Kinder- und Jugendschutz


Bei der "Flensburger Mediensecurity" handelt es sich um ein "Peer-to-Peer"-Projekt im Rahmen der Medienprävention, welches in der Sekundarstufe 1 verankert ist. An dem Projektverbund nehmen mittlerweile acht weiterführende Schulen (Gemeinschaftsschulen, Gymnasien sowie Schulen des dänischen Schulvereins für Südschleswig) teil. Circa 140 Mediensecurityschüler*innen werden jährlich geschult und erreichen mit ihrem medienpädagogischen Angebot wiederum jährlich etwa 2000 Schüler*innen der Klassenstufen 5-7, deren Eltern und Fachleute aus der schulischen und außerschulischen Arbeit.

In der heutigen Zeit bilden digitale Medien einen wichtigen und nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil auf dem Weg zur Persönlichkeitsentwicklung, Identifikation und Rollenfindung. Kinder und Jugendliche eignen sich schnell Kenntnisse zu den vielfältigen digitalen Medien an. Gleichzeitig treten in der täglichen Arbeit im Schulalltag und der Schulsozialarbeit zunehmend Konflikte auf, die sich im Bereich der neuen Medien abspielen. Konfliktthemen, die Kinder und Jugendliche beim Einstieg ins Internet und Smartphone begleiten, wie zum Beispiel Cybermobbing, Recht am eigenen Bild und Netiquette sind zunehmend an der Tagesordnung.

Hier entstand die Idee zum Konzept der Flensburger Mediensecurity, welches sich der bereits bestehenden Kenntnisse und Fähig- und Fertigkeiten der Kinder und Jugendlichen bedient, diese erweitert und deren Medienkompetenz im Peer-to-Peer-Ansatz wirken lässt.

Kernstück und Grundlage der Flensburger Mediensecurity sind die jährlichen Ausbildungsfahrten mit den ausgewählten Schüler*innen der Klassenstufen 8-10. In zweitägigen außerschulischen Seminaren werden die Schüler*innen der Flensburger Mediensecurity darauf vorbereitet, Workshops mit Schüler*innen ab Klassenstufe 5durchzuführen. Hierfür setzen sie sich mit medienpädagogischen Themenbereichen wie beispielsweise Gesetzesgrundlagen, Games, Medienkonsumverhalten, Social Media, Cybermobbing auseinander. Gleichzeitig werden sie befähigt, dieses Wissen weiterzureichen. Die erwachsenen Tandem-Fachkräfte aus Schule und Schulsozialarbeit nehmen hierbei eine flankierende Begleiter*innenrolle ein.

Über die Idee der Vermittlung von Wissen und Kompetenz an jüngere Schüler*innen werden ältere Schüler*innen befähigt, einen kritischen und selbstreflexiven Blick auf den eigenen Umgang mit Medien zu werfen. Eigene Erfahrungen und Umgehensweisen werden zur Verfügung gestellt und unterstützen Lernprozesse. Alle Projektbeteiligte können so einen reflektierteren und verantwortungsbewussteren Umgang mit Medien entwickeln. Die älteren Schüler*innen fungieren so als "erfahrene Peer-Medienpat*innen“" und begleiten die jüngeren Klassen in den kommenden drei Schuljahren sowohl während der Durchführung konkreter Unterrichtsstunden in den entsprechenden Jahrgängen als auch als Ansprechpartner*innen für alle auftauchenden (Medien-) Fragen im Schulalltag und auf dem Pausenhof. Diese Methode des "Peer-to-Peer-Learning“" ist für beide Seiten wertvoll und gewinnbringend und ist auf Augenhöhe der Schüler*innen verortet.

Das Projekt Flensburger Mediensecurity ist daher auch der  "Anlass" für die regelmäßige Auseinandersetzung mit Themen der neuen Medien in den Partnerschulen. Die Schüler*innen der fünften bis siebten Klassen erweitern ihre Kenntnisse, lernen einen verantwortungsvollen Umgang und erlangen Kenntnis darüber, an wen sie sich mit Fragen und Schwierigkeiten in ihrem Nahumfeld wenden können.

Integraler Bestandteil des Projektes sind begleitende Elternabende für die beteiligten Klassen. Die Information der Eltern zu den neuen Medien und den damit verbundenen Themen für ihre Kinder sind ein wichtiger Baustein für die Sicherung der Nachhaltigkeit dieses Projektes.

Die Schüler*innen der Flensburger Mediensecurity bereiten sich weitestgehend selbständig auf ihre Einsätze in den Klassen vor. Durch die didaktische Begleitung der erwachsenen Tandem-Fachkräfte aus Schule und Schulsozialarbeit wird die Reflexion und Nachbereitung und somit die kontinuierliche Verbesserung der Einsätze in den Klassen gesichert.

Das Projekt greift für die Ausbildung der "Mediensecurities" auf eigens hierfür entwickeltes  Schulungsmaterial. Das Schulungsmaterial wird permanent evaluiert und weiterentwickelt.

Schüler*innen der Flensburger Mediensecurity erfahren im Projekt die Wertschätzung ihrer Medienkompetenz, eben "junge Fachleute" zu sein. Sie übernehmen im gesamten Prozess der 3-jährigen Qualifizierung, Verantwortung und erlangen Selbstwirksamkeit sowie Selbstbewusstsein durch aktive Seminargestaltung in den unteren Klassenstufen.

Die stetig zunehmende Bedeutung des Themas Medien mit all seinen Facetten hat zu einem wachsenden Interesse an dem Konzept Mediensecurity geführt.

Die Anzahl der beteiligten Schulen ist im Projektverlauf seit 2014 von zwei auf acht angewachsen, weitere Anfragen liegen bereits vor. Die Flensburger Mediensecurities werden mittlerweile für externe Multiplikator*innen-Fortbildungen, Tagungen, Elternabende, Besuche in Grundschulen sowie Lehrerfortbildungen angefragt. Außerdem kommt die fachliche Expertise und die Projekterfahrung der Schüler*innen bei Presseanfragen, z.B. für das Thema Klassenchats und Cybermobbing zum Einsatz. Das Projekt entwickelt sich mit seinen interdisziplinären Teams daher kontinuierlich weiter und ist fest im Schulleben verankert.

Die jährliche Gesamtevaluation von Ausbildung, Durchführung und Materialien mit allen Projektbeteiligten ist ebenso Bestandteil der Mediensecurity wie die Auswertung jedes einzelnen Abschnittes, um der Aktualität der Themen Rechnung zu tragen. Die Flensburger Schüler*innen der Mediensecurity werden in allen Phasen des Projektes aktiv an der Ausgestaltung beteiligt.

Die Mediennutzung und Medienkompetenz der Schüler*innen selbst stellte in den vergangenen sieben Jahren eine Grundlage für eine kontinuierlich vorgenommene Themenevaluation dar. Die Schüler*innen selbst wissen am besten, welche Inhalte, Netzwerke, Spiele etc. gerade angesagt sind und deshalb in den Unterrichtsstunden aufgegriffen werden sollten.

Jeder Ausbildungsjahrgang bringt neue Einflüsse in die jeweilige Projekt- und Schulungsausgestaltung ein, zudem ist die Individualität der Schüler*innen und deren Herkunft von den unterschiedlichen Schulen, Schulformen und -strukturen entscheidend für die Abstimmung der Inhalte und somit für den Erfolg und die Anerkennung des Projektes an den teilnehmenden Schulen (Gemeinschaftsschulen und Gymnasien und Schulen des dänischen Schulvereins für Südschleswig). Ein wechselseitiges Lernen zwischen Lehrkräften, Sozialarbeiter*innen und den Schüler*innen entsteht und bildet so ganz nebenbei ein Mediennetzwerk über Flensburgs Schulen aus.

Das Projekt "Flensburger Mediensecurity"  ist ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt zwischen Schule, Schulsozialarbeit und dem Erzieherischen Jugendschutz innerhalb der kreisfreien Stadt Flensburg.

Die inhaltliche Ausgestaltung und Umsetzung des Projektes wird an den teilnehmenden Schulen durch ein Tandem, bestehend aus einer Lehrkraft und der Schulsozialarbeit, sichergestellt. Dieses Tandem begleitet die Schüler*innen von der Ausbildungsfahrt bis zur Angebotseinheit in den Klassen. Dem Kinder- und Jugendbüro (Teilbereich Erzieherischer Jugendschutz) und der Schulsozialarbeit der Stadt Flensburg obliegt die Gesamtkoordination des stadtweiten Projektes.

Circa 140 Mediensecurityschüler*innen werden jährlich geschult und erreichen wiederum mit ihrem medienpädagogischen Angebot jährlich etwa 2000 Schüler*innen der Klassenstufen 5-7, deren Eltern und Fachleute aus der schulischen und außerschulischen Arbeit. 


Flensburger Jugendschutzprojekt Jim's Bar

Die Jim's Bar der Stadt Flensburg und das Kochmobil der AAK mussten coronabedingt in 2020 pausieren!

Wir sind aber für den Neustart in 2021 bereit, ob zur nächste Schulung an der Bar oder dem nächste Einsatz im Stadtteil - wir freuen uns auf Euch.

Weitere Information zu Jim's Bar findet Ihr unter www.jimsbar-sh.de
oder bei Christian Ide - Jugendschutzsachverständiger der Stadt Flensburg (Kinder- und Jugendbüro) unter ide.christian@flensburg.de

Samentütchen
Mobbing ist zwar kein neues Phänomen, stellt Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern, Schule und Jugendarbeit vor eine stetige Herausforderung. Mehr