Gleichstellung

Aktionsplan geschlechtergerechte Stadt

April - Juni 2020: Einwohner*innenbeteiligung per Umfrage "Flensburg im Gleich(stellungs)gewicht"

Im II. Quartal 2020 wurden mittels der Umfrage "Flensburg im Gleich(stellungs)gewicht" auch die Einwohner*innen an der Kampagne beteiligt. Bis Anfang Juni konnten Fragen zu Geschlechterklischees, Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf, Diskriminierung und Gesundheit beantwortet werden, um die Bestandsaufnahme in Sachen Gleichstellung mitzugestalten und bestehende Handlungsbedarfe zu äußern.

Die auf anonyme Rückmeldungen ausgelegte Umfrage wurde sowohl auf analogem als auch auf digitalem Wege durchgeführt. Für die analoge Umfrage wurde über das Bürgerbüro der Stadt Flensburg eine zufällige Stichmenge von 500 Adressen Flensburger Einwohner*innen generiert. Eine digitale Teilnahme war über das Umfragetool "LamaPoll" gegeben. Von 500 versandten Briefen erfolgten 99 postalische Rückmeldungen, was einer Quote von 20 % entspricht. Online wurden 579 Besucher gezählt, von denen 131 an der Umfrage teilnahmen (Quote von 23 %). Insgesamt nahmen somit 230 Einwohner*innen an der Umfrage teil, was aufgrund der begrenzenden Umstände durch die Corona-Pandemie als akzeptables Ergebnis gesehen werden kann.

Die Ergebnisse der postalischen und der Online-Umfrage sowie eine Gesamtauswertung wurden im Gleichstellungsausschuss der Stadt Flensburg Mitte Juni 2020 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt und stießen dort auf großes Interesse.

Sandra Beck aus dem Gleichstellungsbüro zeigt sich über die Ergebnisse sehr zufrieden: "Nun geht es darum, die gegebenen Anregungen in den Aktionsplan aufzunehmen, politisch zu diskutieren und dann entsprechende Maßnahmen zu ergreifen." Gleichstellungsbeauftragte Verena Balve fügt hinzu: "Ich begrüße die konkreten Hinweise aus der Bevölkerung, die sich größtenteils mit unseren Wahrnehmungen decken. Schwachstellen und Bedarfen Raum zu geben, ist wichtig, denn nur so können wir gezielt ansetzen, um in Sachen Gleichstellung in Flensburg voranzukommen."

24.09.2019: Fachveranstaltung, Bürgerhalle

Am 24. September 2019 fand in der Bürgerhalle eine große Fachveranstaltung statt, zu der Vertreter*innen der Stadtverwaltung, aus Politik und Institutionen eingeladen waren, um gemeinsam eine Bestandsaufnahme zu den sieben Zielen vorzunehmen. In insgesamt drei Stunden wurden zahlreiche bereits in der Stadt existierende Maßnahmen und Projekte gesammelt, aber auch Wünsche und Ideen geäußert.

April - Juni 2019: Erarbeitung von sieben Zielen

Im II. Quartal 2019 wurden seitens eines den gesamten Prozess begleitenden Externen Steuerungsgremiums sieben Ziele, die für Flensburg gelten sollen, erarbeitet.

Themen sind hierbei

  • Gesundheit
  • geschlechtergerechte Verteilung von Familien- und Hausarbeit
  • Arbeitswelt 4.0
  • andere

07.02.19: Beitritt zur Europäischen Charta für Gleichstellung -> Grundstein für die Erarbeitung eines Aktionsplans

In der Einleitung der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf kommunaler und regionaler Ebene heißt es, die Gleichstellung von Frauen und Männern sei ein Grundrecht aller Menschen sowie ein Grundwert jeder Demokratie.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss dieses Recht nicht nur vor dem Gesetz anerkannt sein, sondern wirksam auf alle Bereiche des Lebens angewendet werden: Politik, Wirtschaft und Kultur.

Die Stadt Flensburg ist am 7. Februar 2019 als erste Stadt in Schleswig-Holstein der Europäischen Charta beigetreten (Bericht zum Festakt).

Sie hat sich damit verpflichtet, innerhalb der nächsten zwei Jahre den Aktionsplan geschlechtergerechte Stadt zu erarbeiten und Schritte zu seiner Umsetzung einzuleiten. Einen kurzen Überblick über den Aktionsplan geschlechtergerechte Stadt und das weitere Vorgehen finden Sie in unserem Flyer “Aktionsplan Geschlechtergerechte Stadt“.

Diskriminierungsfreie Werbung in Flensburg

Diskriminierungsfreie Werbung ist der Stadt Flensburg ein großes Anliegen. Werbung nimmt eine prägende Rolle in unserer Gesellschaft ein und beeinflusst unterschwellig unsere Werte und Denkmuster. Der Gleichstellungsausschuss der Stadt Flensburg hat sich dies zum Thema gemacht und eine verbindliche Strategie für Flensburg eingefordert. Auch mit der Unterzeichnung der Europäischen Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern bezieht die Stadt Flensburg eine klare Haltung gegen Diskriminierung jeglicher Art.

Alle Werbetreibenden werden aufgefordert, sich in diesem Sinne mit einer verantwortungsvollen Werbung in der Öffentlichkeit zu zeigen. Um diesen Prozess noch breiter aufzustellen, sind auch die Einwohner*innen eingeladen, sich an der Gestaltung eines Stadtbildes zu beteiligen, welches die Grundwerte und Menschenrechte unserer Gesellschaft widerspiegelt.

Flensburg ist mit einem verlässlichen und gut funktionierenden System vorbereitet. Ein städtisches Gremium aus Repräsentant*innen der Verwaltung und Politik befasst sich mit den eingehenden Beschwerden und entscheidet jeweils im Einzelfall, ob diskriminierende Werbung vorliegt und die Werbetreibenden in diesem Fall aufgefordert werden müssen, die Werbung zu entfernen.

Das Gleichstellungsbüro unterstützt das Verfahren aktiv und hat neben einem Flyer für Einwohner*innen ein Infoblatt für Werbetreibende herausgegeben. Hierin finden Sie jeweils mehr Infos über die Kriterien für diskriminierungsfreie Werbung und über das Verfahren.

Machen Sie mit und engagieren auch Sie sich für eine diskriminierungsfreie und geschlechtergerechte Stadt!