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1. Was ist ein Öko-Audit?

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Bild: Emas-logo Der Begriff Öko-Audit setzt sich zusammen aus dem griechischen „Oikos“, für Ökologie oder Umwelt und dem lateinischen „audire“ für zu- oder hinhören. Öko-Audit heißt also sinngemäß:

Hinhören, was mit der Umwelt los ist.

Mit einem Öko-Audit nach EMAS wird geprüft, wie ein Unternehmen die Umwelt schützen kann - in Flensburg haben Danfoss, RP Sicherheitssysteme, die Flensburger Brauerei, das Flensburger Tageblatt, und zum Beispiel in Leck die Druckerei Clausen & Bosse ein Öko-Audit durchgeführt.

Bald merkte man, dass auch in Behörden und Schulen etwas für die Umwelt getan werden kann. Seit Mitte der 1990er Jahre wird versucht, das Öko-Audit für Schulen umzugestalten: dafür muss es angepasst werden, denn eine Schule unterscheidet sich wesentlich von einem Unternehmen.

Wenn das Öko-Audit neben den Ökothemen auch soziale und wirtschaftliche Themen wie Mitbestimmung und Kosten-Nutzen-Rechnungen im Schulbetrieb umfasst, nennt man es auch Nachhaltigkeitsaudit.

2. Was soll mit einem Öko-Audit an Schulen erreicht werden?

Ein Schul-Audit soll negative Auswirkungen des Schulbetriebes auf die Umwelt verringern: z. B. zu weniger Strom-, Heizenergie-, Wasser- und Papierverbrauch führen.

Grundlage aller Aktivitäten, mit denen diese Ziele erreicht werden sollen, ist eine Bestandsaufnahme zu allen wichtigen Umweltaspekten. Dies beinhaltet eine Begutachtung der Heizungsanlage und deren Steuerung genauso wie die Messung des Verbrauchs an Kopierpapier oder der Wassermenge zum Händewaschen auf der Toilette.

Als eine in der Praxis bewährte Vorgehensweise zur Durchführung eines Schul-Audits hat sich das Plan-Do-Check-Act-Verfahren etabliert, das im Folgenden erläutert wird.

Wenn die Bestandsaufnahme gemacht worden ist, werden die wichtigsten Handlungsfelder festgelegt, Ziele formuliert und Maßnahmen entschieden, die innerhalb und außerhalb des Unterrichts umgesetzt werden sollen. Dies ist die Plan-Phase. An den beteiligten Schulen sind die Maßnahmen vielfältig. So wurden Verantwortliche in jeder Klasse bestimmt, die auf das richtige Lüften oder das Schließen von Fenstern und Türen nach dem Lüften achten. Andere Schülerinnen und Schüler gründen eine Schülerzeitung, in der sie über ihre Schule berichten – nicht nur zu Umweltthemen. Und die Aktivitäten sind meist nicht altersgebunden. So können von der ersten bis zur 12 Klasse alle Schüler eingebunden werden.

Damit bei der Realisierung keiner den Überblick verliert und die Verantwortlichkeiten klar geregelt sind, gibt es das Wer-macht-was-bis-wann-Programm, wo diese eindeutig definiert sind.

In der anschließenden Do-Phase werden die geplanten Maßnah-men umgesetzt. So kann im Physik oder Mathematikunterricht die Raumtemperatur und das Volumen des Klassenzimmers gemessen werden, um zu erkunden, welche Luftmenge täglich erwärmt werden muss. Im Deutsch- oder Kunstunterricht können Texte verfasst und Plakate entworfen werden, die von einer Umwelt-AG oder den Energiescouts in den Klassen verteilt werden. Alle Schülerinnen und Schüler lernen auch die Aufgaben des Hausmeisters kennen, der als Verantwortlicher zum Beispiel für die Sporthallennutzung oder die Regelung der Raumtemperatur ein wichtiger Mitstreiter im Öko-Audit-Prozess ist.

Zwischenzeitlich und am Ende der Umsetzungsphase wird geprüft, ob sich der gewünschte Erfolg eingestellt hat. Dies nennt man Check-Phase. Es könnte zum Beispiel sein, dass die Schulhofbegrünung nicht – wie geplant – allein von einer AG umgesetzt werden kann. In Zukunft werden also die Aktivitäten auch im Rahmen des Biologieunterrichts verwirklicht. Auch könnte es sein, dass die Umsetzung der Schulhofgestaltung zu teuer wird und einige Projekte wie ein Basketballplatz, nicht verwirklicht werden können. Vielleicht stellt sich durch eine Prüfung heraus, dass Eltern mit ihren Betrieben oder Sponsoren helfen können. So wird auch die außerschulische Welt mit einbezogen.

Wenn Schwierigkeiten aufgetreten sind, wird also reagiert (Nachbesserung). Dies ist die Act-Phase.

Falls alles geklappt hat, also die Ziele erreicht wurden, werden neue Ziele formuliert und es startet wieder die Do-Phase. An den beteiligten Flensburger Schulen wurden viele kleine und große Erfolge erzielt.

Hier der Plan-Do-Check-Act-Kreislauf im Überblick:

Bild: Plan Do Check Act

Wichtig ist:

Schülerinnen und Schüler werden an allen praktischen Maßnahmen und an den Entscheidungsprozessen beteiligt, die schulischen Umweltthemen in den Unterricht integriert.

3. Wer kann mitmachen beim Öko-Audit?

ALLE ! Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterin oder Schulleiter, Hausmeisterin oder Hausmeister, Eltern und Ehemalige: ein Öko-Audit ist etwas für die gesamte Schule und stärkt die Schulgemeinschaft!

Es helfen die Vertreterin oder der Vertreter der Stadt, die Beraterin oder der Berater, die/der Umweltmanagementbeauftragte.

4. Was ist ein Öko-Audit light?

Das Öko-Audit light ist ein vereinfachter Öko-Audit-Standard, der sich eng an das Öko-Audit nach EMAS anlehnt. Die Ablaufschritte sind identisch, nur der Umfang ist verringert.

Die Idee für das Öko-Audit light stammt aus einem Pilotprojekt des Umweltministeriums Schleswig-Holsteins und des Landessportverbands, wo die Light-Variante erstmals erprobt und bei 30 Sportorganisationen (Vereine, Bootsvermieter und kommunale Sporthallen) erfolgreich zertifiziert wurde.
Auf Grund einer engen Zusammenarbeit beider Projekte wurde das Konzept der Sportvereine auf Schulen übertragen und ein gemeinsamer Zertifizierungsleitfaden geschrieben, der es jetzt auch anderen Einrichtungen ermöglicht, „Light“ in das Öko-Audit einzusteigen.

Das Öko-Audit light fordert wie das Öko-Audit nach EMAS den Aufbau eines PDCA-Zyklus. Hierzu wird ein Managementhandbuch erstellt. Das Rahmenhandbuch, das von der Schule bei einem Öko-Audit light bearbeitet wird, ist im Umfang gegenüber dem Öko-Audit nach EMAS im wesentlich in zwei Punkten verkürzt worden. Das Handbuch vereinfacht insbesondere die Vorgehensweise zur Aktualisierung und Veränderung des Handbuchs und verzichtet auf das Kapitel zur Erstellung der Umwelterklärung, die somit nicht Bestandteil des Öko-Audits light ist.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Öko-Audit

Emas Was Ist Das  |  PDF 171 kB

Wer-macht-was-bis-wann-Programm  |  PDF 201 kB

Liste der beteiligten Schulen  |  PDF 182 kB

Plan-Do-Check-Act-Kreislauf  |  PDF 844 kB


Umwelt & Natur

 

Bild: Öko Audit