Oft gesucht:

Das Gleichstellungsbüro

  • ist aus dem früheren Frauenbüro hervorgegangen und das älteste seiner Art in Schleswig-Holstein (Gründung 1984)
  • sieht als seine Hauptaufgabe, in allen Lebensbereichen die Chancengleichheit der Geschlechter weiter nach vorn zu bringen (Mit dem Begriff „Geschlechter“ sind dabei nicht nur Frauen und Männer gemeint, sondern die Vielfalt aller sexuellen Identitäten!)
  • führt eine enge Zusammenarbeit mit Beratungsstellen, Verbänden und Organisationen in ganz Flensburg
  • organisiert und unterstützt wiederkehrende und spezielle Veranstaltungen in der Stadt und ist dadurch Teil des lebendigen Kulturlebens
  • bietet für die Einwohner*innen das bestmögliche Informationsangebot zu geschlechtsspezifisch relevanten Fragestellungen
  • berät innerhalb der Flensburger Stadtverwaltung zu den Themen Gleichstellung, Chancengleichheit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • regt gleichstellungspolitische Themen und Fragestellungen in der Flensburger Politik und Verwaltung an
  • prüft Verwaltungsvorlagen und Stellungsnahmen auf gleichstellungsrelevante Belange
  • begleitet den in der kommunalen Hauptsatzung festgeschriebenen Prozess des Gender Mainstreaming
  • wirkt bei landes- und bundesweiten Vernetzungen und Kooperationen mit
  • wünscht sich für die Zukunft, dass die Gleichstellung irgendwann ein derart hohes Niveau erreicht, dass die eigene Arbeit überflüssig wird!

Wenn Sie noch mehr über die Aufgaben und Unterstützungsmöglichkeiten des Gleichstellungsbüros erfahren möchten, werfen Sie doch bitte einen Blick in unseren Flyer.

Rechtliche Grundlagen:

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist in Artikel 3 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland verankert:

  • (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
  • (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
  • (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Weiterhin ist das Schleswig-Holsteinische Gleichstellungsgesetz eine wichtige Grundlage unserer Arbeit.

Aufgaben und Ziele:

Beratung

Sie können sich gerne an uns wenden, wenn Sie...

  • Fragen zur Gleichstellung haben;
  • sich als Verwaltungsmitarbeiter*in über Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder anderen Gleichstellungsfragen beraten lassen wollen;
  • als Bürger*in Anregungen und Vorschläge machen wollen, um die Situation in Flensburg unter Aspekten der Frauen- und Männerförderung, der Geschlechtergerechtigkeit oder der Akzeptanz vielfältiger sexueller Identitäten zu verbessern.

Unsere Beratungszeiten sind montags bis freitags von 8.30 bis 12.00 Uhr (weitere Termine gern nach Vereinbarung). Sie finden uns im Rathaus im 6. Stock (Zimmer 602 und 603). Telefonisch erreichen Sie uns unter 0461 / 85 2963 oder 85 2806, per Email unter balve.verena@flensburg.de oder beck.sandra@flensburg.de.

Ausführliche Informationen über die vielfältigen Flensburger Beratungsangebote, Gruppen etc. für alle Geschlechter finden Sie in unserem Wegweiser, den Sie im Rathaus auch in gedruckter Version erhalten können.

Frauenförderung / Frauen in die Politik / Frauen in Führung

Trotz positiver Tendenzen sind Frauen in Führungspositionen und wichtigen kommunalen Gremien häufig noch unterrepräsentiert. Wir arbeiten daran, dies zu ändern, denn durch die Mitwirkung von Frauen in unseren zentralen Flensburger Gremien erhoffen wir uns noch mehr Qualität und Kompetenz bei der Planung und Gestaltung wichtiger Themen unserer Stadt. Neben dem Gleichstellungsgrundsatz liegen die Vorteile von geschlechtergemischten Gremien auf der Hand, denn sie führen zu vielfältigeren Sichtweisen, mehr Kompetenzen und demzufolge auch zu mehr Erfolg. (Dies bestätigen auch Studien wie z.B. die McKinsey-Studie, die deutlich auf den Zusammenhang zwischen Unternehmenserfolg und dem Anteil weiblicher Führungskräfte in Konzernen hinweist.) Doch die Bemühungen auf vielfältigen Ebenen konnte übrigens nach der Kommunalwahl 2018 erreicht werden, dass sich der Frauenanteil in den Flensburger Aufsichtsräten auf 47 % erhöht hat (2013: 38 %)!

Geschlechtergerechte Sprache

Sprache ist ein Spiegel der Gesellschaft: In wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass die Verwendung der männlichen Form symbolisch und faktisch zur Benachteiligung von Frauen führt. Die fühlen sich oft nicht in gleicher Weise angesprochen, wenn z.B. nur von „Experten“ oder „Schirmherren“ die Rede ist. Aus diesem Grund möchten wir die Verwendung geschlechtergerechter Sprache anregen und haben hierzu einen kleinen Leitfaden herausgegeben. Die Flensburger Verwaltung verwendet derartige Formulierungen übrigens bereits in all ihren Berichten, Vorlagen und sonstigen Schriftstücken.

Gleichstellungsausschuss / Gleichstellungspolitik im Rat

Der Gleichstellungsausschuss tagt sechsmal jährlich, die Geschäftsführung liegt im Gleichstellungsbüro. Hier werden gleichstellungspolitische Themen vertieft und Empfehlungen für andere Fachausschüsse entwickelt. Der Gleichstellungsausschuss beschließt auch über die Vergabe von Fördermitteln, die zur Durchführung von kleineren geschlechtsspezifischen und regionalen Projekten zur Verfügung stehen (siehe Projektförderung). Am öffentlichen Teil des Gleichstellungsausschusses können interessierte Bürger*innen teilnehmen (Infos über das Ratsinformationssystem der Stadt Flensburg).
Größere gleichstellungspolitische Vorhaben, die Konsequenzen für die gesamte Stadt haben, benötigen der Zustimmung im Rat, so z.B. der Beschluss zum Beitritt zur Europäischen Charta für die Gleichstellung von Männern und Frauen (siehe Projekte).

Projektförderung für geschlechtsspezifische Projekte

Die Stadt Flensburg stellt alljährlich 9.600.- € für die Förderung geschlechtsspezifischer Projekte zur Verfügung. Unterstützt werden damit Projekte und Maßnahmen, die der gezielten Förderung von Frauen und Männern, Jungen und Mädchen dienen oder die Gleichstellung der Geschlechter und die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt vorantreiben.
Näheres finden Sie in den aktuellen Förderrichtlinien und unserem Antragsformular, das Sie online ausfüllen oder ausdrucken und uns per Post zusenden können. Wenn Sie weitere Fragen oder Beratungsbedarf haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Für die Stadt Flensburg ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf seit langem ein Thema. Das zeigt der voranschreitende Ausbau der Kinderbetreuung (Kita-Qualitätsoffensive) ebenso wie die grundsätzliche strategische Ausrichtung der Stadt, die sich z.B. in dem mehrjährigen Projekt „Lebenszeit 4.0“ widerspiegelt.
Auch wir setzen uns für gute Rahmenbedingungen in der Kinderbetreuung ein, um Alleinerziehende und junge Eltern zu entlasten und Kindern eine frühzeitige Chance auf Bildung und die Entwicklung sozialer Kompetenzen zu ermöglichen. Außerdem beraten wir verwaltungsintern Arbeitnehmer zu flexibleren Arbeitsbedingungen und –zeiten.

Jahrestage

Anlässlich von verschiedenen Jahrestagen sorgen wir für Information und organisieren Veranstaltungen zusammen mit örtlichen Vereinen, Initiativen und Gruppen:

  • 8. März: Internationaler Frauentag (Frauentag 2018)
  • 18. März: Equal Pay Day
  • 17. Mai: Internationaler Tag gegen Homophobie (Rainbow Days 2018)
  • Letzter Donnerstag im April: Girls‘ Day / Boys‘ Day
  • 19. November: Internationaler Männertag
  • 25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Projekte

Wir engagieren uns in zahlreichen örtlichen Projekten und Initiativen, um das Thema Gleichstelllung in Flensburg weiter voran zu bringen. Aktuelle Beispiele sind:

  • „Sich sicher fühlen – sich frei bewegen“: Mit dieser Aktion wurde den Flensburger*innen die Möglichkeit eröffnet, der Stadtverwaltung Hinweise zu geben, in welchen Bereichen der Stadt sie sich unsicher fühlen. Das Gleichstellungsbüro verteilte hierzu im Februar 2018 5000 Postkarten im gesamten Stadtgebiet und richtete die Email-Adresse sicherfuehlen@flensburg.de ein, über die Sie weiterhin Rückmeldungen geben können. Mehr Informationen über den Fortgang des Projektes finden Sie hier.
  • „One Billion Rising“ (englisch für „Eine Milliarde erhebt sich“) ist eine weltweite Kampagne für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung - mit Tausenden von Events in bis zu 190 Ländern der Welt. Die eine „Milliarde“ deutet auf eine UN-Statistik hin, nach der eine von drei Frauen in ihrem Leben entweder vergewaltigt oder Opfer einer schweren Körperverletzung wird. Wir möchten diese Kampagne im Februar 2019 erstmalig nach Flensburg bringen.
  • Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern: In der Einleitung der EU-Charta heißt es, die Gleichstellung von Frauen und Männern sei ein Grundrecht aller Menschen sowie ein Grundwert jeder Demokratie. Um dieses Ziel zu erreichen, muss dieses Recht nicht nur vor dem Gesetz anerkannt sein, sondern wirksam auf alle Bereiche des Lebens angewendet werden: Politik, Wirtschaft und Kultur. Deshalb unterstützen wir das politische Vorhaben, dass die Stadt Flensburg im September 2018 als erste Stadt in Schleswig-Holstein der EU-Charta beitritt und sich damit verpflichtet, innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Gleichstellungsaktionsplan zu erarbeiten und Schritte zu seiner Umsetzung einzuleiten.

Netzwerke

Wir engagieren uns in verschiedenen Netzwerken und Arbeitskreisen in der Stadt Flensburg zu den Themen Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit. Aktuelle Beispiele sind:

  • Arbeitskreis „Vielfalt“: Dieser offene Arbeitskreis besteht aus einer Vielzahl an Vereinen, Organisationen und Institutionen, die sich regelmäßig treffen, um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt sichtbar zu machen und Diskriminierung und Vorurteile gegenüber Lesben, Schwulen, Bi, Trans*, Inter* und pansexuellen Menschen abzubauen. Maßgeblich unterstützt wird der Arbeitskreis vom Verein „SL-Veranstaltungen zur Förderung der Primärprävention e.V." aus Flensburg und dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) in Schleswig Holstein.
  • Flensburger Frauenforum (FFF): Dieses Forum ist ein Zusammenschluss aktiver Frauen aus Vereinen, Verbänden, Institutionen und Gewerkschaften der Stadt Flensburg und den Gleichstellungsbüros Flensburg und Harrislee zur Kooperation, zum Informationsaustausch und zur Durchsetzung gemeinsamer Ziele.
  • Arbeitskreis „Geburtshilfe in Flensburg“: Dieser Arbeitskreis hat sich im Frühjahr 2018 unter unserer Federführung gebildet, um Vorschläge und Maßnahmen zur Veränderung der schwierigen Situation der Geburtshilfe in Flensburg und dem angrenzenden Umland zu entwickeln.

Infomaterial und Links

Hier finden Sie weitergehende Infos und Broschüren zu den Themen Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit: