Haushalt 2026: Stadt rechnet mit Defizit von rund 48,4 Millionen Euro
48,4 Millionen Euro – das ist die Zahl des Jahres. Dieser Fehlbetrag steht als Plan für den Haushalt 2026. In der letzten Sitzung der Ratsversammlung des Jahres 2025 hat die Flensburger Kommunalpolitik die Haushaltssatzung beschlossen.
In einer Pressekonferenz zum Haushalt stellten Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer und Kämmerer Henning Brüggemann die Situation dar. Mit deutlichen Worten warnte OB Fabian Geyer vor möglichen Gefahren der kommunalen Finanzmisere für die Akzeptanz und das Funktionieren demokratischer Strukturen. Damit stimmt auch die Verwaltungsspitze in Flensburg ein in den Hilferuf vieler Städte bundesweit, die eine Entlastung der Kommunen und eine faire Aufgabenverteilung fordern.
Mehr Kosten als Schulträger
Für das auslaufende Jahr wird in Flensburg mit einem Defizit von 10 Millionen Euro gerechnet – trotz des Minus etwas besser als erwartet. Das ist höheren Gewerbesteuererträgen, geringeren Pensionsrückstellungen und höheren Zuweisungen aufgrund des Finanzausgleichsgesetz (FAG) zu verdanken. Hingegen steigen die Aufwendungen für Jugendhilfe, Asyl- und Integrationsleistungen.
Im Vergleich zum Vorjahr sorgen zudem die wesentlich gestiegenen Kosten für die Aufgaben als Schulträger, darunter für Gebäude und den Rechtsanspruch auf den offenen Ganztag, für das wachsende Defizit. Entgegen dem Trend in vielen anderen Kommunen entwickeln sich die Anmeldezahlen in Flensburg in allen Schularten nach oben: seit 2021/2022 insgesamt um 5 Prozent. Das erfordert unter anderem bauliche Maßnahmen für mehr Platz in den Schulen.
Vorläufige Haushaltsführung
Ein weiteres Beispiel: In der Konsequenz der Reform „Wohngeld-Plus“ zum Jahr 2023 hat sich die Zahl der Leistungsberechtigten verdoppelt, weshalb mehr Personal zur Bearbeitung eingestellt wurde.
Zum Januar 2026 wird die Stadt Flensburg nun in der besonderen Situation der „vorläufigen Haushaltsführung“ sein. Denn für den beschlossenen Haushalt 2026 steht noch die Genehmigung der Kommunalaufsicht aus. Diese Entscheidung wird im Frühling erwartet.