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vor 1200 - 1499

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1284 erhält Flensburg das Stadtrecht von Herzog Waldemar IV. Zur gleichen Zeit wird mit dem Bau der jetzigen St. Marien-Kirche und Anlage des Nordermarktes begonnen, hundert Jahre später mit der St. Nikolai-Kirche am Südermarkt. Zwischen den beiden Zentren, dort wo heute das Stadttheater steht, befindet sich der Thingplatz, wo die Bürger unter freiem Himmel die Angelegenheiten ihrer Stadt beraten. Um 1345 errichten die Flensburger eine Mauer um ihre Stadt, als Haupttore gelten das ältere Nordertor, das Friesische Tor, und das Johannis-Tor an den Zufahrten der alten Hauptstraßenzüge zu den Handelsstraßen hin.

Die seit dem 13. Jahrhundert andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Herzogtums Schleswig führen im beginnenden 15. Jahrhundert zum Bau der Duburg unter Königin Margarethe I von Dänemark. Als 1460 die Schleswig-Holsteinischen Räte in Ripen (Ribe) König Christian I von Dänemark zum Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein wählen, ist das Schicksal Schleswig-Holsteins für Jahrhunderte festgelegt (dat se blieven tosamende up ewich ungedeelt). Der König von Dänemark ist Regent über Flensburg in seiner Eigenschaft als gewählter Herzog von Schleswig.

Tabellarische Darstellung:

vor 1200 • Flensburg ist eine kleine Handelssiedlung (Köbing genannt) im Königreich Dänemark, deren Funktion hauptsächlich im Umschlag von Waren zwischen Nord- und Ostsee besteht - als ein kleiner Handelsort neben der Handelsmetropole Schleswig.
ca. 1170 •Eine städtische Kernanlage besteht um die Kirche St.Johannis. Es ist anzunehmen, dass auch im Bereich des heutigen Kirchspiels St.Marien schon eine oder zwei kleine Kernsiedlungen bestanden.
ca. 1200 • Die Marktsiedlung Flensburg (St.Marien) wird planmäßig nach dem Vorbild der hansischen Gründungsstadt angelegt. Flensburg ist damit eine der vielen Gründungsstädte der dänischen Großmachtzeit unter den 'Waldemaren', die die Ostsee beherrschten und den Handel zwischen Nordsee und Ostsee in ihrer Hand hatten, zumal sie zeitweise auch Lübeck und Hamburg erobert hatten.
• Schriftsprache: lateinisch, platt-dänisch (sønderjysk).
• Umgangssprache: dänisch (sønderjysk).
1232 • Prinz Abel wird Herzog von Schleswig. Nach dem Tode seines Vaters, Waldemars II. im Jahr 1241, führt der Herzog eine hansefreundliche Politik. Flensburg gerät unter hansischen Einfluß - vor allem Stralsund, Wismar und Lübeck werden wichtige Handelspartner.
1240 • Erstmalige urkundliche Erwähnung der Stadt.
ca. 1240-1280 • Anlage des Kirchspiels St.Nikolai um den Südermarkt.
• Einführung der Ratsverfassung nach lübischem Vorbild (ca. 1260).
1263 • Anlage des Franziskanerklosters (jetzt Altenheim 'Kloster zum Heiligen Geist').
1282 • Schleswig und Flensburg schließen einen Vertrag zur Beendigung ihrer wirtschaftlichen Rivalität und zu gegenseitiger handelspolitischer Unterstützung.
1284 • Bestätigung des Stadtrechts durch Herzog Waldemar IV. von Schleswig. Flensburg wird am 29.12. Stadt im Rechtssinn.
1386 • Erbliche Belehnung des Schauenburgischen Grafen Gerhard VI. von Holstein mit dem Herzogtum Schleswig durch Königin Margarethe I. von Dänemark. Die Schauenburgische Handelspolitik, die in engem Zusammenhang mit Lübeck gesehen werden muss, hat für Flensburg schon seit 1325 Bedeutung gehabt.
1388 • Flensburg verliert sein dörfliches Aussehen. Der Rat erlässt eine Willkür (=städtische Satzung), in der angeordnet wird, dass die Häuser mit Ziegelsteinen statt mit Stroh gedeckt werden müssen.
1398 • Herzog Gerhard VI. verkauft die 'Rude', die seitdem den südlichen Teil des Stadtfeldes bildet, an die Stadt Flensburg.
1409 • Königin Margarethe I. und König Erich erhalten Flensburg als Pfandbesitz.
1409-1435 • Krieg um das Herzogtum Schleswig zwischen dem dänischen Königshaus und den schauenburgischen Grafen, die durch die Hansestädte unterstützt werden. Flensburg steht im Mittelpunkt dieses Krieges und wird schwer zerstört.
1411 • König Erich läßt die Duburg zur Sicherung der Königsherrschaft erbauen (1719 aufgegeben).
1412 • Die Bürgerschaft Flensburgs leistet Königin Margarethe I. von Dänemark die Huldigung.
1431 • Die Duburg ergibt sich den Schauenburgern.
1435 • Im Frieden von Vordingborg wird Herzog Adolf VIII. von Holstein das Herzogtum Schleswig als erbliches Lehen zugesprochen.
• Flensburg hat ca. 3.000 Einwohner.
1443 • Bau des alten Rathauses an der jetzigen Rathausstraße.
1460 • König Christian I. von Dänemark aus dem Hause Oldenburg wird von den schleswig-holsteinischen Ständen zum Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein gewählt. Das bedeutet für Flensburg die Lösung von der wirtschaftlichen Vormacht Lübecks und - bis 1627 - den Aufstieg zur bedeutendsten Handelsstadt der Länder des dänischen Unionsreiches, das aus den heutigen Ländern Dänemark, Schweden (bis 1521), Norwegen (bis 1814) und Schleswig-Holstein (bis 1864) besteht.
• Schriftsprache: mittelniederdeutsch.
• Umgangssprache: mittelniederdeutsch, platt-dänisch (sønderjysk).
1480 • Die Stadt erhält die Berechtigung, eine Hafenabgabe ('Pfahlgeld') zu erheben.


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