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Unsinkbar - Nicol-Rettungsboote

Bis 30. Oktober 2016

 

Ernst Nicol ist der Erfinder des nach ihm benannten Nicol-Rettungsboots, dessen geschlossene Bauart mittlerweile Standard in der internationalen Seeschifffahrt ist. Der 1923 in Flensburg geborene Schiffbau-Ingenieur hat vor nahezu sechs Jahrzehnten mit dem unsinkbaren Rettungsboot eine revolutionäre Erfindung gemacht, die in weiterentwickelter Form heute auf allen Weltmeeren zu finden ist. Seine innovative Idee eines geschlossenen Rettungsboots rettete vielen Menschen nach Schiffsunfällen und -untergängen das Leben und trug so zu einem deutlich verbesserten Sicherheitsstandard in der Seefahrt bei.

Ernst Nicol war bereits als Kind von der Seeschifffahrt fasziniert und baute mehr als 300 Modelle aus Knetmasse und Pappkarton. Sein Hobby machte er später zum Beruf. Nach der Schule absolvierte er bei der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft eine Lehre zum Schiffsbauer und fand nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft schließlich eine Anstellung als Konstrukteur und Einkäufer auf der Husumer Schiffswerft der Gebrüder Kröger. Zu jener Zeit beschäftigten Nicol bereits die Nachrichten über Schiffskatastrophen auf den Meeren und die oft nur unzureichenden Rettungsmittel an Bord. In seiner Freizeit begann er, sich intensiv mit der Verbesserung von Rettungsbooten zu beschäftigen. Schnell erkannte er, dass der Verlust von Menschenleben an dem Einsatz offener Rettungsboote lag, in denen die Schiffbrüchigen ungeschützt der Kälte oder Hitze sowie überschlagenen See ausgesetzt waren. Die Lösung des Problems lag für ihn auf der Hand: ein effektives Insassen-Schutz-Rettungsboot musste geschlossen und gewichtsstabil sein, um den Kräften des Meeres widerstehen zu können. „Im Prinzip funktioniert mein Boot wie eine Konservendose“, erklärt Nicol. „Die geht ja auch nicht unter, wenn man Sie ins Wasser wirft.“ Nach Fertigung mehrerer Skizzen baute Nicol 1954 das erste Modell des überdachten Bootes. In der Folgezeit setzt er, unterstützt von seiner Frau Leni, seine gesamten Ersparnisse in die Entwicklung des neuen Typus von Rettungsboot und meldet schließlich Patente in 10 Ländern an. 1957 wurden die ersten geschlossenen Rettungsboote auf deutschen Seeschiffen installiert. In der Folgezeit gelingt es dem Konstrukteur, die deutschen Behörden von seiner segensreichen Erfindung zu überzeugen, sodass 1960 auf der internationalen Seeschifffahrts-Konferenz in London geschlossene Rettungsboote erstmals international zugelassen wurden. Es sollte aber noch mehr als zwei Jahrzehnte und weitere verheerende Schiffsunglücke dauern, bis 1983 schließlich das vollständig geschlossene Rettungsboot als internationaler Standard vorgeschrieben wurde. Heute finden sich geschlossene Rettungsboote, wie sie 1954 Ernst Nicol erdacht hat, überall auf den großen Kreuzfahrtschiffen wie auf den Frachtschiffen. Im Oktober 2013 wurde Ernst Nicol für seine besonderen Verdienste mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdinestordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.