ausgestaltung des Maßnahmenkatalogs genutzt.

 

Die wichtigsten Maßnahmen

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die wichtigsten Maßnahmen zur Erreichung der CO2-Neutralität im Jahr 2050 und die bei deren Umsetzung zu erwartende Einsparung:

MaßnahmeEinsparung / Wirkung
Energieversorgung: Ersatz alter Kessel und kontinuierliche Steigerung des Anteils CO2-neutraler Brennstoffe von ca. 550.000 t CO2
Haushalte: Steigerung der Sanierungseffizienz und Anhebung der Sanierungsrate von 40 % des Fernwärmebedarfs der Haushalte
Haushalte: Ersatz ineffizienter Altgeräte durch energiesparende Neugeräte von 45 % des Strombedarfs der Haushalte
Industrie: Energieeffizienzmaßnahmen und Verbrauchsreduzierungen von 10 % des Strombedarfs, Halten des Status-Quo beim Wärmebedarf
Gewerbe, Handel & Dienstleistungen: Energieeffizienzmaßnahmen und Verbrauchsreduzierungen von 30 % des Strombedarfs und 25 % des Fernwärmebedarfs in diesem Bereich
Öffentliche Liegenschaften: Energetische Gebäudesanierung und Mitarbeiterfortbildungen von 25-35 % des Fernwärmebedarfs der öffentlichen Liegenschaften
Individualverkehr: Betrieb eines Carsharing-Angebotes Vermeidung unnötiger Autofahrten bei verstärkter Nutzung von Rad, Bus und Bahn
Individualverkehr: Elektro-Autos mit Strom aus erneuerbaren Energien von ca. 62 % des Energiebedarfs der Fahrzeuge
ÖPNV: Einführung von Elektrobussen mit Strom aus erneuerbaren Energien von 100 % der CO2-Emissionen in diesem Bereich
ÖPNV: Umsetzung der anspruchsvollen Ziele des Regionalen Nahverkehrsplanes Verdoppelung des ÖPNV-Anteils an der Verkehrsmittelwahl (innerorts)
Verkehr: Umsetzung des Rahmenkonzeptes zur Radverkehrsförderung Steigerung des Radverkehrsanteils an der Verkehrsmittelwahl auf 25 % (innerorts)
Öffentlichkeitsarbeit: Fortsetzung der bisherigen Arbeiten des Klimapaktes; Stadtmarketing für CO2-Neutralität Notwendigkeit zur Einbindung aller Flensburgerinnen und Flensburger

Bei Umsetzung der insgesamt ca. 100 identifizierten Maßnahmen können die CO2-Emissionen aller Sektoren schrittweise reduziert werden. Die Ziele des Klimapakt Flensburg können also erreicht werden, wenn alle Akteure bei der Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzepts aktiv werden.


Integriertes Klimaschutzkonzept Flensburg - Langfassung  (PDF, 12.990 KB)

Integriertes Klimaschutzkonzept Flensburg - Kurzfassung  (PDF, 3.353 KB)

Masterplan 100 % Klimaschutz

Jetzt heißt es Leinen los!

Am 07. Mai 2012 haben Vertreter des Klimapakt Flensburg aus den Händen des Bundesumweltministers Dr. Röttgen eine Auszeichnung zur Würdigung des Engagements für den Klimaschutz entgegengenommen. Anlass dieser Würdigung war die Bewilligung der Förderung im Rahmen des neuen bundesweiten Programms „Masterplan 100 % Klimaschutz“ der nationalen Klimaschutzinitiative. Flensburg gehört zu den 19 Vorreitern für lokalen Klimaschutz in Deutschland!
Die Förderung bedeutet frischen Rückenwind und eine große Unterstützung bei dem Vorhaben, die Maßnahmen des integrierten Klimaschutzkonzepts anzupacken und umzusetzen.

  

Ablauf des Projekts Masterplan 100 % Klimaschutz

In einem vierjährigen Projekt soll zum Einen ein erweitertes und vertieftes Konzept erarbeitet (Phase I) und zum Anderen die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen koordiniert, begleitet und bewertet werden (Phase II).

 

Was haben wir vor?

Phase I - Konzeptphase

Das Masterplan-Konzept wird im ersten Jahr des Projekts durch die Universität Flensburg erstellt. Das Konzept baut auf den Ergebnissen des integrieren Klimaschutzkonzepts auf und zeigt auf, wie die Umsetzung der notwendigen Klimaschutzmaßnahmen konkret ablaufen kann. Darüber hinaus werden weitere Aspekte des Klimaschutzes - etwa Energiesparen durch angepasstes Verhalten im Alltag - eingehend untersucht. Die FlensburgerInnen sollen sich ebenfalls mit in das Projekt einbringen können: Neben Vorträgen und Informationsveranstaltungen ist es auch geplant, dass ausgewählte Klimaschutz-Modellhaushalte einige Klimaschutzmaßnahmen in den eigenen vier Wänden ausprobieren und ihre Erfahrungen weitergeben können.

Phase II - Umsetzungsphase

Damit bei der Umsetzung der vorgesehenen Klimaschutzmaßnahmen alles nach Plan läuft und die Ziele des Klimapakt Flensburg und des Programms „Masterplan 100 % Klimaschutz“ erfüllt werden können, ist eine fachliche Begleitung der Aktivitäten notwendig. Diese umfasst die Abstimmung der Maßnahmen untereinander (z.B. Gebäudedämmung und Weiterentwicklung des Fernwärmenetzes), die Bewertung der Maßnahmen hinsichtlich Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen sowie die Prüfung geeigneter Finanzierungsoptionen.
Die Umsetzung zukünftiger Klimaschutzmaßnahmen in der Stadt fachlich zu begleiten und zu unterstützen - das ist die Aufgabe der Klimaschutzmanager, die zukünftig für die Stadt Flensburg und den Klimapakt Flensburg e.V. arbeiten werden. Als erster Flensburger Klimaschutzmanager hat im Juli 2012 Martin Beer seine Arbeit aufgenommen. Die Aufgabe der Klimaschutzmanager ist unter anderem der Aufbau und die Verankerung eines lokalen Klimaschutzmanagementsystems. Damit ist es möglich, die Aktivitäten in Flensburg zu koordinieren und zu bewerten. Falls etwas nicht wie geplant klappen sollte, kann dann gezielt nachgesteuert werden.

Austausch und Vernetzung

 

Flensburg ist Teil eines starken Netzwerks aus den weiteren 18 Städten, Kommunen und Landkreisen in Deutschland, die ebenfalls im Rahmen des Programms Masterplan 100 % Klimaschutz gefördert werden. Die Teilnehmer haben sich durch ihre bisherigen Aktivitäten als Vorreiter der Energiewende in Deutschland hervorgetan. Unter den Teilnehmern dieses Netzwerkes besteht ein regelmäßiger fachlicher Erfahrungsaustausch im Rahmen von Netzwerktreffen. Folgende Städte, Kommunen und Landkreise sind neben Flensburg Teil des Netzwerks:
Stadt Frankfurt/Main, Region & Stadt Hannover, Stadt Kempten, Kreis Steinfurt, Stadt Herten, Stadt Rheine, Stadt Bensheim, Landkreis Osnabrück, Stadt Osnabrück, Stadt Neumarkt i.d. Oberpfalz, Mittelstadt Sankt Ingberg, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Burbach, Hansestadt Rostock, Gemeinde Nalbach, Stadt Göttingen, Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, Stadt Heidelberg.

Quartierskonzept "Auf der Rude"

Vor dem Hintergrund der Aktivitäten des Klimapakt Flensburg e.V. hat die Stadt Flensburg Mittel aus dem Förderprogramm "Energetische Stadtsanierung" der KfW beantragt und erhalten, um von Januar bis Dezember 2013 ein integriertes Quartierskonzept für das Quartier Flensburg-Rude erstellen zu lassen.
Dafür wurde das Quartier "Auf der Rude" intensiv untersucht und zunächst eine detaillierte Ausgangsanalyse durchgeführt. Auf Basis der resultierenden Energie- und CO2-Bilanz wurden anschließend Vorschläge für Klimaschutzmaßnahmen für die Bereiche Haushalte / Immobilien, Gewerbe und Verkehr entwickelt.
Industriebetriebe gibt es in dem Quartier nicht.

Im Unterschied zum primären Fokus des Förderprogramms und vor dem Hintergrund der bereits umfangreichen Vorarbeiten aus dem gesamtstädtischen Klimaschutzkonzept wird das Thema Quartierssanierung hier weiter gefasst und auch der Gewerbe- und Verkehrssektor mit einbezogen.
Über einen Beteiligungsprozess wurden dazu alle relevanten Akteure (z.B. BewohnerInnen, EigentümerInnen, Stadtwerke etc.) an der Konzepterstellung beteiligt. Im Anschluss an die Konzepterstellung wird ein Sanierungsmanagement die Umsetzung drei Jahre lang begleiten.

Die übergeordnete Zielsetzung der CO2-Neutralität gibt auch für die Rude den Maßstab vor. Die im Klimaschutzkonzept festgelegten Globalziele für die einzelnen Bereiche können auf die Rude herunter gebrochen werden.
Der Vorteil der kleinräumigeren Betrachtung liegt dann darin, die z.T. recht allgemeinen Ziele mit den lokalen Akteuren abzustimmen und so ein umsetzungsorientiertes Detailkonzept zu erarbeiten.
Aus den gewonnenen Erkenntnissen des Prozesses zur Konzepterstellung lassen sich anschließend kritisch Erfolgsfaktoren und Hindernisse ableiten, die sich dann auf weitere Quartiere übertragen lassen.

Weitere Informationen zu diesem Projekt sowie den Entwurf des Gesamtkonzepts finden Sie im Bereich "Bauen und Wohnen".