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1900 - 1945



Der Ausgang des 1. Weltkrieges trifft Flensburg schwer. Nach einer Volksabstimmung 1920 wird die heutige Grenze gezogen - Nordschleswig kommt zu Dänemark und Flensburg wird eine Grenzstadt. Im 2. Weltkrieg fallen hier weniger Bomben als in vergleichbaren Städten, Flensburg bleibt fast unzerstört. Aber gegen Kriegsende und danach ist das Flüchtlingselend groß. Die letzte Reichsregierung flieht bis hierher, die Marineschule Mürwik im so genannten "Sonderbezirk Mürwik" wird Sitz der letzten Reichsregierung. Diese erklärt unter der Führung von Großadmiral Dönitz von der Marineschule Mürwik aus am 07. Mai 1945 die Kapitulation und das Ende des Dritten Reiches.

Tabellarische Darstellung:

1900 • Errichtung der Handwerkskammer.
• Einwohnerzahl zur Volkszählung am 1.12.: 48.922.
1903 • Kunstgewerbemuseum wird eröffnet.
1904 • Einrichtung einer Berufsfeuerwehr.
1907 • Umstellung der Straßenbahn auf Elektrizität.
• Die Flensburger Werft (FSG) steht mit 42.504 BRT abgelieferter Tonnage an der Spitze der deutschen Werftindustrie, direkt gefolgt von Blohm & Voß (42.110 BRT), Stettiner Vulkan (42.105 BRT).
1910 • Die Marineschule Mürwik wird ihrer Bestimmung übergeben.
• Flensburg ist -mit großem Abstand- Deutschlands drittgrößte Reedereistadt nach Hamburg und Bremen.
1911 • Einweihung des Friedhofs 'Friedenshügel'.
1912 • Bau eines neuen Elektrizitätswerkes.
1914-1918 • Erster Weltkrieg.
1918 • Deutschland wird Republik.
1919-1920 • Abstimmung im Herzogtum Schleswig. Die erste Zone (Nordschleswig) entscheidet sich in einer En-bloc-Abstimmung mit 75% der abgegebenen Stimmen für Dänemark. Am 14. März gemeindeweise Abstimmung in der zweiten Zone und in Flensburg. Flensburg entscheidet sich mit 75% für ein Verbleiben in Deutschland. Die neue Grenze wird 5 km nördlich von Flensburg gezogen. Die wirtschaftlichen Folgen sind schwerwiegend. Flensburg verliert knapp die Hälfte seines Absatzgebietes. Die Umsatzeinbußen in Flensburg belaufen sich im Schnitt auf 30%. Die Stadt stagniert in der Folgezeit.
• Die Mühlenstromüberdeckung wird in Angriff genommen.
• Schriftsprache: hochdeutsch.
• Umgangssprache: hochdeutsch, niederdeutsch.
1922 • Inbetriebnahme des ersten Klärwerkes am Lautrupsbach (bis 1963).
1923 • Eröffnung eines Freihafens (Schließung erfolgt 1935).
1925 • Eröffnung des Flugplatzes Schäferhaus.
1926 • Inbetriebnahme des Seegrenzschlachthofs (aufgelöst 1973).
1927 • Das Stadion auf dem Kielsenger Feld wird eingeweiht.
• Eröffnung des heutigen Bahnhofs.
1928 • Inbetriebnahme des Rundfunksenders auf der östlichen Höhe.
1929 • Beginn der Weltwirtschaftskrise. Flensburg wird wegen seiner wirtschaftlichen Schwäche besonders betroffen. 1930 liegen vermehrt Schiffe der Flensburger Flotte als 'Auflieger' im Hafen. Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) stellt ihren Betrieb ein (bis 1934). 1930 gibt es ca. 6.000 Arbeitslose. Die Wohlfahrtslasten der Stadt steigen 1931 - gemessen an 1913 - auf das Sechsfache. Im gleichen Jahr ist die Zahl der Offenbarungseide gegenüber 1924 um das Dreifache gestiegen. 1932 stellt die Papierfabrik vorübergehend ihren Betrieb ein. Die Zahl der Arbeitslosen erreicht ca. 9.000.
1930 • Einweihung des 'Deutschen Hauses'.
1931 • Der ZOB, Deutschlands erster Zentraler Omnibus-Bahnhof, wird dem Verkehr übergeben.
1933 • NS-Machtübernahme, Beginn der nationalsozialistischen Diktatur.
• Boykott jüdischer Geschäfte, Bücherverbrennung auf der Exe.
• Die Reedereien Horn und Schuldt gehen nach Hamburg.
1935 • Erneuerung großer Teile des Hafenbollwerkes.
1935-1937 • Errichtung Torpedo- und Nachrichtenschulen Flensburg-Mürwik (heute: Stützpunkt und Fernmeldeschule).
1936 • Erbauung der Panzerkaserne (Meiereistraße).
1938 • Erbauung der Grenzlandkaserne.
• Das Krematorium wird in Betrieb genommen.
• Zerstörung des Gutes Jägerslust der Fam. Wolff in der Progromnacht (09/10.11.1938).
1939 • Volkszählung. Die Einwohnerzahl wird auf 70.871 festgestellt.
1939-1945 • Zweiter Weltkrieg.
1945 • Im Mai wird Flensburg und das 'Sondergebiet Mürwik' um die Marineschule Fluchtpunkt mehrerer Tausend Angehöriger von Partei, Staat und Wehrmacht.
• Besetzung durch alliierte Truppen. Schwere Explosion im Juni (nach Kriegsende) mit 60 Toten im Hafen.


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