Am 10. September 2011 wird der "Idstedt-Löwe" aus Kopenhagen nach Flensburg zurückkehren.
Das ehemalige Siegesmonument der Dänen zur Erinnerung an die Schlacht zwischen Dänemark und Preußen von 1850, das später über viele Jahre auch in Berlin seine Heimat gefunden hatte, wird nun seinen endgültigen Platz auf dem Alten Friedhof in Flensburg einnehmen, wo es bereits 1862 seinen Platz hatte. Diesmal soll der Löwe jedoch kein Zeichen von Siegern und Besiegten darstellen, sondern ein Symbol der Freundschaft zwischen Deutschland und Dänemark verkörpern.
Neben dem dänischen Kulturminister wird auch Prinz Joachim von Dänemark anwesend sein, wenn der Löwe in Flensburg erneut begrüßt wird.
Neues vom Löwen
10. September 2011 - Reden
Oberbürgermeister Simon Faber | PDF 75 kB
Dänischer Kulturminister Per Stig Møller | PDF 43 kB
Stadtpräsident Dr. Christian Dewanger | PDF 52 kB
Schleswig-holsteinischer Kultusminister Dr. Ekkehard Klug | PDF 43 kB
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36. Kalenderwoche
Rede des dänischen Botschafters S.E. Per Poulsen-Hansen auf der Pressekonferenz zum Idstedt-Löwen in Berlin am 05. September 2011
- Es gilt das gesprochene Wort. -
Sehr geehrte Damen und Herren,
am 10. September soll markiert werden, dass Herman Wilhelm Bissens beeindruckendes Monument des Idstedt-Löwen nach langer Reise nach Flensburg zurückkehrt.
Nun ist es ja nicht alltäglich, dass ein nationales Denkmal nach vielen Jahren der Abwesenheit an seinen ursprünglichen Standort zurückkehrt. Deswegen ist es angebracht, sich die Frage zu stellen: Wie ist es hierzu gekommen?
Man muss die Geschichte im breiteren Zusammenhang betrachten. Denn die Rückkehr des Idstedt-Löwens nach Flensburg kann symbolisch für die Entwicklung der deutsch-dänischen Beziehungen gesehen werden. Vom früheren „gegeneinander“ zum heutigen „miteinander“.
Entscheidend ist es, dass sich in den letzten Jahrzehnten zwischen Dänemark und Deutschland ein sehr nahes und vertrauensvolles Verhältnis entwickelt hat. Und zwar in allen Bereichen. Dies reicht von der Zusammenarbeit in der NATO und der EU, bis zu den engen wirtschaftlichen Verbindungen. Deutschland ist Dänemarks größter Handelspartner.
Diese Entwicklung hat ebenfalls eine zentrale Rolle im dänisch-deutschen Grenzland gespielt. Ein Meilenstein waren die Bonn-Kopenhagen Erklärungen im Jahr 1955, in denen die Rechte der deutschen und dänischen Minderheiten festgelegt wurden. Dies war der Grundstein für ein besseres Verhältnis zwischen den Minderheiten und der Mehrheitsbevölkerung auf beiden Seiten der Grenze. Außerdem stärkte es den Kontakt über die Grenzen hinweg. Gute Beispiele hierfür sind die Etablierung der Region Sønderjylland-Schleswig im Jahr 1997 sowie die Kooperationsvereinbarung zwischen der Region Süddänemark und Schleswig-Holstein aus dem Jahre 2007.
Es ist ohne Zweifel die Zusammenarbeit und das gute Verhältnis zwischen Dänen und Deutschen, das dazu beigetragen hat, dass der Flensburger Stadtrat im Frühjahr 2009 bei der dänischen Regierung bezüglich einer möglichen Rückkehr des Idstedt-Löwe angefragt hat. Die Antwort war bekanntlich positiv.
Hierzu muss ich erläutern, dass alle dänischen Regierungen seit 1945 den Standpunkt vertreten haben, dass der Idstedt-Löwe nach Flensburg zurückkehren könne, wenn von deutscher Seite der Wunsch geäußert werde. Entscheidend hierfür wäre, dass ein solches Anliegen in großer Einigkeit geschah. Dass dies der Fall war, hat die Abstimmung im Flensburger Stadtrat bestätigt, als dieser im Februar 2010 mit großer Mehrheit beschloss, dass der Idstedt-Löwe auf seinen ursprünglichen Platz in Flensburg zurückkehren kann. Das Flensburger Tageblatt titelte nachfolgend treffend: ”Rat einig: Der Löwe kommt zurück”.
Nun ist es soweit. Lassen Sie mich hinzufügen, dass es sich um einen in allen Belangen gesunden Löwen handelt, der nach Flensburg zurückkehrt. Der Löwe hat gerade eine umfangreiche Restaurierung in Kopenhagen hinter sich und ist somit in „guter Form“. Gleiches gilt auch für den neuen Sockel aus schwedischem Granit, der eine genaue Kopie des originalen Sockels aus dem Jahre 1862 ist. Der dänische Staat ist für die Restaurierung des Monumentes und den größten Teil des Sockels aufgekommen. Die restlichen Mittel wurden von Stiftungen und Beiträgen einzelner Firmen getragen.
Dem Tag der offiziellen Rückkehr des Idstedt-Löwens werden unter anderem die königliche Hoheit Prinz Joakim, der dänische Kulturminister, der schleswig-holsteinische Bildungsminister, mein Kollege – der deutsche Botschafter in Dänemark – und ich beiwohnen. Wir freuen uns auf diesen Tag. Es wird ein feierlicher Tag!
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33. Kalenderwoche - „Gut gebrüllt, Löwe!“ Nachbarschaftliches rund um den Idstedt-Löwen
Nach fast 150 Jahren kehrt das monumentale Denkmal des „Idstedt-Löwen“ an seinen ursprünglichen Standort auf dem Alten Friedhof in Flensburg zurück, wo es 1862 erstmals aufgestellt wurde. Die Sonderausstellung im Hans-Christiansen-Haus auf dem Museumsberg Flensburg verfolgt in direktem Blickkontakt zum Löwen die Geschichte und Rezeption des von H. W. Bissen entworfenen Denkmals. Historische Skizzen, Modelle, Fotos und Dokumente begegnen dabei aktuellen künstlerischen Positionen, die sich dem Löwen als Symbolfigur zuwenden.
Der aus Schleswig gebürtige Berliner Maler Jens Lorenzen widmet dem Löwen eine Serie von großformatigen Ölbildern. Als „Mauer“ nebeneinander hängend zeigen sie in ironischer Brechung die vielfältigen Bedeutungen, die dem Löwen als Symbol beigemessen werden, damals wie heute. Der Österreicher Lorenz Estermann schuf eine raumfüllende Installation, die sich dem Thema in freier Assoziation nähert. Bevor man zum Löwen findet, irrt man durch ein Labyrinth, vorbei an den Namen von über tausend Gefallenen der Idstedt-Schlacht.
Die Schlacht von Idstedt – Hintergründe und Folgen
1848 war das Herzogtum Schleswig fester Bestandteil des von König Friedrich VII. regierten dänischen Gesamtstaats. Vor dem Hintergrund der europäischen Revolution kam es Ende März zur Erhebung deutsch gesinnter Schleswig-Holsteiner. Sie betrachteten das aus ihrer Sicht unteilbare Schleswig-Holstein bis zur Königsau im Norden als Teil des künftigen deutschen Nationalstaats und riefen eine provisorische Regierung aus. Nach den Vorstellungen der nationalliberalen „Eiderdänen“ hingegen sollte Schleswig mit der Eider als Südgrenze vollständig in das Königreich Dänemark integriert werden.
Darüber kam es zu einem drei Jahre währenden Bürgerkrieg. Als dessen Höhepunkt empfanden beide Seiten die Schlacht bei Idstedt am 25. Juli 1850. Dabei trafen 37.000 dänische und 26.000 schleswig-holsteinische Soldaten aufeinander, die dänischen Truppen siegten. Nicht weniger als 6.500 Menschen verloren in einer der blutigsten Schlachten Nordeuropas ihr Leben oder wurden verwundet. Viele Verwundete wurden in Lazarette nach Flensburg gebracht und erlagen dort ihren Verletzungen. Sie wurden auf dem Alten Friedhof beigesetzt.
In politischer Hinsicht war die Schlacht von geringer Bedeutung. Das Schicksal des Schleswiger Herzogtums hatten die europäischen Großmächte vorab entschieden und sich in den „Londoner Protokollen“ 1850 und 1852 diplomatisch geeinigt: Schleswig verblieb bei Dänemark.
Nach dem deutsch-dänischen Krieg 1864 wurde Schleswig-Holstein von den siegreichen Preußen besetzt. Die Grenzverschiebung gen Norden bis zur Königsau war jedoch nicht von Dauer. Die heutige Grenze wurde 1920 in einer Volksabstimmung festgelegt. Auf beiden Seiten leben seither nationale Minderheiten. Deren Recht auf ein freies nationales Bekenntnis und die ungehinderte Pflege der Sprache und Kultur beiderseits der Grenze wird in den Bonn-Kopenhagener Erklärungen vom 29. März 1955 geschützt.
| 1858 | Auf Initiative des nationalliberalen dänischen Politikers Orla Lehmann wird der Bildhauer Hermann Wilhelm Bissen beauftragt, für den Flensburger Friedhof ein Monument der Idstedt-Schlacht in Form eines Bronzelöwen sowie Reliefporträts von vier Generälen für den Sockel zu entwerfen. Ein anschließender Spendenaufruf in Dänemark bringt sehr viel Geld ein, so dass die Dimensionen des Denkmals vervielfacht werden. |
| 1862 | Am zwölften Jahrestag, 25. Juli 1862, der Schlacht bei Idstedt enthüllt ein Komitee um den “Eiderdänen“ Orla Lehmann das Denkmal auf dem Flensburger Alten Friedhof unweit der Kriegsgräber. Die Betonung des Dänentums während der Feierlichkeiten führt zu Unmut unter der deutschen Flensburger Bevölkerung. Die Blickrichtung des Löwen nach Süden interpretieren viele als Anspruch auf die Eidergrenze. |
| 1864 | In Folge des Deutsch-Dänischen Krieges bauen preußische Truppen den Löwen ab, nachdem er durch Vandalismus beschädigt worden war. Die Bronzeteile werden zunächst im Hof des Flensburger Ständehauses eingelagert. |
| 1868 | Der Löwe wird in die preußische Hauptstadt transportiert, repariert und im Hof des Berliner Zeughauses Unter den Linden aufgestellt. |
| 1878 | Der Idstedt-Löwe erhält einen neuen Platz im Innenhof der Hauptkadettenanstalt Lichterfelde bei Berlin. |
| 1945 | Nach Kriegsende - im Oktober 1945 - bringen amerikanische Truppen auf Initiative des dänischen Journalisten H.V. Ringsted das Standbild nach Kopenhagen. Dort wird es im Hof des Königlich Dänischen Zeughausmuseums provisorisch aufgestellt. |
| 2001 | Das Denkmal erhält einen repräsentativen Standort auf dem Kopenhagener Søren Kierkegaards Plads. |
| 10. September 2011 | Als gemeinsame deutsch-dänische Initiative wird das Denkmal am historischen Standort in Flensburg wieder errichtet. |
Seit 1874 existiert übrigens ein zweiter Löwe: In Berlin-Wannsee steht seit 1874 eine im Auftrag des Berliner Bankiers Wilhelm Conrad angefertigte originalgroße Zinkkopie des Löwen. Die Berliner Kopie ist als „Flensburger Löwe“ bekannt, das Löwendenkmal in Flensburg hingegen als „Idstedt-Löwe“.
Slaget ved Isted – baggrunde og følger
I 1848 var hertugdømmet Slesvig en del af kong Frederik VIIs danske helstat. På baggrund af de europæiske revolutioner rejste de tysksindede slesvig-holstenere sig i slutningen af marts til oprør og udråbte en provisorisk regering. Efter deres mening skulle et udelt Slesvig-Holsten med Kongeåen som grænse mod nord fremtidigt være medlem af den tyske nationalstat, medens de nationalliberale ”ejderdanskere” mente, at Slesvig med Ejderen som syd grænse skulle være en fuldt integreret del af kongeriget Danmark.
Den Første Slesvigske Krig kom til at vare tre år og kulminerede i slaget ved Isted den 25. juli 1850, hvor 37.000 danske og 26.000 slesvig-holstenske soldater stod overfor hinanden, og hvor de danske tropper sejrede. Ikke mindre end 6.500 mennesker mistede livet eller blev sårede i dette skrækkelige slag. Utallige sårede blev bragt til lazaretter i Flensburg, hvor mange senere døde og blev begravet på den gamle kirkegård.
Politisk set var slaget ved Isted af ringe betydning. De europæiske stormagter havde allerede afgjort hertugdømmet Slesvigs skæbne. Diplomatisk lagde de sig fast i London protokollerne i 1850 og 1852. Slesvig forblev hos Danmark.
Efter den dansk-tyske krig 1864 blev Slesvig-Holsten besat af de sejrende preussere,
men flytningen af grænsen mod nord til Kongeåen varede ikke evigt. I 1920 blev den nuværende grænse lagt fast ved en folkeafstemning. Siden da lever der nationale mindretal på begge sider af grænsen Deres ret til frit at bekende nationalt sindelag og uhindret at pleje deres sprog og kultur er fastlagt i Bonn-København erklæringerne af 29. marts 1955.
| 1858 | På initiativ af den nationalliberale danske politiker Orla Lehmann får billedhuggeren Hermann W. Bissen til opgave at skabe et monument til opstilling på kirkegården i Flensborg. I form af en bronzeløve med reliefportrætter af 4 fremtrædende officerer på soklen skal det vidne om slaget ved Isted. En indsamling i Danmark resulterer i så mange penge, at monumentet kan udformes større end først planlagt. |
| 25. Juli 1862 | På tolvårsdagen for slaget ved Isted afslørede en komité omkring den ”ejderdanske” politiker Orla Lehmann monumentet på den gamle kirkegård i Flensborg ikke langt fra krigergravene. Deres betoning af danskheden under festlighederne vakte harme i den tysksindede del af Flensborgs befolkning. Løven var vendt mod syd, og det tolkede mange som et krav om Eidergrænsen. |
| 1864 | Efter den dansk-tyske krig bliver monumentet udsat for overgreb og beskadiget, hvorefter preussiske tropper afmonterer det. Bronzedelene bliver i første omgang oplagret i gården bag Flensborgs stænderhus. |
| 1868 | Løven bliver transporteret til den preussiske hovedstad Berlin, repareret og opstillet i gården til Tøjhuset ”Berliner Zeughaus” , Unter den Linden. |
| 1878 | Istedløven får sin ny opstilling på gårdspladsen ved ”Hauptkadettenanstalt Lichterfelde” i Berlin. |
| Oktober 1945 | Efter krigen bringer amerikanske tropper på foranledning af den danske journalist H.V. Ringsted monumentet til København. Her opstilles det provisorisk i gården til Tøjhusmuseet. |
| 2001 | Mindesmærket får nu en repræsentativ opstilling på Søren Kirkegårds Plads bag Tøjhusmuseet i København. |
| 10. September 2011 | På fælles tysk-dansk initiativ bliver mindesmærket nu atter opstillet på sin historiske plads i Flensborg. |
Siden 1874 findes der i øvrigt endnu en løve. På foranledning af bankier Wilhelm Conrad, Berlin, blev der udfærdiget en tinkopi af løven i originalstørrelse og opstillet i Berlin Wannsee. I Berlin kendes kopien som „Flensborgløven”, hvorimod løvemonumentet i Flensborg er kendt som „Istedløven”.
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32. Kalenderwoche - Interview mit Herrn Bösselmann vom 08. August 2011
Wir danken Herrn Klaus Bösselmann, geboren 1942 in Danzig/Westpr., für das Interview. Herr Bösselmann ist in Göttingen und Hannover aufgewachsen. Es folgte die Ausbildung an der Werkkunstschule der Stadt Aachen von 1962-1968 als Kunstschmied, abgeschlossen mit Meisterprüfung und 1. Staatsexamen. Seit 1968 ist er als selbständiger Kunstschmied tätig, daneben seit 1975-2002 als teilzeitbeschäftigter Kunsterzieher am Gymnasium in Satrup tätig. Klaus Bösselmann ist mit einer Dänin verheiratet und hat 3 Söhne, welche die dänische Schule besucht haben.
Herr Bösselmann, Sie sind von der Stadt beauftragt worden, die Schrifttafeln für den Sockel des Idstedt-Löwen zu fertigen. Wie fühlen Sie sich dabei?
Ich bin stolz darauf, dass mir diese besondere Arbeit anvertraut wurde. Die dahinter stehenden historischen Ereignisse beschäftigen mich schon. Ich halte die Rückführung des Löwens nach Flensburg durchaus für ein historisches Ereignis.
Nun ist das ja nicht die erste filigrane Arbeit mit historischem Wert, mit der Sie sich beschäftigen. Was haben Sie denn schon alles in Ihren Auftragsbüchern verzeichnen können?
In Flensburg konnte ich sowohl Arbeiten nach eigenen Entwürfen als auch Sanierungsarbeiten ausführen. Zu letzteren gehören u.a die Toranlage des Anton-Mausoleums und das Grabmalzeichen der Familie Schmidt auf dem Alten Friedhof, der Monopteros. Aber im Stadtbild sichtbar ist z.B. die 'Toranlage zum ehemaligen Eichamt am Mauseloch oder Toranlagen in der Segelmacherstraße neben Auslegern und Gussarbeiten.
Sie beschäftigen sich in der Sanierung häufig mit Gussarbeiten. Was ist das Besondere daran?
Gusseiserne Arbeiten sind lange Zeit als ewig lebend betrachtet worden. Es waren überwiegend auch industrielle Produkte, denen keine große Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Damit ging für viele Handwerker das Wissen um spezielle Gussarbeitstechniken verloren. Hier gilt wie so oft: Übung macht den Meister. Ich wage mich an Gussarbeiten heran und profitiere inzwischen von meinen Erfahrungen von früheren Arbeiten.
Restaurieren Sie nur alte Dinge oder welche Tätigkeiten führen Sie noch aus?
Mein jährliches Arbeitsprogramm besteht zur Hälfte aus Neuherstellungen nach eigenen Entwürfen von Gebrauchsgegenständen, die ihren Platz im öffentlichen Raum finden. Das sind z.B. Toranlagen - meine Lieblingsaufgaben -, aber auch Geländer, Beleuchtungen und Gussarbeiten. Mein künstlerischer Anspruch beim Entwurf und in der Ausführung dieser Arbeiten besteht darin, dass Form und Funktion zu einer Einheit werden. Die andere Hälfte sind die Sanierungen oder auch Restaurierungen.
Zurück zum Löwen - woraus bestehen die Platten mit den Inschriften?
Die Platten, von denen die Größere ca. 65 Kg wiegt, bestehen aus Kupfer. Die Schriftzeichen sind darauf verdeckt verschraubt. Die Oberfläche der neuen Trägerplatte wird durch Patinieren künstlich gealtert, um sich dem Farbton der historischen Platte anzugleichen. Anschließend wird die historische Tafel auf der größeren, neuen Trägerplatte unlösbar befestigt.
Wie lange haben Sie denn an den Platten gearbeitet und vor allem, was war der schwierigste Part?
Ca. 350 Stunden habe ich mindestens aufgewendet. Ich hätte mir vorab mehr Zeit gewünscht, aber die Detailabstimmungen forderten mehr Zeit als vorgesehen. Aber das wichtigste ist: Die Arbeit ist weitgehend geschafft. Das Schwierigste war sicherlich, fehlerfreie Bohrungen für die Buchstaben vorzunehmen. Wäre mir eine Fehlbohrung außerhalb eines Buchstabens oder eine mechanische Beschädigung der Plattenoberfläche unterlaufen, wäre die ganze Platte hin gewesen. Eine Kupferplatte in der
Größe ist in der Fläche wegen des hohen Wärmebedarfs nicht zu schweißen.
Mussten die Platten so groß werden?
Wenn man bedenkt, dass die Platten später in 3,50 m Höhe hängen und die Schrift noch lesbar sein muss, ist die Größe schon notwendig. Außerdem hatte ich vorgeschlagen, die historische Tafel, die beim Umzug nach Berlin im Jahre 1868 wegen Anbringung auf einem kleineren Sockel halbiert wurde, auf der neuen Trägerplatte anzubringen.
Haben Sie inzwischen ein persönliches Verhältnis zum Werkstück?
Ja, aber das habe ich eigentlich zu jeder meiner Arbeiten. Über den Spruch mit dem gegenseitigen Vertrauen und der Freundschaft muss ich aber immer noch schmunzeln. Schließlich sind meine dänische Frau und ich bereits seit 40 Jahren verheiratet. In unserer Jugend haben wir nicht auf deutsch-dänische Symbolpolitik von 2011 gewartet. Völkerverständigung und Zusammenleben zwischen dänischen und deutschen Familienteilen wird seitdem bei uns gelebt.
Die Schrifttafeln
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32. Kalenderwoche
Der Steinmetz Thomas Neumeyer aus Odense baut mit seinen beiden Kollegen bis zum Ende dieser Woche das Postament für den Idstedt-Löwen auf.
Dazu werden 31 Granitblöcke um einen schon vorhandenen Betonkern platziert. Der schwerste Block wiegt 7 Tonnen. Das ganze Denkmal wird 70 Tonnen wiegen. Die Aufstellung des Postaments nach exaktem historischem Vorbild ist Millimeterarbeit. Neumeyer hat in den letzten 4 Monaten die Rohgranitblöcke nach alter Steinmetztechnik geschlagen und die Oberflächen behandelt. Jeder einzelne Block wurde mit einem feinen Hammer bearbeitet, so dass eine scharrierte und geriffelte Fläche entsteht. Eine besondere Herausforderung war das Herstellen der alten gewölbten Profile. Der Rohgranit stammt wie bei dem originalen Sockel vor 150 Jahren aus den Steinbrüchen bei Udevalla/Schweden.
Ganz im Sinne der Wiederaufstellung präsentierten sich auch die Bauarbeiten als deutsch-dänisches Projekt. Eine aus Kollegen der Kopenhagener Kulturerbebehörde und der Stadt und den Flensburger Friedhöfen bestehende Projektgruppe steuert die Arbeiten. Der Flensburger Architekt Gülstorff von Asmussen und Partner leitet die Baustelle.
Uge 32
Stenhugger Thomas Neumeyer fra Odense bygger postamentet til Idstedløven med sine to kollegaer. De regner med at skulle bruge det meste af indeværende uge til arbejdet.
31 granitblokke placeres rundt om en allerede færdig kerne af beton. Den tungeste blok vejer ca. 7 tons. Hele monumentet kommer til at veje ca. 70 tons. Opstillingen af postamentet efter eksakt historisk forbillede er millimeterarbejde. Neumeyer har brugt de sidste 4 måneder på at slå granitblokkene efter gammel håndværkstradition og har behandlet deres overflader. Hver blok er blevet bearbejdet med en fin hammer, så der er opstået en skraveret overflade. En særlig udfordring lå i at fremstille de gamle hvælvede profiler. Granitten stammer - som den oprindelige granit - fra et stenbrud i Uddevalla, Sverige.
Også selve bygningsarbejdet og opstillingen af monumentet er blevet et dansk-tysk projekt: Arbejdet styres af en projektgruppe bestående af forretningsføreren for de flensborgske kirkegårde og kulturembedsmænd fra København og Flensborg. Arbejdet ledes af den tyske arkitekt Gülstorff fra firmaet »Asmussen und Partner«.
Postamentbau
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