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Geschichten aus dem Rathaus

Fundsachenversteigerung, Besuch von Wandergesellen und Ablauf eines Wahlabends im Flensburger Rathaus. Hier haben wir für Sie kurzweile Geschichten und Reportagen zusammengetragen, damit Sie auch mal einen Blick hinter die Rathaus-Kulissen werfen können.

Gesund durch die Flensburger Badesaison

Kaum etwas ist bei extremer Hitze gesünder als ein lauwarmes Bad im Meer. Es sei denn die Badewasserqualität ist unzulänglich, denn dann könnte der Sprung ins kühle Nass erhebliche Gesundheitsschäden nach sich ziehen, weiß Gesundheitsingenieur Hans Lindberg, der im Auftrag der Flensburger Gesundheitsdienste regelmäßig Proben am Ostseebad und Solitüde entnimmt.

Raus aus den Klamotten und hinein in die Fluten. Wenn die Quecksilbersäule des Thermometers die 25 Grad-Marke auf der Temperaturskala auf Dauer geknackt hat, ist die Verlockung nach einer kurzen Erfrischung im Meer größer denn je.

Kein Wunder also, dass wir in der Hochsaison zu fast jeder Tageszeit zahlreiche Badenixen und Planschfreudige beobachten können, die ein paar Schwimmzüge in der Förde genießen oder Kleckermatschburgen am Ufer derselben bauen. Auch unsere vierbeinigen Freunde, die das ganze Jahr über den Pelz nicht ablegen können, genießen an den so genannten Hundstagen ganz besonders den Sprung ins kühle Wasser.

Richtig so, bestätigen auch die Empfehlungen der Wetterexperten vom DWD, die ein lauwarmes Bad zur Abkühlung der Körpertemperatur bei Hitze wärmstens empfehlen.

Grünes Licht oder Badeverbot? Das wissen die Flensburger Gesundheitsdienste

Äußerste Vorsicht dagegen ist bei verschmutztem Badewasser geboten. Denn dann dreht sich der Spieß um und die gesundheitlichen Nachteile überwiegen drastisch.

Um solche Krankheitsrisiken zu vermeiden, nehmen daher die Gesundheitsdienste der Stadt alle 14 Tage das Meerwasser der Flensburger Badestrände gründlich unter die Lupe, um grünes Licht zu geben oder im Notfall sogar ein Badeverbot auszusprechen, damit unsere Badegäste gesund durch die Flensburger Badesaison kommen. Die Ergebnisse werden dann an die Flensburger Medien verteilt und an den Stränden ausgehängt.

Zur letzten Probeentnahme am 05.08. begleitete die Pressestelle der Stadt Flensburg (PS) den schwedischen Gesundheitsingenieur Hans Lindberg (HL) und nutzte dabei die Gelegenheit, ein paar Fragen zu stellen.

"Mit Fäkalien können potentielle Krankheitserreger ins Wasser kommen."

PS: Worauf wird das Wasser denn eigentlich untersucht?

HL: Wir messen Wassertemperatur, pH-Wert, bestimmen die Sichttiefe und erfassen sichtbare Verschmutzungen.

Außerdem wird das Wasser auf das Vorhandensein von "intestinalen Enterokokken" und "Escherichia coli" untersucht. Diese Keime gehören zur herkömmlichen Darmflora des Menschen und der Tiere.

Beim Nachweis von Bakterein können Krankheitserreger im Wasser sein, die zu Erkrankungen führen können. Werden die Grenzwerte von Enterokokken oder Escheria Coli überschritten, müssen wir ein Badeverbot verhängen.

Quallen sind kein Indiz für schlechtes Badewasser

PS: Sind hohe Quallenvorkommen eigentlich ein Indiz für schlechtes Badewasser?

HL: Nein. Quallen tummeln sich ja besonders bei ablandigem Wind in den Küstengegenden. Als Meeresbewohner gehören sie wie Krabben, Krebse und Stichlinge zur natürlichen Fauna des Meeres und lassen daher keine Rückschlüsse auf die Qualität des Badewassers zu.

Da aber eine Berührung mit den Fäden von Feuerquallen äußerst unangenehm ist und das Badevergnügen erheblich beeinträchtigen, geben wir eine Warnung raus, sollte es im Badebereich vor Feuerquallen nur so wimmeln.

Algen - von harmlosen Pflanzen bis zu gefährlichen Bakterien

PS: Und wie sieht es bei Algen aus? Ist da Vorsicht geboten?

HL: Absolut nicht. Alle Algen, die man hier als solche identifizieren kann, sind vollkommen harmlos.

Übeltäter sind dagegen Blaualgen. Bei ihnen handelt es sich aber gar nicht um Algen im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr um eine Bakterienart.

PS: Was kann bei Kontakt mit Blaualgen passieren?

HL: Der Kontakt mit einer hohen Konzentration an Blaualgen kann zu Hautreizungen, Magenverstimmungen, Übelkeit und Durchfallerkrankungen führen. Hunde, die sich nach einem Bad in Blaualgen das Fell lecken, könnten schlimmstenfalls sogar daran verenden.

Meist erkennt man aber das Vorhandensein solcher Algen an weitflächigen Teppichen, deren Färbung einer Erbsensuppe ähnelt.

Starker Regen ist schlecht fürs Badewasser

PS: Was kann eine schlechte Badewasserqualität hervorbringen?

HL: Schlecht sind z.B. langanhaltende starke Regenfälle. Dann werden verschmutzte Uferbereiche, Wasser aus Regenrückhaltebecken, ungereinigte Abwässer und Keime gedüngter Felder ins Meer gespült.

Die Qualität des Flensburger Badewassers

PS: Und wie ist es um die Flensburger Badewasserqualität bestellt?

HL: Es gab während meiner langjährigen Tätigkeit als Gesundheitsingenieur nur einmal, nämlich beim Jahrhundertregen 2007, die Notwendigkeit, wegen Grenzwertüberschreitungen eine Zweitprobe zu entnehmen.

Es wäre aber auch durchaus denkbar, dass genau vor der Probenentnahme in unmittelbarer Nähe eine Möwe ihre Notdurft verrichtet hat. Und die Probe enthielte unverhältnismäßig viele Bakterien, was das Ergebnis verfälschen würde. Ein Möwensch… vermiest also noch keinen Sommer.

Alles im allem kann aber sagen, dass wir in Flensburg glücklicherweise fast immer grünes Licht geben können.

Ergebnis der Badewasserprobe vom 05.08.2013

Wir bedanken uns für das nette Gespräch bei Hans Lindberg und teilen auf diesem Wege mit, dass selbstverständlich auch diese Probeentnahme am 05.08. den Flensburger Stränden Ostseebad und Solitüde wieder ausgezeichnetes Badewasser bescheinigte. Die Wassertemperatur in Solitüde lag an diesem Montagmorgen mit 21,4 °C genau 0,4°C über der gemessenen Temperatur im Ostseebad.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an die Gesundheitsdienste unter Telefon 85 26 00 bzw. per Mail gesundheitsdienste@flensburg.de


Werkeln, Lachen, gute Laune - Kinderhofkultur in vollem Gange

Mittwoch, den 31.07.13 um 14.00 wurde auf dem Marienkirchhof in der Innenstadt die Kinderhofkultur eingeläutet. Diese stand klar im Zeichen von Werkeln, Lachen und guter Laune.

Wer will fleißige Handwerker sehen?

Wer fleißige Handwerker sehen wollte, der musste im wahrsten Sinne des Wortes zu den Kindern der Hofkultur gehen. Denn nicht nur Zuschauen, sondern vor allem Ausprobieren und Mitmachen ist die Devise des dortigen Handwerkermarktes, der bereits gestern zahlreiche kleine Künstler anlockte.

So leitete z.B. der Drechsler seine eifrigen Lehrlinge an, Holz mittels zweier Seile zu drehen und damit manuell zu „schnitzen“.

Am Stand des Jugendzentrums Engelsby konnten die jungen Besucher, Holzkreisel individuell bemalen und damit ihre eigene Prägung geben. (s.u.)

Farbig wurde es auch am Stand der Holzbildhauerschule, an dem unter Anleitung von 3 Schülern per Linolschnitt einzigartige Stempel gefertigt wurden, die dann im Anschluss mit bunter Farben kräftig bemalt und fest auf dickes Papier gedruckt wurden.

Mit Inbrunst und Leidenschaft entstanden auf diese Weise viele leuchtende Kunstobjekte, die selbst die kargesten Räume erstrahlen lassen würden und sicher bald die Räume der kleinen Künstler verschönern werden.

Spaß bei Action und Ruhepausen

Für Action und Bauchkitzeln sorgte die selbst konstruierte Rutschbahn des Spielmobils, die sich großer Beliebtheit erfreute. Kein Wunder also, dass sich nach kurzer Zeit schon eine kleine Schlange von Rutschbegeisterten bildete.

Die Kleinsten hatten ihren Spaß vor allem beim feucht-fröhlichen Wasserspiel. Hier konnten bunte Bälle mit Wasscherschwällen aus Eimern und Gießkannen auf die Reise durch lange Rohrleitungen geschickt werden.

Für das leibliche Wohl sorgte ein Kaffee- und Kuchen Stand des Jugendzentrums Alsterbogen, wo man sich nach getaner „Arbeit“ für kleines Geld eindecken und im Schatten der höhen Bäume auf einer Bank ruhig mal ein kleines Päuschen gönnen kann.

Gemeinsam in die Wunderwelt

Ab 15.00 Uhr startete Thomas Pohle mit seinem interaktiven Theaterstück „Wunderwelt“ und verzauberte dabei Groß und Klein.

Mit Akkordeon, Gesang, Witz und Charme schlüpfte er spielerisch in verschieden Rollen und faszinierte jedes Mal das junge Publikum, das auf Turnmatten und Bänken Platz genommen hatte und sich vor Gelächter kaum halten konnte. Ob als Clown, Hexe oder Holzfäller zog er die Zuschauer in seinen Bann konnten sich vor mitmachwütigen Laienschauspielern kaum retten.

Freude auch bei den Veranstaltern und Helfern

Und wenn die Kinder ihren Spaß haben, dann schlagen nicht nur die Herzen der Eltern höher, sondern auch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer und vor allem die Veranstalter des Kinder- und Jugendbüros in Kooperation mit dem Flensburger Kulturbüro, haben Grund zur Freude.

Denn auf diesen Moment haben Jan Wellendorf, Garnet Kothe und Nicole Kiebler, auch bekannt als das Team des „feuerroten Spielmobils“, seit April dieses Jahres mit viel Herzblut und auch ein wenig Schweiß hingearbeitet.

Und der Erfolg an diesem Tage gibt dem gelernten Erzieher Wellendorf und der ausgebildeten Sozialpädagogin Kote eindeutig Recht.

Oder könnte man sich eine bessere Belohnung vorstellen als herzhaftes Gelächter, das zwischen den Hofmauern schallt, Gesichter, die vor Freude glühen und Kinderaugen, die strahlen.
Wir sagen daher Daumen hoch.

P.S.: Eine gute Nachricht zum Schluss: Wer es gestern nicht geschafft hat, dabei zu sein, dem bietet sich heute und morgen noch die Gelegenheit wieder ab 14.00 Uhr im Marienkirchhof.

Eindrücke der Kinderhofkultur vom 31.07.2013

 

 

 

 

 

 

 

 

15 Minuten Ruhm - mindestens - für unsere Flensburger Feuerwehrleute

Menschen, die für Mitmenschen durchs Feuer gehen, zur Stelle sind, wenn Not am Mann ist, erste Hilfe leisten und dann ebenso schnell wieder von der Bildfläche verschwinden. Das sind unsere Flensburger Feuerwehrleute. Dabei reicht ihr Repertoire von Hilfe in Bagatellfällen bis zur Rettung von Menschenleben. Wir finden daher, dass sie sich ihre 15 Minuten Ruhm – mindestens – redlich verdient haben und stellen ihnen zwei Nachwuchskräfte der Flensburger Berufsfeuerwehr vor.

Allzeit bereit und blitzschnell von 0 auf 100

Es ist ruhig. Andre Möhrke [A.M.] hat Bereitschaft im Rettungsdienst und könnte die Ruhezeit nutzen, während Florian Jöns [F.J.]

heute für den Feuerwehrdienst eingeteilt ist und sich in der Werkstatt nützlich macht und eine Festplatte repariert.

Bei Alarm jedoch würde sich das Szenario blitzschnell ändern und die jungen Männer müssten Gewehr bei Fuß stehen. Wenn eine verschlossene Tür geöffnet werden muss, ist zwar keine höchste Eile geboten. Brennt aber eine Scheune oder hat sich ein Verkehrsunfall auf der B76 ereignet, müssen beide mit ihrem jeweiligen Team in Sekundenschnelle zum Ort des Geschehens.

Selbst wenn von hochsensiblen Brand­schutz­alarm­anlagen allein von fliegendem Staub oftmals falscher Alarm ausgelöst wird, so müssen die Männer des Feuerlöschzugs stets auf alles vorbereitet sein.

„Neulich mussten wir z.B. am selben Tag gleich 2 Mal zum selben Einsatzort fahren“, erinnert sich A.M.. „Das 1. Mal handelte sich lediglich um einen Fehlalarm – ausgelöst durch eine Sprinkleranlage. Beim 2. Mal allerdings stand die Werkshalle lichterloh in Flammen.“  

 

Kein Kindheitstraum, aber in die Wiege gelegt

Es ist also immer spannend, was einen am Ort des Geschehens erwartet. Der Job macht den jungen Feuerwehrmännern daher "tierisch viel Spaß".

Dabei hatte es ausgerechnet bei diesen beiden jungen Feuerwehrmännern nicht dem üblichen Kindheitstraum angefangen, irgendwann mit „Tatü Tata und Blaulicht“ im knallroten Leiterwagen zum Einsatzort zu rasen. Sowohl F.J. als auch A.M. sind – wie sie selbst sagen – „familiär vorbelastet“ und führen im Grunde die Tradition ihrer Väter und Großväter fort.

Wie diese haben beide schon frühzeitig bei der Jugendfeuerwehr der freiwilligen Feuerwehr angefangen und dort Blut geleckt.

Weitere Parallele der beiden, die sich erst über ihre Ausbildung kennengelernt haben, ist der Beruf des Elektrikers, den sie zuvor erlernt haben.

"Wir bekommen Geld für etwas, wofür andere bezahlen müssen“ [A.M.]

„Genau genommen haben wir hier zwei Ausbildungen in einer gemacht, “ gibt F.J. zu verstehen. Denn neben dem Beruf des Feuerwehrmanns haben die jungen Anwärter sich während ihrer 2-jährigen Lehre auch den Beruf des Rettungsassistenten angeeignet. Das sei schon sehr kompakt und gehe lerntechnisch ins Eingemachte. Andererseits sind gerade Praxisbezug und Abwechslung immer groß geschrieben worden „Und das Beste ist: Wir bekommen Geld für etwas, wofür andere bezahlen müssen“, freut sich A.M.

So seien Teile der Ausbildung z.B. das Erklimmen einer Windmühle zum Trainieren von Absturzsicherung, Atemschutzübungen, Auseinanderschneiden von Autos oder das Üben von Löschtechniken in einem 700-800 °C heißen Brandcontainer [Anmerkung der Red.: Eine Pizza gart vergleichsweise bereits bei 150°C]. Auch Tierrettungen und der Umgang mit Gefahrengut z.B. eines Leck geschlagenen Tanklasters stehen auf dem Programm. Weiterhin müssen die jungen Anwärter einen Kettensägen- und LKW-Führerschein machen.

Kein Job für Menschen mit Höhen- und/oder Bewegungsphobie

Aber nicht jeder ist für den Job als Feuerwehrmann geeignet. Denn wer in der Höhe Schweißausbrüche oder Lähmungserscheinungen bekommt oder schon nach einem Kurzsprint aus der Puste ist, könnte im Ernstfall niemals eingesetzt werden.

Ein Einstellungstest, bei dem z.B. 30 m einer Drehleiter erklommen werden, 200 m in 6 Minuten geschwommen werden müssen und bei dem im Übrigen die Damen dieselben Leistungen erbringen müssen wie ihre körperlich oft überlegenen männlichen Mitstreiter, filtert daher frühzeitig ungeeignete Kandidaten aus.

So kann es - wie in der Bewerbungsrunde von A.M. und F.J. - sein, dass nach Test, persönlichem Vorstellungsgespräch und ärztlichen Untersuchungen von 160 Teilnehmern am Ende nur 5 genommen werden können.

Der Berufsalltag: Von Adrenalinkick und Action…

"Bei einer Einsatzfahrt hat man Stress pur." [A.M.] Andre Möhrke und Florian Jöhns haben es geschafft. Sie sind stolz darauf und würden sich jederzeit wieder für diesen Beruf entscheiden.

Lieben muss man wohl auch den Adrenalinkick, den man bei Rettungseinsätzen regelmäßig erlebt. „Hinter dem Steuer eines Rettungswagens zu sitzen, das ist schon Stress pur. Man trägt schließlich eine riesige Verantwortung, “ weiß A.M.. F.J. ergänzt: „Dazu muss man bei Blaulichtfahrten die übrigen Verkehrsteilnehmer besonders beim Überqueren roter Ampeln extrem genau beobachten. Da ist höchste Konzentration gefragt. Jeder Fehler kann fatal enden.“

…bis zur Tiefenentspannung im „2. Zuhause“

Ausgleich schaffen dann die strahlenden Kinderaugen bei Besuchen von KiTas, die die Wache im Rahmen ihrer Brandschutzerziehung besuchen.

„Während unserer nächtlichen Bereitschaftsdienste hat man zwischendurch auch mal die Möglichkeit zu ruhen. Dies ist quasi unser zweites Zuhause geworden,“ sagt A.M.. „Wir gehen auch regelmäßig gemeinsam trainieren beim Fußball, Schwimmen und im Fitnessstudio. Schließlich müssen wir nicht nur im Anfangsstadium sondern während der ganzen Berufslaufbahn fit sein.“

„Hier duzen sich im Übrigen auch alle untereinander. Man könnte gut und gerne behaupten, wir Kollegen sind eine große Familie“, fügt F.J. hinzu.

Wie beeinflusst der Beruf das Privatleben?

Erlebt haben sie auch schon Schwerstunfälle mit Todesfolge. Z.B. nachdem ein 60-jähriger PKW-Fahrer mit 200 km/h frontal in einen LKW gerast ist oder ein 19-jähriges Mädchen während einer nächtlichen Autofahrt mit Freunden im Graben landete.

„Kalt lassen einen die Katastrophen zwar nicht, aber wenn wir im Einsatz sind, bewahren wir uns eine gewisse Distanz. Wir stehen voll unter Adrenalin, müssen funktionieren und folgen ganz bestimmten Schemata nach Algorithmen, die wir verinnerlicht haben. So nimmt man das Geschehene nicht nach Feierabend mit nach Hause. Anders wäre es natürlich, wenn man die Opfer privat kennen würde,“ erklärt A.M.

Beide sind sich einig, dass man den Beruf gut mit Familie bzw. Partner vereinbaren kann. Der Schichtdienst hat jedoch nicht nur Vorteile. Der Dienst ruft an den Wochenenden und Feiertagen ebenso wie zur Trainingszeit des eigenen Sportvereins. Sie können jedoch schon im Alter von 60 Jahren in Pension gehen.

Positiver Nebeneffekt: Lernen fürs Leben im Alltag

Die Sinnhaftigkeit eines Rauchmelders wird nicht mehr in Frage gestellt. Wer schon mal ein verbranntes Kind gesehen hat, der überlegt nicht 2 Mal, ob er einen Rauchmelder installieren soll, auch wenn es noch so nervt, dass dieser u.U. auch bei leerer Batterie mitten in der Nacht extrem laut zu piepsen beginnt.

„Was das Autofahren anbelangt, so fahre auch privat einfach noch vorausschauender“, erzählt F.J.

„Und beim Autokauf meiner Schwester habe ich ihr zu einem etwas größeren Modell geraten, da ich einfach schon zu viele ‚zerquetschte Konservendosen‘ vorgefunden habe, “ grinst A.M.

Und die Dankbarkeit der Opfer?

Dankbarkeit zeigte eine Dame, die täglich vom Rettungsdienst zur Dialyse gefahren wurde und spendierte dem Team ihre Dachterrasse mit dem Namen „ Florians Eck“.

Dennoch: Auch wenn F.J. und A.M. – genau wie all ihre Kolleginnen und Kollegen von der Berufsfeuerwehr, den freiwilligen Feuerwehren und anderen Rettungsdiensten - sich immer wieder für ihre Mitmenschen ins Zeug legen, so bleibt die Dankbarkeit der Opfer meist ein Stück weit auf der Strecke.

A.M. zeigt hierfür Verständnis: „Ein Unfallopfer steht oft unter Schock und kann sich im Nachhinein gar nicht mehr an das Geschehen, geschweige denn an die Rettungssanitäter erinnern.“

„Aber das macht auch nichts. Die Rettung an sich ist für uns Belohnung genug, “ fährt er bescheiden fort.

Wir finden das Engagement spitze und möchten mit dieser Reportage einmal mehr beitragen zu den 15 Minuten Ruhm – mindestens - unserer Flensburger Feuerwehrmänner.

P.S.: Den Jahreskalender mit den Feuerwehrmännern machen wir beim nächsten Mal!


Vielen Dank an unsere Helfer in der Not!

 

Jeder verdient eine 2. Chance - Fundsachenversteigerung im Rathaus

Die nächste Fundsachenversteigerung findet am Dienstag, den 08.09.15 um 14.00 Uhr in Raum K 18 des Rathauskellers statt. Ersteigere Fahrräder, Geldbörsen, Smartphones, Uhren, Taschen etc., die bereits seit 6 Monaten im Fundbüro der Stadt Flensburg liegen.

Eine Besichtigung der Fundsachen ist am Tag vor der Versteigerung in der Zeit von 8.30 - 12.00 Uhr möglich. Die Liste der zu versteigernden Gegenstände kann ab 1 Woche vor der Veranstatlung hier einsehen werden.

Geschichte "Jeder verdient eine 2. Chance" mit Hintergrundinfos und Bildern der Fundsachenversteigerung vom 04.06.13

Viermal im Jahr findet im Rathaus eine Fundsachenversteigerung statt. Hier kommen Fundsachen unter den Hammer, die bereits seit 6 Monaten im Fundbüro des Rathauses aufbewahrt wurden. Mit Bildern der Fundsachenversteigerung vom 04. Juni 13 wollen wir Ihnen mal aus Sicht der Fundsachen erzählen, wie lohnenswert, lustig und lebhaft es dabei zugeht.

Absturz aus dem Paradies

„Wie bestellt und nicht abgeholt“ Fast jeder musste schon einmal dieses Gefühl am eigenen Leib erfahren. Voller Vorfreude kann man es kaum noch erwarten, dass es endlich losgeht: Die Radtour, der Einkaufsbummel oder das Dinner for Two mit einem guten Freund. Aber Pustekuchen. Der verabredete Zeitpunkt ist da, jedoch weit und breit kein Unternehmungspartner in Sicht und die Zeiger der Uhr drehen sich langsam aber sicher immer weiter. Und je später es wird, umso deutlicher wird die Gewissheit, dass man vergeblich gewartet hat. Die Verabredung ist geplatzt, denn man wurde vergessen, versetzt, einfach nicht genug wertgeschätzt. Und die anfängliche Vorfreude kehrt sich in eine mindestens ebenso große Enttäuschung.

Vielen Fundsachen im Fundbüro der Stadtverwaltung muss es ähnlich gehen. Einst heiß und innig geliebt durften sie ihre Besitzer stets überall hin begleiten. Diese waren stolz und dankbar und präsentierten sie gern immer und überall. Die Leder-Handtasche mit Perlenbesatz, das schnittige Mountainbike geschenkt von Tante Frieda oder das topmoderne Smartphone, für dessen Erwerb ein Sparschwein dran glauben musste. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Sie wurden unachtsam liegen gelassen, vergessen oder verbannt und stehen nun auf dem Abstellgleis, genauer in durchnummerierten Kisten und Schränken in Zimmer 101 des Flensburger Rathaus oder in dessen Keller.

Von der "Straße" in ein neues Zuhause - das Fundbüro

Polizisten bringen 1x/Woche Fundsachen in ihr neues Zuhause Zugegeben, es hätte schlimmer kommen können. Sie wurde n ja wieder gefunden. Zwar nicht vom Eigentümer, aber von einem ehrlichen Finder, der sie pflichtbewusst wieder abgegeben hat. Beim Buschauffeur, an der Büchereitheke oder - wie in fast 90 Prozent aller Fälle - auf der nächsten Polizeiwache. Doch egal wo sie landen, wenn ihr Eigentümer sich nicht binnen einer kurzen Frist am Verlustort meldet, finden sie alle den Weg in ihr neues Zuhause im Fundbüro. Und hier liegen sie immerhin warm und trocken.

Vom Schattendasein ins Rampenlicht

Auch wenn sich bei vielen allmählich herauskristallisiert, dass sie bei Ihrem Vorbesitzer ausgedient haben, spendet die Aussicht Trost, dass sie nach 6 Monaten Liegezeit eine zweite Chance bekommen.

Denn bei der Fundsachenversteigerung im Keller des Rathauses werden sie von Organisator und Bürgerbüro-Mitarbeiter Klaus Petersen und dessen Team noch einmal aus ihrem Schattendasein geholt und ins Rampenlicht gerückt, wo sie mit großer Wahrscheinlich von z.B. Auktionator Stefan Adamsdotter unter die Haube gebracht werden.

Nicht ganz so glamourös wie bei Southebys , aber auch nicht so anonym und vor allem mit viel größerem Spaßfaktor als bei Ebay geht es dann zu im Raum K14 des Flensburger Rathauses.

Stunde der Wahrheit: Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten

Und dann geht es los. Der Raum ist zum offiziellen Auktionsstart um 14.00 Uhr bereits bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Zuschauer konnten übrigens schon am Vortag einen unverfänglichen Blick auf die Schmuckstücke erhaschen und nehmen jetzt sogar auf dem Fußboden und in den Gängen Platz oder quetschen sich vom Flur noch in die Eingangstür, um bloß das Spektakel nicht zu verpassen.


Plötzlich reißen sich gleich mehrere um die gerade noch unliebsamen Fundstücke. Arme von Interessenten schnellen abwechselnd unter den Blicken des Publikums in die Höhe.

Und während die Bieter um die Gunst des Auktionators buhlen, steigt der Preis der zu versteigernden Gegenstände bis endlich der Hammer mit den erlösenden Worte „zum Dritten“ fällt.

Auf in eine glücklichere Zukunft

Die Augen des Gewinners strahlen wie die eines kleinen Kindes zu Weihnachten. Geschafft, die einst vernachlässigte und nun wieder so begehrte Fundsache geht in seinen Besitz über. Aber auch das Publikum kann gönnen, denn der Spaß steht hier im Vordergrund.

Und auch die Fundsachen sind glücklich über die neue Wertschätzung und Daseinsberechtigung.

Vielleicht werden sie sogar über Wert verkauft, aber ein Großteil wie nagelneue Handtaschen, Mountainbikes und Smartphones gehen als einmaliges Schnäppchen an ihre neuen Besitzer, die sie dann wieder stolz bei jeder Gelegenheit präsentieren werden: Bei der nächsten Fahrradtour, einem Einkaufsbummel oder einfach nur im Regen.

PS:

Bei Fundsachen mit einem Wert von über 25 Euro muss der neue Eigentümer aus rechtlichen Gründen noch seine Personalien vorlegen, die von Kräften des Bürgerbüros gewissenhaft notiert werden.

 

Wandergesellen auf Stippvisite im Rathaus

Ein jeder kennt sie wohl vom Sehen: die jungen Burschen, die in traditioneller Handwerkskleidung fröhlich durchs Land ziehen. Auch in Flensburg machen jedes Jahr wieder - vor allem im Sommer - viele dieser jungen Gesellen auf Wanderschaft Stopp und statten dabei dem Flensburger Rathaus einen Besuch ab.

Was es mit diesem Besuch bei der Stadtverwaltung auf sich hat und wie ein solcher in etwa von Statten geht, erzählt die folgende Geschichte über Christoph FRD Goldschmied, der uns im Frühjahr diesen Jahres aufgesucht hat.

Mit Stock, Charme und Zylinder zum Bürgermeister

Donnerstag, 18. 04. 2013. Es poltert am Türrahmen des geöffneten Vorzimmers der Verwaltungsleitung.

"Ja, bitte?” Die Vorzimmerdame Imme Knafla blickt erwartungsvoll von ihrem Schreibtisch auf. Vor ihr steht ein stattlicher, junger Mann mit schwarzem Zylinder, schwarzer Cord-Schlaghose und weißem Hemd ohne Kragen. Ein durchaus außergewöhnlicher, dennoch kein ganz fremder Anblick für die Sekretärin, die sich immer wieder freut, wenn ab und ab mal Wanderburschen auf ihrer so genannten Walz im Rathaus vorbeischauen.

Ein Grinsen macht sich breit auf dem Gesicht des Besuchers, der er sich auf seinen mehrfach gewundenen Wanderstock stützt und um Einlass bittet:


„Grüß Sie Gott, mein Name ist Christoph FRD Goldschmied. Ich würd' hier gern mal beim Bürgermeister vorsprechen, “ stellt er sich vor, während seine wild wuchernden Locken unter dem Zylinder auf und ab hüpfen.

Sofort greift die Sekretärin zum Telefonhörer, um Bürgermeister Brüggemann zu verständigen, der kurz darauf aus der Tür des Nachbüros tritt.


"Nomen est omen - oder wie?"

Neben dem jungen Gast, der weiterhin seinen Hut auf dem Kopf trägt, wirken die stolzen 2,05 m Körpergröße des Bürgermeisters irgendwie fast schon wieder normal.

„Herzlich willkommen in Flensburg! Da kann man wohl sagen ‚Nomen est omen‘, Herr Goldschmied, oder?“ möchte Brüggemann wissen, denn er ist ja bekanntlich immer für einen Scherz zu haben.

„Nicht ganz, Herr Bürgermeister“, erklärt der junge Mann. Richtig sei zwar, dass man unschwer erraten könne, welchen Handwerksberuf er erlernt habe, bevor ihn sein Meister „freigesprochen“ habe. Freigesprochen, damit er als Geselle – so er denn möchte - nach Beendigung seiner Lehrjahre, nun sprichwörtlich auf eigenen Beinen durchs Leben ziehen kann.

„Und wenn man sich dann - wie ich - tatsächlich dazu entschließt, es mit dieser uralten Tradition der Wanderschaft aufzunehmen, dann verpflichtet man sich automatisch auch zur Einhaltung bestimmter Sitten und Gebräuche“, erklärt der 21-jährige weiter. „Dazu gehört dann auch, dass man während der Wanderjahre seinen richtigen Nachnamen ablegt und stattdessen den Namen des erlernten Berufs annimmt. Omen ist nomen wäre in meinem Fall also zutreffender“ Das FRD im Namen, erläutert er weiter, stehe übrigens für fremd.

Die besten Wünsche gegen ein kleines Startgeld

Friede, Frohsinn in den Gassen und gefüllte Kassen wünscht der Wanderbursche darauf sinngemäß der Stadt Flensburg. [Anmerk. d. Red.: Den genauen Wortlaut dürfen wir an dieser Stelle nicht widergeben, denn auch dieser zählt zu den großen Geheimnissen der Schächte (Handwerkervereinigungen) und wird – aus Schutz der Tradition und vor Missbrauch - nur von Geselle zu Geselle weitergegeben.]

„Ja, vor allem die gefüllten Kassen können wir derzeit gut gebrauchen,“ entgegnet Bürgermeister Brüggemann, der als Kämmerer die Finanzen der Stadt immer im Visier hat, mit einem Augenzwinkern.

Dann holt der gelernte Goldschmied sein Wanderbuch hervor, das alle seine Arbeitseinsätze während seiner Wanderjahre dokumentiert und auch als eine Art Reisetagebuch fungiert. Hier soll schließlich auch das Siegel der Stadt Flensburg verewigt werden. Zudem hat er Anspruch auf 5 Euro der Stadt für seine so genannte Wegekasse, die ihm die Sekretärin Frau Knafla freudestrahlend überreicht.

 

Viele Wege führen nach Flensburg

„Welche Umwege mussten Sie denn bislang machen, bis Sie die beste Entscheidung getroffen und Flensburg angepeilt haben“, scherzt Pressesprecher Clemens Teschendorf, der die Zeremonie bislang eher als Zaungast mitverfolgt hat.

„Ja, Flensburg ist schon ein besonders schönes Fleckchen Erde“, bestätigt Goldschmied bei seinem Blick aus dem Fenster des 13. Stocks. Und jemand, der so weit gereist sei wie er, der könne das beurteilen. Bevor er es nach Flensburg geschafft habe, habe er auf seinem Streifzug durch die Welt z.B. in Vietnam, Rumänien und auf den Kanarischen Inseln neue Arbeitspraktiken kennen gelernt und dabei jede Menge Eindrücke von Land und Leuten gesammelt.

Gemieden habe er, sich seinem Heimatort Kaufbeuren (bei Ulm) in einem Abstand von 50 km zu nähern. Denn nur in dringenden Notfällen – wie Todesfällen in der Familie – dürfe er während seiner 3 Jahre und einen 1 Tag andauernden Reise diesen Bannkreis betreten.

Bei uns im Herzen der deutsch-dänischen Grenzregion wird er nun bei verschiedenen Handwerksbetrieben seiner Zunft Arbeit suchen. Er plant noch bis Sommer hier zu verweilen und sich dann allmählich über Lübeck und Frankfurt/Oder auf den Heimweg zu machen.


Mit Eindrücken von Flensburg hinaus in die Welt

Ein Auszug unseres Gästesbuchs aus dem Sommer 2007 Wie Christoph Goldschmied suchen in unregelmäßigen Abständen auch Wanderburschen wie Anton Tischler, seit den 80er Jahren sogar auch Christiane Konditor und Zora Zimmermann die heiligen Hallen der Stadtverwaltung auf.

Wir wünschen all diesen jungen Menschen, dass Sie sich unserer Stadt überall willkommen fühlen und als emsige Handwerker die Stadt der Seefahrer noch lange in guter Erinnerung behalten werden.

Denn wem Gutes widerfährt, der kann nur Gutes berichten – seinen Verwandten, Freunden, Kollegen und Nachfahren.

Und wir freuen uns immer auf ein Wiedersehen!

 

Konstituerende Ratsversammlung -
Das Who ist Who der Flensburger Politik

Nachdem bei der Kommunalwahl am 26.05. die 43 Ratsmitglieder gewählt wurden, tagten sie gestern, am 20. Juni erstmalig auf der konstituierenden Sitzung im Flensburger Ratssaal, um die entscheidenden Weichenstellungen für die anbrechende 5-jährige Wahlperiode vorzunehmen.

Alter vor Schönheit

Eröffnet wurde die Sitzung vom bisherigen Stadtpräsidenten, Dr. Christian Dewanger, der ein paar Dankesworte an die Rats- und Verwaltungsmitglieder richtete und im Anschluss die Tagesordnung bestätigte.

Um zum Punkt „Wahl, Verpflichtung und Einführung“ seines Nachfolgers überzugehen, stellte Dewanger als Nächstes das an Jahren älteste Ratsmitglied fest.

Aus den Reihen der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ erhob sich darauf der 71-jährige Jochen Gurth, um Christian Dewanger am Rednerpult abzulösen, welcher sich darauf an seinen neuen Stammplatz in der WiF Fraktion zurück zog. Damit er keinen Fehler beim Auszählen der Stimmen mache, wie Gurth sich mit einem Augenzwinkern äußerte, holte er sich zur "Verstärkung" die Ratsherren Glenn Dierking (SSW) und Arne Gräfingschulte (SPD) als Beisitzer an seine Seite.

Welcome Mrs. President

Nach Aufforderung trat der Fraktionsvorsitzende der CDU, Dr. Frank-Markus Döring, an das Rednerpult, um vom Vorschlagsrecht für die/den neue/n Stadtpräsident/-in seiner mit 10 Sitzen stärksten Fraktion CDU Gebrauch zu machen und nominierte Ratsfrau Swetlana Krätzschmar.

Daraufhin schnellten 35 von 37 Händen als Zeichen der Zustimmung in die Höhe, womit der Vorschlag mit eindeutiger Mehrheit angenommen war und die neue Stadtpräsidentin feststand.

Dewanger gratulierte seiner Nachfolgerin als Erster, die darauf von Gurth offiziell in ihr neues Amt eingeführt wurde. Auch von Oberbürgermeister Simon Faber gab es im Namen der Stadtverwaltung Glückwünsche und einen Blumenstrauß zum Amtsantritt.

Von der Diktatur ins Herz der Demokratie

In ihrer Amtsantrittsrede verdeutlichte die gebürtige Sowjet-Russin Krätzschmar, dass ihr persönlich das Thema „Bildung für alle als Schlüssel für eine starke Sozialstruktur“ besonders am Herzen liege und plädierte nachdrücklich für eine Willkommenskultur gegenüber unseren ausländischen Mitbürgern.

Auch wenn sie de facto die erste Flensburger Stadtpräsidentin mit Migrationshintergrund sei, so sehe sie sich selbst vielmehr als „Mathematikerin mit Wurzeln in der Ukraine“.

Und als jemand, der in einem diktatorischen Regime aufgewachsen und ausgebildet sei, sei es ihr ganz klar bewusst, welche Chancen sich ihr nach ihrer Einbürgerung aufgetan hätten.Sichtbar um Fassung ringend setzte sie fort, dass es ihr eine große Ehre und ein unbeschreibliches Gefühl sei, dass sie nun als Stadtpräsidentin die weltoffene Stadt Flensburg vertreten dürfe.

Krätzschmar Amtsantrittsrede (PDF, 38 KB)


Wahl und Einführung der Stellvertreter/-in

Im Anschluss durfte die nächst stärkste Fraktion (SPD mit 9 SItzen) den/die 1. Stellvertreter/-in aus den eigenen Reihen vorschlagen. Helmut Trost nominierte Ratsfrau Inge Krämer, die er in seinen Worten als große Menschenfreundin bezeichnete. Diese wurde wie ihre Vorgängerin mit 37 Stimmen mehrheitlich gewählt.

Für die mit 8 Sitzen 3.-stärkste Fraktion SSW schlug Susanne Schäfer-Quäck darauf, den entschuldigt fehlenden Erich Seifen als 2. Stellvertreter vor und bestätigte nach seiner Wahl (37xJa, 1xNein), dass dieser mit den im neuen Amt anfallenden Aufgaben durch seine bisherige Tätigkeit als 1. Stellvertreter bereits vollends vertraut sei und diese gern übernehmen würde.

 



Sie werden in Flensburg die Strippen ziehen - Einführung der neuen Ratsmitglieder

Erfrischend locker und zur allgemeinen Erheiterung immer mit einem lustigen Spruch auf den Lippen, führte sie Stadtpräsidentin Krätzschmar dann die Mitglieder der neuen Ratsversammlung in alphabethisch sortierten 6-er Gruppen ein. Dabei verteilte sie Krawatten und Halstücher mit Flensburg-Aufdruck an diejenigen 19 Ratsmitglieder, die bislang noch keine Wahlperiode mitgemacht hatten.


 

Bildung der Ausschüsse und ihrer Vorsitzenden

Hauptausschuss Thomas Dethleffsen (CDU)
Auschuss für Umwelt und Planung Axel Kohrt (SPD)
Jugendhilfeausschuss Ellen Kittel-Wegner (Grüne)
Sozialausschuss Edgar Möller (SSW)
Finanzausschuss Erika Vollmer (WiF)
Kulturausschuss Gabriele Stappert (CDU)
Auschuss für Bildung und Sport Jochen Haut (SPD)
Bürgerservice, Schutz u. Ordnung Erich Seifen (SSW)
Gleichstellung Anja Nielsen (FDP)

 

Verabschiedung der Ehemaligen

Im Anschluss an die konstiutierende Sitzung verbschiedete Stadtpräsidentin Krätzschmar jedes der 19 ausscheidenden einzeln.

Diese hatten in diesem Zuge die Möglichkeit, ein letztes Mal vor der Ratsversammlung zu sprechen.

Oberbürgermeister Faber wandte sich dann abschließend mit einem Rückblick auf die Legislaturperiode an Dr. Christian Dewanger, um diesen gebührend im Namen der Stadt zu verabschieden.

Rede Fabers zur Verabschiedung von Dr. Dewanger  (PDF, 66 KB)

 

Das Gute zum Schluss: Hinter den Kulissen

Alles andere als träge: Verwaltungsmitarbeiter Lorenz Haupt begann schon während der Wahl alle Beschilderungen in Fahrstühlen und Treppenhäusern des Rathauses auszutauschen. Als hätte er's geahnt.

 

Hitzewelle im Rathaus

Am 26.05. war Wahltag. Und wie überall in Schleswig-Holstein wurde auch in Flensburg - mehr oder weniger - gewählt. Ab 18.00 Uhr begann die Auszählung der Stimmen, was man im Flensburger Rathaus live mitverfolgen konnte. Um allen Daheimgebliebenen, aber neugierigen Wählern und Nichtwählern zu zeigen, wie heiß so eine Wahlparty sein kann, haben wir eine kurze Reportage vom Wahlabend "im Zeichen des Wahlfiebers" erstellt.

Flensburg, 26. Mai 2013. Das Kamerateam des NDR will nichts dem Zufall überlassen, hat schon am Vortag für die Satellitenberichterstattung alles auf­gebaut und geprobt. Und auch heute ist um 17.00 Uhr bis auf die zwei Damen vom Catering-Service nur das Kamerateam in der sonst menschen­leeren Bürgerhalle bereit und probt bereits seit 15.00 Uhr für die Live-Schalte aus dem Flensburger Rathaus.

Um 17.30 Uhr treffen auch die ersten Kollegen vom Hörfunk ein und wenig später folgen die Freelancer, Journalisten und Fotografen von Flensborg Avis und SHZ, um an einem der reservierten Tische mit eigenen Telefonanschluss und WLAN-Zugang Platz zu nehmen. Selbstverständlich in der ersten Reihe, denn von hier hat man den besten Blick auf die 25 qm große Leinwand, auf der nach und nach die vorläufigen Er­geb­nisse der Kommunalwahl eingeblendet werden sollen.

 

Die Temperatur steigt

Wo noch vor einer halben Stunde jeder Schritt von den hohen Wänden der Bürgerhalle laut widerhallte und man sich unter den argwöhnischen Blicken dänischer Könige, die von überdimensional großen Gemälden herabblickten, nicht unbemerkt von A nach B bewegen konnte, muss man sich um 17.45 Uhr schon an Menschen­trauben von Politikern und Parteigenossen vorbeizwängen und kann dafür Stimmgewirr, Lachen und das Klirren von Gläsern vernehmen. Auch die Raumtemperatur steigt auf gefühlte 40 Grad, so dass sich viele Teilnehmer schnell ihrer Sakkos, Mäntel und Blazer entledigen und auch die Gesichter der ungeschminkten Teilnehmer alle schnell eine gesunde, rosige Gesichtsfarbe annehmen.


 

Das Wahlfieber greift um sich

Ab 18.00 Uhr werden dann die Wahllokale geschlossen und die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in den 44 Wahlbezirken der 22 Wahlkreise können mit dem Auszählen der abgegebenen Stimmen beginnen.

In der Bürgerhalle des Rathauses beginnt hiermit der Ausnahmezustand. Die Augen von den 250 Politikern und Interessenten sind nun wie gebannt nach vorn auf die große Leinwand gerichtet.. Die Menschen der vorderen Reihen werden mit Zurufen und wilden Gesten angehalten, sich zügig aus dem Blickfeld zu begeben, denn nach 5 Minuten ist bereits der 1. Wahlbezirk ausgezählt.

Die Stimmung kann mit einem wichtigen SG-Spiel oder dem Champions League-Finale des Vorabends locker mithalten. Freudenschreie und Luftsprünge in der einen Ecke der Bürgerhalle, während in der gegenüberliegenden Ecke andere Anwesenden die Mundwinkel stark nach unten ziehen. Wer noch nicht vom Wahlfieber infiziert ist, der steckt sich spätestens jetzt an.

Und dann geht es Schlag auf Schlag weiter. Eine Achterbahn der Gefühle für die Kandidaten und ihre Anhänger.

Der Pressesprecher ist derweil Ansprechpartner für Presse, Politiker, Ober­bürger­meister und Gäste und wird schon während der noch laufenden Auszählung vor die Kamera des Offenen Kanals gezerrt, um sich zur sich abzeichnenden Wahlbeteiligung zu äußern. Auch einzelne Wahlkreissieger, von denen feststeht, dass sie definitiv einen der 43 Plätze in der Flensburger Ratsversammlung ergattert haben, werden bereits vom Moderaten des Offenen Kanals interviewt.

Heiß her geht es auch hinter den Kulissen

Schweißperlen bilden sich aber nicht nur im Saal bei den Kandidaten der Parteien und Wähler­gemein­schaften. Geschwitzt wird vor allem auch bei den Hauptpersonen im Hintergrund. Denn auf ihren Schultern lastet an diesem Abend eine besonders große Verantwortung für das Gelingen der Veranstaltung.

Oliver Hillebrand und sein „Wahl-Team“ aus dem Bürgerbüro von Uwe Bastian sitzen hinter den verschlossenen Türen des Europaraums und sind ständig Ansprechpartner für die Wahlhelfer. Fehler sind zwar menschlich, aber an diesem Abend äußerst unerwünscht, denn ein Vertippen, Verrechnen oder Verzählen verfälscht automatisch das Wahlergebnis und kann über Sieg oder Niederlage eines Kandidaten entscheiden. Weitere Hauptpersonen sind die IT-Mitarbeiter des Rathauses, die vorn abgeschirmt in der Bürgerhalle für das Funktionieren, von WLAN, Telefon und vor allem die Darstellung der Ergebnisse über den Beamer auf der Leinwand zuständig sind.

Dann ist das Ende in Sicht. Die Ergebnisse von 21 der insgesamt 22 Wahlkreise liegen vor. D.h. heißt jetzt Bild einfrieren und Spannung steigern. Denn das vorläufige Endergebnis mit allen Stimmen, d.h. mit dem Abschneiden aller Parteien im gesamten Flensburger Stadtgebiet und der Verteilung der Sitze von Parteien und Wählergemeinschafen wird die Wahlleiterin Ellen Eichmeier höchstpersönlich verkünden

Und wenn die Technik versagt?

Ellen Eichmeier improvisiert und verkündet Teil I des vorläufigen Wahlergebnisses Auf Knopfdruck soll nun das Wahlprogramm am Rech­ner Hillebrands die Sitz­verteilung der Parteien nach einem festgelegten Höchst­wahl­verfahren errechnen. Aber statt­dessen sieht man auf seinem Monitor die Sanduhr laufen. Und sie läuft und läuft. Als hätte sich die Technik im entscheidenden Moment gegen ihre Bediener verschworen, will das Programm die Sitzverteilung einfach nicht ausspucken.

„Was nun?“ sprach Zeus. Frische Luft schnappen, dem Rechner einen kleinen Tritt versetzen oder das Problem gar ignorieren ist in diesem Moment keine Lösung. Die Menge wartet, Politiker, Medienvertreter und Kollegen werden merklich ungeduldiger, laufen hin und her und blicken immer wieder fragend abwechselnd in Richtung IT-Ecke und in Richtung Großleinwand. Der Blutdruck im Wahlbüro steigt und dabei heißt es doch Ruhe und vor allem einen kühlen Kopf bewahren.

Improvisationstalent ist gefragt und Plan B tritt in Kraft. Frau Eichmeier liest daher zunächst ausschließlich das vorläufige Ergebnis vom Abschneiden der Parteien vor. Und wenn die Technik versagt, dann ist halt menschliches Hirn gefordert. Und hiervon arbeiten gleich drei auf Hochtouren, denn um auf Nummer sicher zu gehen, rechnen Fachbereichsleiter Dieter Tetzlaff (Bürger, Schutz, Ordnung), Uwe Bastian und Oliver Hillebrand selbst. Mit Erfolg, denn alle 3 kommen zum selben Ergebnis, das Ellen Eichmeier dann – ausdrücklich ohne jede Gewähr - an die Wartenden meldet.

Die Temperaturkurve fällt

Danach leeren sich die heiligen Hallen des Rathauses wieder so schnell wie sie sich zuvor gefüllt hatten. Die Temperatur ist wieder rapide gefallen, und die Luft hat sich auf eine angenehme Raumtemperatur heruntergekühlt.

Nur der NDR, der bleibt noch ein Weilchen, um weiterhin bis 22.00 Uhr live zu senden – diesmal aber aus einem menschenleeren Rathaus, in dem nun nur noch die royalen Urahnen Blicke auswechseln und sich über den Verlauf des Abends scheinbar königlich amüsieren.

Vorher - Nachher - Die Bürgerhalle im Rathaus