Aufwertung der historischen Grünanlagen im Projekt "Christiansens Gärten"

Die historischen Grünanlagen Christiansenpark, Alter Friedhof und Museumsberg sollen aufgewertet werden. Hierzu werden Mittel aus zwei Förderprogrammen eingesetzt.

Die Flächen der ehemaligen Gärten der Kaufmannsfamilie Christiansen – heute Museumsberg, Alter Friedhof und Christiansenpark – sollen nachhaltig und sensibel unter Berücksichtigung des Natur- und Denkmalschutzes entwickelt und besser miteinander verbunden werden.

Sie sollen als einzigartiges kulturhistorisches Ensemble wieder als Einheit erlebbar werden und als Zeugnis der deutsch-dänischen Geschichte im Bewusstsein verankert werden. Gleichzeitig sollen die Flächen als Naturerlebnisraum aufgewertet werden und die öffentliche Nutzung für Naherholung, Spiel und Bewegung verbessert werden.

Das Projekt umfasst von der Idee über die Planung und die Umsetzung einen mehrjährigen Zeitraum und soll im Jahr 2023 abgeschlossen sein. Die Entwicklungsschritte und die Planungen für den Bereich sind nachstehend chronologisch in umgekehrter Reihenfolge aufgeführt. Die jeweils neueste Entwicklung finden Sie zu Beginn der Tabelle.

Projektinformationen mit ergänzenden Darstellungen des Büros WES finden Sie über den Link in der rechten Spalte.

Stadtentwicklung: Vorstellung der Pläne zur Umgestaltung der Christiansens Gärten - 11.03.

Für die Aufwertung der drei benachbarten historischen Parkanlagen „Alter Friedhof“, „Christiansenpark“ und „Museumsberg“ hat die Stadt- und Landschaftsplanung der Stadtverwaltung Pläne vom Büro WES Landschaftsarchitektur aus Hamburg entwerfen lassen.

In die Planungen sind die Wünsche von Einwohner*Innen aus einer Beteiligung vor Ort waren im Mai letzten Jahres einbezogen worden, ebenso wie fachliche Aspekte einer Vielzahl von Behörden, Institutionen, Verbänden und Vereinen.

Der Planungsentwurf wurde der Ratsversammlung vorgestellt, die daraufhin beschlossen hat, dass im nächsten Schritt die in Aussicht gestellten Fördermittel beantragt werden sollen.

Auch die Einwohner*innen sollen auf den aktuellen Stand gebracht werden. Zum Informationsabend, an dem die Ergebnisse der Beteiligung sowie die daraus entstandenen Planungen vorgestellt werden, sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Das Projekt „Christiansens Gärten“ ist als Schlüsselmaßnahme der Stadtentwicklung Bestandteil des „Integrierten Konzepts zur Stadtentwicklung“ (ISEK). www.flensburg.de/christiansensgaerten

Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung

Um vor Ort die Ideen, Wünsche und Anregungen zu erfassen, stand das Beteiligungsmobil des Kinder- und Jugendbüros im Mai letzten Jahres für drei Tage auf dem Museumsberg. Insgesamt konnte durch direkte Ansprache der Passant*innen mit ca. 300 Menschen gesprochen und 235 ausgefüllte Fragebögen eingesammelt werden.

Auswertung des Fragenkatalogs

Die Auswertung ergab, dass die Christiansen Gärten eine sehr hohe Bedeutung für die Naherholung haben. Eine große Mehrheit (60%) gab beim Zweck des Aufenthalts die Naherholung an, z.B. zum Spazierengehen und als fußläufige Verbindungen zwischen der Innenstadt und den Stadtteilen „Westliche Höhe“ und „Friesischer Berg“. Neben der Naherholung wurden Tourismus (9%), Arbeitsweg (9%) und Parkplatz (7%) als Gründe für den Aufenthalt in diesem Bereich angegeben.

Außerdem wurden die Befragten um eine Einschätzung über das Konfliktpotential zwischen Sport, Natur und Denkmalschutz gebeten, in der die Mehrheit keinen Konflikt sah (56%). Einige der Befragten (9%) merkten Einschränkungen in der Form an, dass nur sanfter Sport wie Frisbee oder Joggen praktiziert werden sollte. Neben denen, die keine Angabe machten (22%), waren 13% der Befragten gegen Sport und Bewegung in den Christiansens Gärten.

Die Einschätzungen zum Thema Barrierefreiheit brachten keine weitreichenden Erkenntnisse, da in der Summe über 70% der Befragten keine Angaben zu diesem Thema machten. Die Verteilung der abgegebenen Nennungen zeigt jedoch, dass davon 27% der Beteiligten den steilen Museumshang als Barriere ansehen. Während 19 % die Treppenstufen der Reeperschlägerbahn auf den „Alten Friedhof“ als Barriere wahrnehmen, fiel die Wahrnehmung von solchen Barrieren im Christiansen Park mit 7% am geringsten aus.

Bei den Angaben zu Anregungen und Ideen wurde in den Einzelnennungen am häufigsten mit 12% der Erhalt der Flächen in seiner heutigen Ausprägung gewünscht. Damit wird die Bedeutung der Flächen für die Naherholung der Flensburger*innen und der Gäste Flensburgs deutlich. Diverse Wünsche gab es zur Entwicklung und zum Ausbau des Gartendenkmals. Die Nennungen reichten von einem Aufzug, einer Außengastronomie, mehr Sitzmöglichkeiten, Open Air Veranstaltungen bis zur Pflege und einer Verkehrswende auf dem Museumsberg.

Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung

Umsetzung bis Ende Juni 2023

Unter Einbezug der erfragten Ergebnisse erfolgt die Umsetzung der Entwicklung der Christiansens Gärten mit Ratsbeschluss vom 19.09.2019 unter den Vorgaben des Natur- und Denkmalschutzes bis zum 30.06.2023. Einigen Ideen und Ansprüchen kann zu diesem Zeitpunkt nicht entsprochen werden. Zum Einen können manche vorgeschlagenen Maßnahmen nicht finanziell über die beantragten Fördertöpfe gefördert werden, wie z.B. öffentliche Verkehrsflächen oder auch ein Café. Zum Anderen wurde von einem Aufzug zunächst Abstand genommen, weil der finanzielle Aufwand für die Einrichtung und die jährliche Unterhaltung zu hoch ist. Andere Wünsche, die die Gärten besser in Szene setzen und miteinander verbinden, können das kulturhistorische Ensemble wieder als Einheit erlebbar machen und als Zeugnis der deutsch-dänischen Geschichte im Bewusstsein verankert werden.

Dies fängt mit dem Auftakt in der Altstadt am Fritz-Wempner-Platz an und einer Treppe, die auch visuell den Platz und die Museen verbindet. Die gleichnamige Busverbindung wird besser getaktet werden. Die drei Flächen (Museumsberg, Alter Friedhof und Christiansenpark) werden mittels Straßen- und Gehwegeausbau besser miteinander verbunden und Barrieren abgebaut. Außerdem rückt das Thema Gärtnern stärker in den Vordergrund. Die gesamten Christiansens Gärten werden mehr Spielmöglichkeiten erhalten. 

Konzeptentwicklung und öffentliche Beteiligung (2019)

Das Büro hat sich intensiv mit den Gegebenheiten auf dem Gelände beschäftigt, Verbesserungsbedarf ermittelt und Vorschläge für eine Neugestaltung gemacht.

Hierzu wurden zahlreiche Gespräche mit den betroffenen Fachstellen der Verwaltung insbesondere aus den Bereichen Stadtplanung, Landschaftsplanung, Naturschutz, Spiel- und Bewegungsräume und den Museen geführt. Außerdem mit den Stadtwerken Flensburg.

WES hat erste Ergebnisse dieser Gespräche im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung am 18.06.2019 im Rahmen einer Präsentation vorgetragen.

Öffentliche Beteiligung

Vom 23. bis 25.05.2019 wurde vor Ort unter anderem mit dem BET-Mobil und eine begleitende Fragebogenaktion über das Projekt informiert. Die Interessen der Nutzerinnen und Nutzer sowie der Flensburger Öffentlichkeit wurden in diesem Rahmen aufgenommen. Außerdem wurde der Förderverein Christiansenpark eingebunden. Die Foren Westliche Höhe und Friesischer Berg wurden über die Termine informiert.

Informationsaufruf zur Beteiligung (Mai 2019)

Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung 

Ratsbeschluss für das Projekt

Am 19.09.2019 beschloss die Ratsversammlung die Umsetzung des Projektes unter der Voraussetzung der beantragten Förderung ( RV-109/2019 ).

Die wesentlichen Inhalte des von WES erarbeiteten Konzeptes sind in dem Lageplan und der Entwurfsbroschüre ausgeführt.

Auftrag zur Konzeptentwicklung (2018)

Im Zusammenhang mit der Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) und der Idee einer grenzübergreifenden Gartenschau aus Anlass des Jubiläums der Volksabstimmung in 2020 wurde eine Maßnahme"nachhaltige Entwicklung und Vernetzung der grünhistorischen Freiflächen Museumsberg, Alter Friedhof und Christiansenpark" als Schlüsselmaßnahme des ISEK beschlossen ( RV-35/2018 1. Ergänzung ).

Hierzu sollte ein Projekt entwickelt werden, das über die Förderprogramme des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und ein Bundesprogramm zur Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus eine umfangreiche Förderung erhalten kann. Es sollte der maximal mögliche Förderbetrag von 8,0 Mio € zugrundegelegt werden. Der auf die Stadt Flensburg entfallende Eigenanteil beläuft sich auf 10 % der förderfähigen Kosten. Der Auftrag wurde durch die Ratsversammlung am 08.11.2018 ( RV-166/2018 ) erteilt.