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Rethinking the Maritime Museum

Entwicklungen – Perspektiven – Herausforderungen

Bericht über eine Museums-Fachtagung vom 20. bis 23. Mai 2009 in Flensburg und Aabenraa, veranstaltet vom Flensburger Schiffahrtsmuseum und dem Museum Sønderjylland - Kulturhistorie Aabenraa

 

50 Museumsfachleute aus Deutschland, Dänemark, Grönland, England, Finnland, Belgien und den Niederlanden waren auf Einladung des Flensburger Schiffahrtsmuseums und des Museums Sønderjylland - Kulturhistorie Aabenraa vom 20. bis 23. Mai 2009 zur Fachtagung „Rethinking the Maritime Museum“ nach Flensburg und Aabenraa gekommen, um innovative Entwicklungen, neue Perspektiven und aktuelle Herausforderungen maritimer Museen zu diskutieren. Die Tagung war in vier themenzentrierte Sektionen untergliedert, die eng aufeinander bezogen waren: Maritime Sachkultur, maritime Erzählungen, maritimer Tourismus und maritimes Erbe.

Der erste Tag war den musealen Kernthemen des Sammeln und Ausstellens gewidmet. In beiden Sektionen wurde deutlich, dass Objekte als Mittler helfen können, die Distanz zwischen der konkreten Erfahrung der Seefahrt und ihrer Abwesenheit in unserem Alltag – sei es durch die Ferne der Seewege oder die Abgeschlossenheit der Hafenareale – zu überbrücken. Dies erfordert nicht nur eine genaue Kenntnis der Objekte und ihrer komplexen Handlungsbezüge, sondern auch kreative Wege, Geschichte und Geschichten so zu erzählen, dass sie die Museumsbesucher fesseln. Der zweite Tag blickte auf die zentrale Rolle maritimer Museen, die ihnen bei der Vermittlung und Repräsentation maritimer Identität zukommt. Schifffahrtsmuseen sind hier nicht nur unter touristischen Gesichtspunkten zu betrachten, sondern auch grundsätzlich in ihrer Bedeutung bei der soziokulturellen Entwicklung von Häfen und Hafenstädten.

Insgesamt machten die Beiträge und Diskussionen der Tagung deutlich, dass maritime Museen in ihrer Arbeit die stark veränderte Wirklichkeit der Seefahrt und Hafenstädte in den Blick nehmen müssen, wenn sie für ihre Besucher mehr sein wollen, als nostalgische Erinnerungsorte. Gelingt es jedoch, persönliche Bezüge zwischen der maritimen Geschichte und Gegenwart und den Besuchern und Nutzern maritimer Museen herzustellen, so können die Museen zu zentralen Orten gesellschaftlicher Reflexion und Auseinandersetzung werden. Die auf der Tagung vorgestellten Beispiele aus der Praxis zeigten, dass einige maritime Museen auf einem guten Kurs sind!

Die Tagung wurde abgerundet mit Besuchen der Schifffahrtsmuseen in Aabenraa und Flensburg sowie einer Begleitfahrt zur 30. Rum Regatta auf dem 100 Jahre alten Salondampfer ALEXANDRA. Die Veröffentlichung der Beiträge in einem Tagungsband ist in Vorbereitung. Um den auf der Tagung angestoßenen Austausch auch in Zukunft fortzusetzen, wollen die Museen in Flensburg und Aabenraa die Gründung eines Netzwerks maritimer Museen anstoßen.

 

Thomas Overdick
Museumsleiter
Flensburger Schiffahrtsmuseum

Stefanie Robl
Museumsinspektør
Museum Sønderjylland

 

DOWNLOADS

Programm (PDF, 478 KB)

Abstracts (PDF, 688 KB)

Eric van Hooydonk (Presentation 22.05.209) (PDF, 4 MB)

Tony Tibbles (Museums Journal) (PDF, 2,9 MB)