„Mama/Papa, guck doch mal“

 "Frühe Hilfen" der Stadtverwaltung starten Kampagne, um Eltern für ihren Smartphone-Konsum zu sensibilisieren

Mit einer Auftaktveranstaltung am 21.3. in Kiel startete landesweit eine Kampagne der so genannten "Frühen Hilfen" zur Sensibilisierung junger Familien für ihren mobilen Medienkonsum und die Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Bindung.

In Flensburg setzt das Lokale Netzwerk Kind und Familie dieses Vorhaben mit vielen Kooperationspartnern und diversen Begleitaktionen um.

So sind neben der Verbreitung von Plakaten verschiedene Aktionen für Familien z.B. in den Familienzentren, den Elterntreffpunkten des Schutzengels oder in der Bibliothek geplant.

In Kooperation mit dem Kreis Schleswig-Flensburg werden zudem verschiedene Fortbildungen und Veranstaltungen für Akteure angeboten, die mit Familien und Kindern bis 3 Jahren arbeiten. 

Hintergrund:

Seit über 10 Jahren arbeitet unter dem Begriff „Frühe Hilfen“ in Flensburg ein großes Netzwerk von Akteuren aus dem Gesundheitswesen, der Jugendhilfe und weiterer Unterstützungseinrichtungen zusammen, um Schwangeren und Familien mit Kindern bis drei Jahren durch professions- und institutionsübergreifende Zusammenarbeit den bestmöglichen Start ins gemeinsame Familienleben zu ermöglichen und Versorgungslücken durch neue Angebote zu schließen.

Die einzelnen Angebote reichen dabei von Elterncafés, Kleiderbörsen, Elternkursen und Beratungsangeboten bis hin zur Begleitung durch Familienhebammen, Familienkinderkrankenschwestern oder Familienhelferinnen.

Quer durch alle Gesellschaftsschichten und Lebensentwürfen ist dabei in den letzten Jahren das Thema Smartphone in den Vordergrund gerückt. Die Vorteile der guten Erreichbarkeit, sowie der schnellen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten liegen dabei auf der Hand und es gibt vieles, womit das Smartphone das Familienleben sogar erleichtert.

Doch auch die Gefahren sind nicht zu übersehen: die Interaktion zwischen Eltern und Kindern wird durch zunehmenden mobilen Medienkonsum beeinträchtigt. Viele Bindungstheorie-Experten warnen daher vor gravierenden Bindungsstörungen. Insbesondere im ersten Lebensjahr von Kindern sind der direkte (Augen-)Kontakt und die unmittelbare Eltern-Kind-Interaktion entscheidend für den Aufbau einer sicheren Bindung, die wiederum die Weichen für die weitere Entwicklung der Kinder stellt.

Hier setzt die Kampagne der Frühen Hilfen an. Mit Plakaten, aber auch mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen, z.B. in den Familienzentren oder den Elterntreffpunkten soll der Umgang mit dem Smartphone thematisiert werden und alternative gemeinsame Aktivitäten angeboten werden.

Bei allen Aktionen geht es nicht darum, die Technik als solche zu kritisieren, sondern einen selbstbestimmten und souveränen Umgang damit zu unterstützen und bewusste Familienzeit zu ermöglichen.