Die Stadt Flensburg hat sich als erster Träger Flensburger Kindertagesstätten dazu entschlossen, ihre Einrichtungen mit allen Gruppen extern untersuchen zu lassen. Dies geschah im Einvernehmen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtungen, die den Mut hatten, sich einer für sie im Ergebnis nicht vorher zu sehenden externen Qualitätseinschätzung zu stellen.
Das insgesamt durchaus zufriedenstellende Ergebnis wird den Qualitätsentwicklungsprozess der städtischen Kindertagesstätten fördern.
1. Anlass / Ziel
Das Ergebnis der PISA-Studie, neue Erkenntnisse der Hirnforschung über das Lernverhalten von Kinder und die daraus möglicherweise zu ziehenden Konsequenzen für die vorschulische Pädagogik veranlassten die städtischen Kindertagesstätten, die Qualität der eigenen Arbeit selbstkritisch zu hinterfragen und auf der Basis externer Evaluation eine wissenschaftlich gesicherte Grundlage für die weitere systematische Qualitätsentwicklung zu schaffen.
2. Instrument
Als Instrument für eine fachlich fundierte Qualitätsuntersuchung bot sich die von Professor Dr. Wolfgang Tietze und anderen an der Freien Universität Berlin entwickelte Kindergarteneinschätzskala (KES-R) an. Auf dieser Grundlage bietet die Pädagogische Qualtitäts-Informations-Systeme gGmbH (PädQuis) unter Leitung von Professor Dr. Tietze externe Qualitätseinschätzungen an.
Die Kindergartenskala basiert auf der 1980 in den USA entstandenen Early Childhood Environment Rating Scale. Die Verfahren sind gut eingeführt und im In- und Ausland vielfach erprobt.
Die städtischen Horte wurden nach der gleichfalls in Berlin entwickelten Hortskala (HOS) in der Forschungsversion untersucht.
3. Methode
KES-R und HOS untersuchen im Wesentlichen die Prozessqualität, d.h. es wird die Qualität des pädagogischen Geschehens, der Umgang mit den Kinder und die entwicklungsangemessene Interaktion untersucht. In einigen Fällen wird auch die Strukturqualität in den Einrichtungen bewertet, sofern diese im direkten Zusammenhang mit pädagogischen Prozessen steht.
Untersucht wurden alle 38 Gruppen in den 10 städtischen Kindertagesstätten mit ca. 720 Kindern. Als Untersuchungsinstrumente kamen die Beobachtung des jeweiligen Gruppengeschehens durch externe Evaluatoren, eine Elternbefragung sowie jeweils ein Interview mit den Erzieherinnen/Erziehern und der Leitung zur Anwendung.
4. Ergebnisse
Das Gesamtergebnis ist nachfolgend in einem Vergleich mit den Einschätzergebnissen im gesamten Bundesgebiet dargestellt:
| Qualitätsstufen | KES-R | Flensburg 2003 |
|---|---|---|
| Gute Qualität (>5) | 13 % | 17 % |
| Mittlere Qualität (3 bis <5) | 76 % | 83 % |
| Unzureichende Qualität (<3) | 11 % | 0 % |
Die Eltern zeigten sich bei der Elternbefragung insgesamt mit der Arbeit der Erzieherinnen/den Erziehern in den städtischen Kindertagesstätten zufrieden bis sehr zufrieden. Bei den Kindergartengruppen wurde bei 14 Fragen zur Elternzufriedenheit auf einer Skala von 0 (stimmt nicht) bis 3 (stimmt) ein Mittelwert von 2,72 erzielt, bei den Horten lag der Mittelwert bei 2,84.
Bei den Öffnungszeiten meldeten rund 25 % der Eltern einen höheren Bedarf an.
5. Abschlussbericht und Veröffentlichung der Ergebnisse
Der Abschlussbericht, der sich vorläufig noch auf 36 der 38 Gruppen bezieht, ist als PDF-Dokument vollständig einsehbar.
Die Ergebnisse wurden am 26.05.2004 im Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Die Mitteilungsvorlage für den Jugendhilfeausschuss hierzu ist ebenfalls als PDF-Dokument einzusehen.
Für weitere Auskünfte stehen Ihnen die Leitungen unserer Kindertagesstätten gerne zur Verfügung.
Für Hinweise und Anregungen wären wir dankbar:
Anschrift & Kontakt
Stadt Flensburg
Fachbereich 3.2, städtische Kindertagesstätten
Rathausplatz 1
24937
Flensburg
jensen.maren@stadt.flensburg.de
Weiteres
Qualitätsuntersuchung Kitas mit Nacherhebung | PDF 546 kB
Mitteilungsvorlage für den Jugendhilfeausschuss | PDF 576 kB




