Sanierung nach Brand an der Fridtjof-Nansen-Schule
Sarah und Jonas sägen gemeinsam an einem Brett. Aktuell bauen sie einen Tresor aus Holz im Werkunterricht. Die beiden 13-Jährigen aus der 7b der Fridtjof-Nansen-Schule in der Elbestraße in Flensburg mögen diese besonders praktischen Schulstunden. Deshalb sind die beiden genauso wie die gesamte Schule bestürzt über den Brand, der infolge eines technischen Defekts am 12. Dezember zunächst unbemerkt große Teile der Werkräume zerstörte. Auch benachbarte Räume wurden arg in Mitleidenschaft gezogen. Allein Ausstattung im Wert von geschätzt 180.000 Euro sind dem Feuer zum Opfer gefallen.
Werken als Markenkern der Schule
Trotzdem gibt es auch gute Nachrichten: Denn eine große Welle der Hilfs- und Spendenbereitschaft ist sofort angerollt. Sowohl Betriebe als auch Privatpersonen spendeten Werkzeuge, Geräte und Maschinen und füllen allmählich die Bestände auf. Die Kommunalen Immobilien und der Fachbereich Bildung, Sport und Kultur der Stadt als Schulträger sind zudem im engen Austausch mit der Schulleitung, um die Sanierung voranzutreiben und Ersatz für Verluste zu beschaffen, darunter einen 3D-Drucker. Außerdem stimmt sich der Schulträger eng mit Versicherung, Gutachter und Sanierer ab.
Die Peter-Petersen-Stiftung, die unter anderem durch die Förderung von Bildungsprojekten auf Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche abzielt, hat ebenfalls einen nennenswerten Betrag zur Verfügung gestellt. Bei einem Ortstermin am 17. Februar bezeichnet ihr Geschäftsführer Klaus Scharf das Werken und Technik als „Markenkern“ und das Handwerkliche als DNA dieser Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe.
Genau die Oberstufe und insbesondere diejenigen, die gerade ihr Abi machen, trifft der Schaden im Gebäudeteil E besonders. In dieser Phase müssen sie auf andere Räume verteilt werden. Angesichts der Fortschritte der Sanierungsarbeiten freut sich Schulleiterin Jasmin Schneider aber, dass am Ort des Geschehens in den letzten vier Wochen „richtig viel passiert“ sei.
Werkstattbereich wird in rohbauähnlichen Zustand versetzt
Nach Auskunft der Kommunalen Immobilien kann der bereits gereinigte Klassentrakt im Gebäudeteil E in wenigen Wochen wieder in Betrieb genommen werden. Hauptsächlich die Reinigung und Inbetriebnahme der Heizungsanlage stehen hier noch aus, außerdem kleinere Maßnahmen.
Ein Zeitfenster für die Sanierung des Werkstattbereiches lässt sich indes noch nicht benennen. Dieser soll nach aktuellem Stand in einen rohbauähnlichen Zustand versetzt werden, was eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird. Noch eine gute Nachricht: Die Aussicht, den betroffenen Trakt womöglich abreißen zu müssen, ist vom Tisch.
Damit der Werkunterricht fortgesetzt werden kann, wurden zwei frühere Kellerräume umfunktioniert. Hier gibt es zwar nicht so viele Steckdosen und Lagerraum wie eigentlich notwendig wären, berichtet Lehrer Nico Chionidis. Doch immerhin findet wieder Werk-Unterricht statt. Der sei besonders beliebt, weiß der Fachleiter Technik. Auch bei Schülerin Sarah und ihrem Mitschüler Jonas, der seine erworbenen Kenntnisse im Alltag bei Arbeiten mit seinem Vater im Garten direkt anwendet.