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Die Segel sind gesetzt: Mit kultureller Vielfalt auf Wachstumskurs!

Vom knappen Scheitern bei der Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt 2017 im vergangenen haben sich die deutschen und dänischen Gebietskörperschaften der Grenzregion nicht entmutigen lassen. Sie haben die positiven Erfahrungen aus dem Bewerbungsprozess genutzt, um weiter in eine gemeinsame Zukunft zu investieren, mit dem Ziel, der Region - mit kultureller Vielfalt als Markenzeichen - langfristig zu mehr Selbstbewusstsein, Strahlkraft und Wachstum zu verhelfen.

Resultat ist die „Kulturvereinbarung der Region Sønderjylland-Schleswig“ unter Leitung des deutsch-dänischen Portals kulturfokus.dk, mit der die dänischen Kommunen Sonderburg, Apenrade, Tondern und Hadersleben, unterstützt von der Region Süddänemark und dem dänischen Kultusministerium sowie auf deutscher Seite die Kreise Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und die Stadt Flensburg, unterstützt von der schleswig-holsteinischen Landesregierung, der Grenzregion - vorerst bis zum Jahr 2016 - finanzielle Mittel i.H.v. 2,4 Mio Euro zusichern.

Unterschriftszeremonie im Herzen der Kulturregion

Besiegelt worden ist das Kulturabkommen heute in einem standesgemäßen Festakt im Herzen der Grenzregion.

Hierfür fanden sich Vertreter aller Projektpartner zu sanften Klängen des deutsch-dänischen Musik-Ensembles Tulja im Museumscafé des Flensburger Schifffahrtsmuseums ein, das zu diesem Zweck kurzerhand in eine Showbühne umfunktioniert wurde.

Eröffnet wurde die Zeremonie dann um 10.00 Uhr durch ein deutsch-dänisches Moderatoren-Team. Torge Korff, Leiter des Flensburger Kulturbüros und Charlotte Helt Brunsgard, Kulturkonsulent aus Apenrade, hießen einleitend die Gäste willkommen und übergaben kurz darauf das Wort an den Gastgeber, den Flensburger Oberbürgermeister Simon Faber.

Von Konflikten zu Kraft und Kreativität mit "NIPSIL"

OB Faber lobte in einer kurzen Ansprache die überaus positive Entwicklung der Grenzregion, die es mittlerweile von einer konfliktreichen bis kriegerischen Vergangenheit zu einem konstruktiven und kreativen Miteinander von Kultureinrichtungen, Künstlern und Menschen geschafft hat.

Im Anschluss daran sprach Dänemarks Kulturministerin Marianne Jelved, die in ihrer Rede das Verbindende von Kultur hervorhob, auf die Einzigartigkeit einer solchen grenzüberschreitenden Vereinbarung in Europa hinwies und den Beteiligten für ihr Engagement für diese besondere Vereinbarung dankte.

Die Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, Anke Spoorendonk freute sich über die neue Dimension der kulturellen Zusammenarbeit, die mit der strukturellen Verankerung der Kulturregion geschaffen würde.

Sie zeigte sich weiterhin zuversichtlich, dass mit einer guten Portion „NIPSIL“ = Nie in Problemen, sondern in Lösungen" denken das Gemeinschaftsgefühl und - trotz aller Verschiedenheiten - auch das Bewusstsein für eine verbindende kulturelle Identität gestärkt würde, was auf die gesamte Region zurückstrahlen würde.

Bevor Carl Holst, Vorsitzender der Region Syddanmark als letzter Redner zu Wort kam, lobte Povl Kylling Petersen, Vorsitzender des Kulturausschusses (KA) Apenrade, die Pionierarbeit, die mit der Kulturvereinbarung geleistet würde. Damit könne man die Region auch als Europas Vorzeigeregion unter den Grenzregionen betrachteten.

Zu zweit zur Zeichnung der Zusammenarbeit

Nach den Ansprachen stand um 11.00 Uhr der wichtigste Punkt – der eigentliche Unterschriftenakt – auf der Tagesordnung. Hierfür wurden alle Vertreter der 8 Vertragspartner paarweise von einer Mitarbeiterin des Regionskontors an einen prunkvollen Rokokotisch geleitet.

Das dort ausliegende Vertragswerk wurde dann zunächst von Marianne Jelved und Anke Spoorendonk unterzeichnet. Ihnen folgten Carl Holst und Poul Kylling bevor sich Stephan Kleinschmidt vom Kulturausschuss Sonderburg und Oberbürgermeister Simon Faber die Ehre gaben.

Schließlich nahmen Jörg von Sobbe als stellv. Landrat des Kreises Nordfriesland neben Stig Bæk Andersen, Vorsitzender des Kulturausschusses Tondern sowie Karl Gunnar Gregersen, Vorsitzender des Kulturausschusses Hadersleben und Dr. Wolfgang Buschmann, Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg, am Rokokotisch Platz, um offiziell die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu besiegeln.


Ausklang mit Pressegesprächen und Museumsrundgang

Fortgesetzt wurden die Festlichkeiten dann im so genannten Zwischendeck des Museums. Dort gab es dann Raum für Gespräche und Möglichkeit von Interviews mit den Teilnehmern.
Zum Abschluss der Veranstaltung bot Museumleiter Dr. Thomas Overdick höchstpersönlich allen interessierten Gäste die Möglichkeit, sich auf die Spuren der maritimen Geschichte Flensburgs zu begeben - bei einem Rundgang durch das erst 2012 runderneuerte Schifffahrtsmuseum.