Carlisle, England
Carlisle ist eine englische Stadt mit einer sehr wechselvollen Geschichte. Eine Siedlung gibt es dort seit über 2000 Jahren. In der Römerzeit gewann sie an Bedeutung und wurde wichtige Festungsstadt am Hadrianswall. Durch ihre Lage an der Grenze Schottlands behielt Carlisle auch unter den Normannen seine Bedeutung und entwickelte sich schnell weiter. Das Stadtrecht wurde Carlisle 1158 verliehen.
Dennoch wurde Carlisle für die folgenden 600 Jahre zum Spielball zwischen Schottland und England, seine Entwicklung daher immer wieder unterbrochen bzw. zurückgeworfen. Erst mit der Niederlage von Bonnie Prince Charlie im Jahre 1746 wurde Carlisle endgültig englisch.
Seit diesem Zeitpunkt profitiert die Stadt von ihrer Grenzlage zu Schottland und entwickelte sich zu einem wichtigen Knotenpunkt. Diese Bedeutung kommt Carlisle mit seinen heute etwa 105.000 Einwohnern inzwischen allerdings nur noch eingeschränkt zu, sie ist aber weiterhin Ausgangspunkt für den Tourismus in den Lake District im Süden und zu den Schottischen Lowlands im Norden.
Der Beginn der Partnerschaft mit der nordenglischen Stadt Carlisle geht auf das Jahr 1959 zurück, in dem Carlisle erstmalig sein Interesse, ein Partnerschaftsverhältnis mit einer Stadt ähnlicher Größe in Schleswig-Holstein einzugehen, bekundete. Vom British Council wurde Flensburg als mögliche Partnerstadt vorgeschlagen.
Weitere Gespräche folgten, 1960 wurden dann erste direkte Verbindungen zwischen Carlisle und Flensburg geknüpft.
Im Rahmen eines Besuches aus Carlisle wurde dann am 29. Juni 1961 bei einer Festsitzung der Flensburger Ratsversammlung die offizielle Partnerschaft begründet. Kurz danach, im Juli 1961, begann der regelmäßige Jugendaustausch zwischen beiden Partnerstädten, der bis heute einen wichtigen Bestandteil der Partnerschaft darstellt.
Daneben haben sich im Laufe der Zeit weitere Kontakte entwickelt, die inzwischen zum Teil völlig unabhängig von den beiden Stadtverwaltungen bestehen.
Neubrandenburg
Neubrandenburg ist eine kreisfreie Stadt in Mecklenburg-Vorpommern mit ca. 65.000 Einwohnern (Stand: Juli 2009).
Die Städtepartnerschaft mit Neubrandenburg entstand bereits zu DDR-Zeiten. Sie trat nach Beschluß der Flensburger Ratsversammlung vom 16.11.1987 und der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Neubrandenburg vom 23.11.1987 in Kraft. Flensburg gehörte damit zu den ersten 15 westdeutschen Städten, die eine Partnerschaft mit einer Stadt in der DDR abschlossen.
Ziel der Partnerschaft war die Fortentwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten in Deutschland durch praktische Zusammenarbeit, um die Spaltung zu überwinden. Im Vordergrund stand der kulturelle Austausch und gegenseitige Begegnungen z.B. von Sportvereinen.
Nach der Wende rückte dann vorübergehend die Verwaltungshilfe für die Stadtverwaltung Neubrandenburg in den Mittelpunkt der Partnerschaft. Neben einem umfangreichen beiderseitigen Mitarbeiteraustausch wurden u.a. auch drei Angestellten-Lehrgänge für Mitarbeiter der Stadtverwaltung Neubrandenburg in Flensburg durchgeführt.
Nach dem Aufbau der neuen Verwaltungsstrukturen liegt der Schwerpunkt der Partnerschaft heute wieder auf den Begegnungen von Bürgerinnen und Bürgern beider Städte, insbesondere im kulturellen und sportlichen Bereich.
Slupsk, Polen
Ende der 80'er Jahre entwickelten die Städte Carlisle und Flensburg die Idee, gemeinsam den Kontakt zu einer osteuropäischen Stadt zu suchen und eine Drei-Städte-Partnerschaft aufzubauen. Aufgrund der seinerzeit direkteren Beziehungen zwischen Großbritannien und Polen erfolgte die Kontaktaufnahme mit Slupsk über Carlisle. Am 29. Juni 1988 unterzeichneten die drei Städte dann die "Vereinbarung über die Zusammenarbeit der Städte Flensburg, Carlisle und Slupsk".
Seit dieser Zeit bestehen auch zahlreiche dreiseitige Beziehungen. So findet jährlich ein offizielles dreiseitiges Treffen von Delegationen der drei Städte abwechselnd in Carlisle, Slupsk und Flensburg statt, ebenso wie auch der Jugendaustausch jährlich wechselnd in den drei Städten dreiseitig stattfindet.



