Schulpsychologische Beratungsstelle
(c) Claudia Hautumm / Pixelio
Momentaufnahme an einem ganz normalen Vormittag in einer schulpsychologischen Beratungsstelle:
Zwei Mütter melden ihre Kinder an. Die eine hat Sorge, daß ihr neunjähriger Sohn nicht richtig schreiben lernt - die andere macht sich Gedanken darüber, warum ihre elfjährige Tochter immer wieder über Bauchweh klagt und der Kinderarzt keine organische Ursache feststellen kann. Eine Lehrerin ruft an, um die Moderation für einen Schilf-Tag zum Thema Schulprofil abzusprechen. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes lädt zu einer Helferkonferenz ein.
Die Aufgaben der schulpsychologischen Beratungsstelle sind vielfältig und dienen der Unterstützung und Beratung der an Schule beteiligten Menschen.
Wir sind dabei auf drei Ebenen tätig:
- auf der schulischen Ebene für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte,
- auf der familiären Ebene für Eltern und Erziehungsberechtigte,
- auf der schulaufsichtlichen Ebene für das Bildungsministerium und die Schulämter.
Die Arbeit der Schulpsychologischen Beratungsstelle überschneidet sich dabei mit der Arbeit anderer beratender Berufsgruppen und Beratungsstellen in Flensburg. Das besondere der schulpsychologischen Arbeit besteht hierbei im Zusammenwirken von direktem Schulbezug und fachlicher Unabhängigkeit auf der Grundlage fundierten schulpsychologischen Wissens.
Beratungsprinzipien
Schulpsychologische Beratung ist ein Angebot. Sie geschieht auf "freiwilliger" Basis und ist "vertraulich". Die Achtung und Förderung der "Eigenverantwortlichkeit" der Beteiligten ist ein Beratungsprinzip. Die Beratungsinhalte unterliegen der "Schweigepflicht". Schulpsychologische Beratung ist "gebührenfrei".
Die Individualberatung stellt zur Zeit unseren eindeutig größten Arbeitsbereich dar. Es ist der Bereich, der der Schulpsychologischen Beratungsstelle als selbstverständliches Arbeitsfeld zugeschrieben wird. Hier kommt es zu Kontakten mit vielen verschiedenen Menschen, die in den Beratungsprozeß mit einbezogen werden.
So sind die Mütter die Hauptansprechpartner in der Beratung für Schülerinnen und Schüler. In der Regel gibt es auch Kontakte und Gespräche mit den Lehrkräften. Sie spielen eine wichtige Rolle, wenn es um die konkrete Hilfe für Schülerinnen und Schüler geht.
Durch diese Zusammenarbeit mit der Schule geht die "Wirkung" meistens über den Einzelfall hinaus. Sie kommt indirekt über die Lehrkräfte auch anderen Schülerinnen und Schülern zugute.
Eine erfolgreiche Individualberatung erweist sich dadurch häufig als Türöffner als ein erster Schritt zu einer
Schulberatung
Dieser Arbeitsbereich gewinnt zunehmend an Bedeutung. In der großen Bandbreite psychologischer Fragestellungen gehen wir auf die Anliegen unterschiedlicher Zielgruppen beispielsweise der Lehrkräfte, Schulleitungen und Elternvertretungen ein.
Der größte Teil dieser Tätigkeiten bezieht sich auf Seminare und Fortbildungsveranstaltungen, die sich hauptsächlich drei Themenfeldern zuordnen lassen:
Vorbeugung und Prävention beispielsweise zu Fragen der Gesundheitsförderung oder der Gewaltprävention. Dies kann die Beteiligung an Elternabenden oder Lehrerkonferenzen oder die Teilnahme an einer Arbeitsgruppe zur Schulhofgestaltung sein.
Erklärungs und Bewältigungsstrategien bei Schülerinnen und Schülern mit besonders auffälligem schulischem Verhalten. Dies können z. B. Kinder mit Teilleistungsstörungen, aber auch Kinder mit besonderen Begabungen sein.
Unterstützung und Hilfe bei der Ausgestaltung der Arbeitswelt von Lehrerinnen und Lehrern. Die Stichworte "Burnout" oder "Verbesserungen der kollegialen Zusammenarbeit" stehen für diesen Themenbereich.
Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt bildet der Bereich Organisationsentwicklung und Systemberatung, ein Bereich, der für die Weiterentwicklung von Schule im Sinne größerer Eigenverantwortung immer wichtiger wird. Hierunter fallen auch Themen wie die Entwicklung von Schulprogrammen, oft in Verbindung mit der Gestaltung von Elternabenden und SchilfTagen.
Supervision von Lehrergruppen die Reflexion des eigenen Berufsalltags ist ein bekanntes und seit vielen Jahren bewährtes Angebot des Schulpsychologischen Dienstes.
Die Arbeit im psychosozialen Netz der Stadt ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine ökonomische und erfolgreiche Arbeit der Schulpsychologischen Beratungsstelle. Ratsuchende können so schnellstmöglich an spezielle weiterführende Institutionen weitergeleitet werden, um notwendige Hilfestellung bei der Lösung ihrer Probleme zu erhalten.
Vernetzungen und Zusammenarbeit bestehen zum Beispiel mit Einrichtungen der Jugendhilfe, mit öffentlichen, kirchlichen und privaten Beratungsstellen, mit psychotherapeutischen Institutionen und den Verwaltungen der Kommunen und Kreise.
Anmeldung und Kontaktaufnahme
Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Schülerinnen und Schüler können persönlich, telefonisch oder auch schriftlich direkt mit der Beratungsstelle Kontakt aufnehmen. Einen Dienstweg gibt es nicht.
Anschrift & Kontakt
Schulpsychologische Beratungsstelle der Stadt Flensburg
Bahnhofstraße 28
24937
Flensburg
04 61 - 85 29 30
04 61 - 85 18 96
Sie können uns in der Regel werktags von 8:30 Uhr bis 11:00 Uhr telefonisch erreichen
Weiterführende Links zum Thema Schulpsychologische Beratung:



