Politik macht Weg für Modernisierung des Eckener-Hauses frei

Autor/in: Antje Walther

Nach intensiver Debatte hat die Mehrheit der Politik in einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung (Supa) sowie des Kulturausschusses am 14. April den Weg frei gemacht, um das Eckener-Haus in der Flensburger Innenstadt mit Städtebauförderungsmitteln zu modernisieren. Für rund ein Drittel der frei gegebenen Mittel von rund zehn Millionen Euro muss die Stadt selbst aufkommen.

Zuhause des Luftfahrtpioniers Hugo Eckener

Das Eckener-Haus in der Norderstraße gilt als bedeutendes Kulturdenkmal in der Flensburger Altstadt. In Teilen geht seine Bausubstanz bis ins 15. Jahrhundert zurück. Vor allem aber ist das Gebäude nahe der Marienkirche eng mit der Familie des Flensburger Luftfahrtpioniers verbunden. Im späten 19. Jahrhundert gehörte das Gebäude der Familie Eckener, deren Söhne Alexander und Hugo Eckener hier aufwuchsen. Der erste war Maler und Graphiker, dem anderen gelang die erste Überquerung des Nordatlantiks mit einem Zeppelin im Non-Stopp-Flug.

Stadt Flensburg kauft Gebäude im Jahr 2016

Die Stadt Flensburg hatte das Gebäude zuletzt 2016 aus privater Hand gekauft. Damit erwarb sie ein Objekt, das die letzten fünf Jahre leer gestanden hatte und zudem schon Jahre zuvor nicht mehr instandgehalten worden war. Ziel des neuerlichen Erwerbs nach dem ersten Kauf in den 1970er Jahren war nun, es zu modernisieren, um es wieder nutzen zu können. Seit 31. Januar 2020 ist die Flensburger Gesellschaft für Stadterneuerung (FGS) treuhänderisch mit der Sanierungsmaßnahme beauftragt worden.

In der Debatte reibt sich die Politik am Dilemma zwischen der Verpflichtung, ein Kulturdenkmal zu erhalten, und der Haushaltslage. Millionen Euro würden in ein Haus investiert, ohne zu wissen, wer es wofür in Zukunft nutzen wird, lautet eine Kritik.

"Ein Haus für alle"

Zugleich hat das Kulturbüro bereits Anfang September 2025 ein Nutzungskonzept vorgestellt – unter anderem auf Basis eines Bürgerdialogs. Es beinhaltet unter anderem eine Vision, Impulse und Leitgedanken für ein „Haus für alle“. Auch ein Eckpunktepapier liegt vor, auf dem aufgebaut werden kann.

In der aktuellen Sitzung von Supa und Kulturausschuss macht Stadtbaurat Stefan Niemöller deutlich, dass das Delta zwischen den ohnehin anfallenden Erhaltungskosten des Gebäudes in dem derzeitigen Zustand und der Investition in die Modernisierung dank Fördermitteln nicht mal eine Million Euro betrage. Außerdem weist er auf den gegenzurechnenden Mietwert sowie den Restwert des Gebäudes und des Grundstücks hin.

Das sagt der OB zum Erhalt des Kulturdenkmals

Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer verweist auf den Wert des Eckener-Hauses als ein Entree in die Innenstadt für die Bevölkerung wie Gäste – adäquat zum Südermarkt. Schon deshalb sei der aktuelle Gebäudezustand unerträglich. Geyer plädiert für ein zugängliches Denkmal, das den Menschen dient und das sie nutzen können. Ihn erreichten viele Anfragen von Bürgern nach geeigneten Räumen für eine nicht kommerzielle Nutzung. OB Geyer steht hinter dem Leuchtturm-Vorhaben und hebt die Wertigkeit als Kulturdenkmal für die Stadt hervor. „Angesichts der Bedeutung des Eckener-Hauses für die Stadt hat es verdient, als Gebäude erhalten zu werden, das man gern betritt.“

Hintergrund

Den Grundstein für Städtebauförderung hatte die Ratsversammlung Mitte November 2025 gelegt und die Verwaltung beauftragt, für die Instandsetzungsmaßnahme „Norderstraße 8/10 (Eckenerhaus)“ beim Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport noch im selben Jahr Fördermittel von maximal 10 Millionen Euro zu beantragen. Die Investitionsbank Schleswig-Holstein hatte dem Einsatz aus Mitteln der Städtebauförderung von 9.957.240,88 Euro Ende Januar 2026 zugestimmt. Diese Zustimmung gilt nur bis zum 26. Januar 2027. Bis dahin muss die Ausschreibung der Bauleistung veröffentlicht sein.